Die 19. Etappe der
Tour de France endete für
Einer Rubio auf bittere Weise. Der Kolumbianer vom Movistar Team musste das Rennen nach einer Kollision mit einem Fahrzeug von UAE Team Emirates-XRG auf der Auffahrt nach Alpe d’Huez aufgeben.
Absperrungen reichten nicht aus
Der Zwischenfall war in der offiziellen TV-Übertragung nicht zu sehen. Tobias Halland Johannessen schilderte ihn anschließend gegenüber TV2. Nach Angaben des Norwegers sei Rubio gegen das UAE-Auto gefahren. Der Aufprall habe so heftig ausgesehen, dass Johannessen befürchtete, der Kolumbianer könne mit dem Gesicht eine Scheibe getroffen haben. Wenig später bestätigte Movistar Rubios Aufgabe.
Besonders bitter: Rubio zeigte bis dahin eine starke Leistung. Er gehörte zur großen Ausreißergruppe und lag zeitweise auf Kurs zu einem Platz unter den besten Fahrern der Etappe. Damit wären auch wertvolle UCI-Punkte für Movistar möglich gewesen.
Videoaufnahmen aus dem Schlussanstieg zeigen zugleich, wie stark die Fahrbahn durch Zuschauer verengt war. Obwohl die Organisation in den bekannten niederländischen Kurven Absperrgitter aufgestellt hatte, blieb an mehreren Stellen kaum Platz für zwei Fahrer nebeneinander. Auch Tadej Pogačar musste Fans mit Handzeichen auffordern, die Straße freizugeben.
Unter solchen Bedingungen wird jedes Bremsmanöver zum Risiko. Dass sich zusätzlich Teamfahrzeuge zwischen den Fahrern bewegten, verschärfte die Gefahr weiter.
Der Vorfall wirft deshalb erneut Fragen zur Sicherheit auf Alpe d’Huez auf. Die spektakuläre Atmosphäre gehört zum Mythos des Berges. Sobald ein Fahrer jedoch nach einer Kollision im Zuschauergedränge aufgeben muss, reichen die bisherigen Maßnahmen offensichtlich nicht aus.
Es ist nicht das erste Mal, dass das unkontrollierte Verhalten der Zuschauer auf Alpe d’Huez zu äußerst gefährlichen Situationen führt. Dieser Zwischenfall zeigt jedoch erneut, dass auch die Rennorganisation kritisch hinterfragt werden muss. Wenn die Straße von Fans nahezu vollständig blockiert wird, erhöht jedes Fahrzeug zwischen den Fahrern das Unfallrisiko erheblich.
Die Tour de France wirbt jedes Jahr mit der einzigartigen Atmosphäre auf Alpe d’Huez. Wenn dieses Spektakel jedoch damit endet, dass ein Fahrer nach einer Kollision mit einem Rennfahrzeug aufgeben muss, bleibt ein völlig anderes Bild zurück: das eines organisatorischen Fiaskos, das dem Movistar Team ein starkes Ergebnis und wertvolle UCI-Punkte kostete.