Afonso Eulalio ungetestet, aber bereit zu leiden, während Giro-Führung vor Vingegaard-Test am Blockhaus steht

Radsport
Donnerstag, 14 Mai 2026 um 19:45
Afonso Eulalio
Afonso Eulalio hat die Maglia Rosa sicher durch seinen ersten Tag in Rosa beim Giro d’Italia getragen, doch der portugiesische Gesamtführende steht nun vor der Frage, die sein gesamtes Rennen prägen könnte.
Nach dem Überstehen der 6. Etappe nach Neapel verteidigt Eulalio weiterhin einen deutlichen Vorsprung auf Jonas Vingegaard und den Rest der vor dem Start gehandelten GC-Favoriten. Diese Lücke wird jedoch erstmals ernsthaft im Hochgebirge geprüft: Auf der 7. Etappe steuert der Giro zum ersten Gipfelankunft der Rundfahrt auf den Blockhaus zu.
Eulalio holte Rosa nach seinem dramatischen Duell mit Igor Arrieta auf der 5. Etappe, als der Fahrer von Bahrain Victorious stürzte, wieder aufstieg und an einem brutalen Tag voller Regen und Chaos trotzdem Zweiter wurde. Gegenüber Cycling Pro Net nach der 6. Etappe räumte er ein, dass der Folgetag deutlich ruhiger verlaufen sei, auch wenn die Nachwirkungen dieser Schlacht noch spürbar waren.
„Ja, es war besser als gestern“, sagte Eulalio. „Gestern war es mit dem Regen und dem Tag in der Flucht sehr hart, aber wir haben einen ruhigeren Tag hinter uns. Wir haben den Tag gerettet, immer ein wenig vorne die Beine bewegt, und das Wichtigste ist, dass wir den Tag gerettet und uns etwas erholt haben.“
Auf die Frage, wie sein Körper nach dem Sturz am Vortag reagiert habe, antwortete Eulalio: „Gestern dachte ich, ich sei perfekt, aber als ich aufwachte, hatte ich ein bisschen Schmerzen. Aber nicht mehr.“

Eulalio bereit für die erste echte GC-Prüfung

Nun schlägt die Tonlage deutlich um. Die 7. Etappe ist der längste Tag des Giro und endet am Blockhaus, wo erstmals eine klare Lesart der wahren GC-Hierarchie erwartet wird.
Vingegaard hat bereits eingeräumt, dass man sechs Minuten nicht einfach in einer Etappe auf Eulalio gutmacht, doch der portugiesische Leader weiß, dass der Druck kommen wird. Der Anstieg ist ein ganz anderer Test als die wellige und chaotische erste Woche, die das Rennen so drastisch umgeformt hat.
„Morgen wird ein sehr langer Tag, sehr lang“, sagte Eulalio. „Es ist die erste Bergankunft und sicher wird alles ausgefochten. Alle GC-Fahrer werden morgen ihre Karten spielen und ich werde versuchen, so viel wie möglich zu leiden, um dieses sehr gute und sehr schöne Trikot zu behalten.“
Dieser letzte Satz zeigt die Größe der Chance. Eulalio ist nicht mehr nur der Überlebende einer dramatischen Flucht. Er ist nun der Fahrer, den die Giro-Favoriten jagen müssen, während Bahrain - Victorious plötzlich Rosa verteidigt, nachdem man ursprünglich mit Santiago Buitrago als GC-Referenz angereist war, bevor dessen früher Ausstieg kam.

„Es wird für dich und für mich eine Überraschung“

Der aufschlussreichste Teil von Eulalios Interview kam, als er nach seiner eigenen Hochgebirgstauglichkeit gefragt wurde. Anstatt kühne Prognosen zu liefern, räumte er ein, dass auch der Blockhaus für ihn ein Test der Erkenntnis sein werde. „Im Hochgebirge werden wir morgen sehen“, sagte er. „Die Wahrheit ist, dass ich mich selbst nicht so gut kenne, also werden wir morgen sehen. Es wird für dich und für mich eine Überraschung.“
Genau diese Ungewissheit macht seine Position so spannend. Eulalio hat Zeit auf der Habenseite, aber noch nicht den dreiwöchigen Beweis, dass er sie gegen Fahrer wie Vingegaard, Jai Hindley, Giulio Pellizzari, Egan Bernal, Thymen Arensman und andere verteidigen kann, sobald der Giro seine erste echte Bergankunft erreicht. Der Sechs-Minuten-Puffer gibt ihm Spielraum, um Schäden zu absorbieren. Er nimmt die Gefahr nicht weg.
Direkt gefragt, ob ein solcher Vorsprung schwer auszulöschen sei, blieb Eulalio vorsichtig. „Es kann sehr einfach sein und es kann sehr schwierig sein“, sagte er. „Wir werden sehen, wie der morgige Tag läuft.“
Der Blockhaus wird nun die erste Antwort geben.
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