Ludovic Robeet besitzt einen Vertrag bei Team
Cofidis bis 2027, ist jedoch seit August vergangenen Jahres nicht mehr gestartet. Aktuell steht auch kein Rennen in seinem Kalender. Und leider ist es gut möglich, dass der 31-jährige Belgier nie wieder wettkampfmäßig aufs Rad zurückkehrt. Robeets Geschichte zeigt, wie schnell sich das Leben in einem Moment, in dem man es am wenigsten erwartet, auf den Kopf stellen kann.
„Ich sollte am nächsten Tag abreisen, als ich mitten in der Nacht, gegen drei Uhr, plötzlich schockartig aufwachte“, schilderte Robeet seine Erlebnisse bei
Het Nieuwsblad. „Ich spürte, dass etwas nicht stimmte. Mein Gesicht fühlte sich seltsam an. Ich bekam schlecht Luft. Und eine Körperseite reagierte nicht.“
Seine Freundin, damals hochschwanger, schlief in einem anderen Teil des Hauses. „Ich versuchte, sie anzurufen, aber ihr Handy war stumm. Am Ende schaffte ich es irgendwie, mich zu ihr zu schleppen. Doch da konnte ich nicht mehr sprechen. Ich versuchte es, aber es kam nichts heraus.“
Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass Robeet einen Schlaganfall erlitten hatte. Wie kann so etwas einem Athleten auf Topniveau passieren? „Niemand weiß es“, sagte er. „Es gab keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil, ich hatte mich in dieser Phase sehr gut gefühlt. Kurz zuvor war ich starke Rennen gefahren. Und dann passiert plötzlich so etwas. Im Krankenhaus sagten sie mir aber, dass das kein Einzelfall ist. Auch anderen jungen Menschen passiert das.“
Der Belgier verbrachte die folgenden zwei Wochen im Krankenhaus. Verständlicherweise fürchtete Robeet um seine Karriere. „Es war ein doppeltes Gefühl. Einerseits die Angst, vielleicht nie wieder Rennen zu fahren. Andererseits ist die erste Priorität einfach die Genesung. Nach einem Schlaganfall weiß man nie, ob das gelingt. Sprechen, Gehen – ich musste alles wieder neu lernen.“
In dieser Zeit brachte seine Freundin ihre Tochter zur Welt. Nicht lange danach folgte für Robeet ein wichtiger Durchbruch: Er durfte wieder aufs Rad. Aus seiner Sicht war das der Wendepunkt. „Ich bin überzeugt, dass mich der Sport viel schneller hat genesen lassen. Die Neurologen sagten das Gleiche. Ich musste meinen Körper fordern, beschäftigt bleiben, wieder so normal wie möglich leben. Das würde helfen.“
Jetzt arbeitet er sich Schritt für Schritt auf das Niveau vor dem Schlaganfall zurück. „Ich bin froh, dass man von meinem Schlaganfall kaum noch etwas sieht“, sagte der Belgier. „Aber wenn man genau hinschaut, merkt man, dass mein Gesicht noch leicht schief ist. Und auf der linken Seite habe ich weniger Kraft. Abgesehen davon ist fast alles wieder in Ordnung. Selbst die Form ist nicht schlecht. Ich kann mein gesamtes Ausdauertraining wieder absolvieren.“
Gibt es einen Zeitplan für sein Renn-Comeback? Nein, vorerst nicht. „Im Moment weigert sich mein Puls, über 150 zu gehen. Da muss ich ehrlich sein: So kann man nicht Rennen fahren. Ich könnte nicht mithalten. Zuerst muss ich wieder zu 100 Prozent frei atmen können.“