Wout Van Aert verpasst den Titel bei den belgischen Gravel-Meisterschaften – Visma - Lease a Bike-Profi unterliegt seinem besten Freund

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 16 August 2026 um 17:15
Wout van Aert
Wout Van Aert ist weniger als eine Woche vor der Vuelta a Espana auf Schotter ins Renngeschehen zurückgekehrt, konnte dabei allerdings nicht ganz an seine besten Leistungen anknüpfen. Allzu groß dürfte die Enttäuschung beim Profi von Visma - Lease a Bike dennoch nicht gewesen sein: Geschlagen wurde der Paris-Roubaix-Sieger ausgerechnet von seinem besten Freund Daan Soete.
Die beiden Freunde prägten die Meisterschaften in einer von Van Aerts Lieblingsdisziplinen, ehe sich Soete in der Schlussrunde entscheidend absetzen konnte. Der Fahrer von Ridley Racing riss rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel die Lücke und ließ sich anschließend nicht mehr einholen. Nach seinem erfolgreichen Solo erreichte er das Ziel 29 Sekunden vor Van Aert.

Druckfreie Belastungsprobe sechs Tage vor der Vuelta a Espana

Bereits vor dem Rennen hatte Van Aert betont, dass er den Start auf Schotter für weniger riskant halte als eine Trainingseinheit auf öffentlichen Straßen oder ein WorldTour-Rennen bei hohen Geschwindigkeiten wie die am Sonntag ausgetragenen ADAC Cyclassics Hamburg. Sechs Tage vor dem Beginn der Vuelta a Espana entschied sich der Belgier damit bewusst für eine Belastung ohne großen Druck.
Wout Van Aert startet regelmaessig bei Gravel-Rennen.
Wout Van Aert nutzte sein Gravel-Comeback als letzte Belastungsprobe vor der Vuelta a Espana und musste sich dabei nur seinem besten Freund Daan Soete geschlagen geben.
Neben Van Aert standen mehrere weitere aktive Straßenprofis und erst kürzlich zurückgetretene Fahrer am Start. Stan van Tricht vom Development Team von Soudal Quick-Step belegte den vierten Platz, während Tim Merlier, der 2026 bereits mehrere Etappen der Tour de France gewonnen hatte, den achten Rang erreichte. Die Ergebnisse finden Sie hier.
Vor dem Start präsentierte sich Van Aert entsprechend gelassen, als er mit Sporza über das Rennen und seine Vorbereitung auf die Vuelta a Espana sprach. „Ich habe mich schon eine Weile auf diesen Tag gefreut“, sagte van Aert. „Ich erwarte viele Fans, denn so nah an zuhause fährt man selten ein Rennen.“
„Das Wichtigste heute ist, dass ich Spaß habe“, erklärte Van Aert weiter. „Dieses Rennen wird an meiner Karriere nicht viel ändern.“
Völlig ausblenden konnte der 31-Jährige seinen Ehrgeiz allerdings nicht. „Irgendwann setzt aber der Wettkampfinstinkt ein und man will gewinnen. Risiken gibt es immer, auch wenn man auf öffentlichen Straßen trainiert. Ich habe keine Angst, aber ich werde keine unnötigen Risiken eingehen.“

Nach Tour-Enttäuschung zeigt Van Aerts Formkurve wieder nach oben

Mit Blick auf die Enttäuschung rund um die Tour de France, auf die Van Aert im Juni aufgrund einer Entzündung am Ellenbogen verzichten musste, überwiegen inzwischen wieder die positiven Signale. Drei Etappensiege und der Gesamtsieg in Dänemark unterstrichen zuletzt seine aufsteigende Form.
Für den Profi von Visma - Lease a Bike zeigt die Entwicklung damit wieder klar in die richtige Richtung. In den kommenden drei Wochen will Van Aert diesen Aufwärtstrend auf den Straßen der Vuelta a Espana fortsetzen und dort weitere Etappensiege ins Visier nehmen.
„Die verpasste Tour war natürlich ein Rückschlag“, räumte er ein. „Ich brauchte etwas Zeit, um wieder auf ein gutes Niveau zu kommen, aber die Tour of Denmark lief besser als erwartet. Seitdem ist ebenfalls alles gut gelaufen.“
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