„Bei weitem nicht“ – Belgische Legende Roger de Vlaeminck hält Mathieu van der Poel nicht für den besten Crossfahrer aller Zeiten

Cyclocross
durch Nic Gayer
Samstag, 07 Februar 2026 um 13:00
Mathieu van der Poel erschöpft nach dem Sieg beim Exact Cross Mol im dichten Schneefall
Roger De Vlaeminck war für seine zahllosen Siege im Profiradsport bekannt - darunter mehrere Monumente und Dutzende Etappenerfolge bei Grand Tours. Heute steht der Belgier häufiger wegen seiner pointierten Meinungen im Rampenlicht, nicht selten mit klarer Kante gegen die aktuellen Superstars wie Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel. Jüngst wetterte der 78-Jährige erneut gegen die These, Van der Poel sei der beste Crossfahrer der Geschichte.
„Natürlich sind Van der Poel, Remco Evenepoel und Pogacar gute Fahrer, aber wenn ich sie sehe, kann ich es nicht genießen“, sagte De Vlaeminck im Gespräch mit Het Nieuwsblad. „Ich will fahren, gegen diese Jungs Rennen, sie schlagen - so wie ich manchmal Eddy Merckx schlagen konnte.“

„Van der Poel nicht der Beste“

„Merckx, Mann, der war so stark. Weißt du, dass ich manchmal Angst vor ihm hatte? Es tat weh, einfach nur in seinem Rad zu sitzen“, scherzte De Vlaeminck. „Und trotzdem habe ich 512 Rennen gewonnen. 512. Soll ich sie dir alle aufzählen?“
Die kritischen Worte des Belgiers über Van der Poel sind nicht neu. Bereits vor wenigen Monaten erklärte er, der Niederländer „kann nicht klettern, nicht sprinten, hält sich im Zeitfahren nicht über Wasser … da bleibt nicht viel übrig“. Am vergangenen Wochenende schraubte Van der Poel seine Bestmarke bei WM-Titeln im Elite-Cyclocross der Männer auf acht und überholte damit De Vlaemincks Bruder Eric De Vlaeminck.
Macht ihn das - als Rekordhalter bei Weltmeistertiteln und Weltcup-Siegen - zum besten Crossfahrer aller Zeiten? „Um Himmels willen, nein. Bei weitem nicht“, kontert der Routinier. „Bei Eric war mit 28 Schluss, verschlissen durch seine Torheiten. Wie viele Titel hätte er noch holen können?“
„Er ist gut. Nicht der Beste, aber gut. Ich sehe ihm gern zu. Er kämpft immer“, ergänzte De Vlaeminck. „Wenn du drei, vier Runden im Rad von Van der Poel bleiben kannst, bist du nicht schlecht. Sven Nys kann das. Ich bin ein Unterstützer.“
Mit seinen Aussagen bleibt De Vlaeminck seiner Linie treu: Respekt für die Leistungen der Gegenwart - aber keinerlei Zurückhaltung, wenn es um Vergleiche mit seiner eigenen Ära geht.
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