„Zieht die Organisation zur Rechenschaft“ – Wut über Sturzchaos beim Giro d’Italia hält an: Thijs Zonneveld kritisiert Veranstalter nach Finale der 6. Etappe

Radsport
Freitag, 15 Mai 2026 um 13:30
Massensturz in der Schlusskurve der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026
Die Folgen des chaotischen, sturzgeprägten Finals der 6. Etappe des Giro d’Italia halten an, nachdem eine u-förmige Kurve im letzten Kilometer Dylan Groenewegen und andere zu Fall brachte – und damit auch die Siegchancen einiger Favoriten vor dem Start, etwa Jonathan Milan.
Schon vor dem Start warnten viele Kommentatoren und Fahrer, dass die Kombination aus nasser Witterung, Kopfsteinpflaster-Ziel und einer scharfen Kurve ein nervöses Finale provozieren würde. Leider bewahrheiteten sich diese Befürchtungen, als Groenewegens Sturz an der Spitze das Feld für den Sieg stark reduzierte – die letzten 300 Meter entschied schließlich Davide Ballerini für sich.
Damit wurden zwei der drei bisherigen Massensprints beim Giro durch Stürze im Kampf um den Sieg beeinträchtigt. Nach Milans scharfer Kritik am technischen, kopfsteingepflasterten Finale meldete sich nun auch Journalist Thijs Zonneveld zu Wort.
In seinem Podcast In De Waaier reagierte Zonneveld sarkastisch und meinte, die Veranstalter sollten die Fahrer verantwortlich machen: „Dann wären sie vor dem Regen im Ziel gewesen. Dann sind wieder die Fahrer schuld, oder? Die Giro-Organisatoren sollten mal eine Runde Beschwerden gegen die Fahrer einreichen. Ihnen fehlt dieses eine Zielfoto eines sprintenden Pelotons. Und jetzt?“
Massensturz in der Schlusskurve der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026
Massensturz in der Schlusskurve der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026

Zonneveld kritisiert die Giro-Organisatoren

Er legte nach: „Das konntest du wirklich nicht wissen. Dass es genau dort rutschig ist, dass du dort über den Lenker gehst. Das war unmöglich vorherzusagen. Sehr seltsam, was passiert ist. Die Organisation ist absolut ohne Fehl und Tadel.“
In ernsterem Ton richtete Zonneveld den Blick dann auf die Giro-Organisation und die UCI und stellte die Frage, warum dieses Ziel so freigegeben und nicht angepasst wurde.
„Das kannst du Menschen, die nicht regelmäßig Radsport schauen, doch nicht erklären, oder? Dass man vorher weiß, dass hier alle stürzen werden – und es dann wirklich passiert? Und die UCI nimmt weiter Jan-Willem van Schip aus dem Rennen, und überall werden Strafen verteilt, wenn die Socken zu hoch gezogen sind.“

Er fragt, was Teams tun können, um Veränderungen zu erzwingen

Er ergänzte: „Das sind die verdammten Basics. Wie kann es sein, dass dieses Finale nicht angepasst wird?“
Angesichts der Sicherheitsbedenken bleibt Zonneveld realistisch, ob Teams in der Lage sind, Änderungen an Zielankünften durchzusetzen. Am Beispiel von Unibet Rose Rockets betonte er, dass das Team ungern auf eine ihrer wenigen Siegchancen bei der ersten Grand Tour verzichten wird.
„Es ist zu einfach zu sagen: Dann fahrt eben nicht. Nehmen wir an, die Rockets und Groenewegen sagen: Wir machen das nicht. Das ist eine ihrer besten Chancen, dafür sind sie nach Italien gekommen. Soll man dann eine von vier Chancen wegwerfen?“, so Zonneveld.
„Sie [die Organisatoren] schieben die Verantwortung komplett auf Fahrer und Teams. Am meisten würde ich begrüßen, wenn die Teams die Organisation in die Pflicht nehmen. Wenn die UCI es nicht tut, dann müssen sie es.“
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