Wout van Aert sieht auf Schotterpassagen weniger Potenzial für Zwischenfälle als im dichten WorldTour-Peloton – und tauscht die ADAC Cyclassics in Hamburg gegen die Belgischen
Gravel-Meisterschaften, keine Woche vor der
Vuelta a Espana.
Der Visma - Lease a Bike Profi nimmt nach einer Ellbogeninfektion, die ihn aus der Tour de France zwang, wieder Fahrt auf. Nach seinem Comeback bei der Tour of Denmark zu Monatsbeginn hat der Belgier bereits überzeugt, will in Spanien aber noch eine Stufe zulegen.
Während die meisten Starter in Monaco zuletzt die Vuelta a Burgos oder die Tour de Pologne wählten, boten die ADAC Cyclassics ebenfalls die Chance für van Aert, die Beine im Topfeld zu testen – mit Jasper Philipsen, Olav Kooij, Paul Magnier und Jonathan Milan am Start.
Van Aert kehrt jedoch lieber auf seinen Lieblingsspielplatz zurück – den Gravel. Der 31-Jährige startet bei den Meisterschaften unter anderem neben Greg van Avermaet und Tim Merlier und rechnet mit viel Unterstützung an der Strecke.
„Auf diesen Tag habe ich mich lange gefreut“, sagte Van Aert
bei Sporza vor dem Start. „Ich erwarte viele Supporter, denn so nah an Zuhause fährt man selten ein Rennen.“
Van Aert wird bei Gravel-Comeback kein Risiko eingehen
Nur eine Woche vor seinem neuen großen Saisonabschluss-Ziel wird der Paris-Roubaix-Sieger nicht auf Risiko fahren – ein Gravel-Titel ist für seine Laufbahn kein Muss. Als geborener Racer weiß van Aert jedoch, dass der Instinkt übernehmen kann, auch wenn er einen entspannten Ansatz wählt.
„Das Wichtigste heute ist, dass ich Spaß habe“, sagte Van Aert. „Dieses Rennen wird an meiner Karriere nicht viel ändern.“
„Irgendwann setzt sich der Wettkampfinstinkt durch und man will versuchen zu gewinnen.“
Mit Blick auf die Gefahren im Straßenrennen und -training hält er das Hamburger Rennen am Sonntag für riskanter als Gravel. „Heute in Hamburg zu fahren, wäre viel gefährlicher“, sagte er.
Gefahren beim Training und Rennen auf öffentlichen Straßen
„Es gibt immer Risiken, auch wenn man auf öffentlichen Straßen trainieren geht. Ich habe keine Angst, aber ich werde auch keine unnötigen Risiken eingehen.“
Nach der Enttäuschung bei der Tour de France sieht van Aert das Glas halb voll: drei Etappensiege und der Gesamtsieg in Dänemark. Für den Mann von Visma - Lease a Bike zeigt der Trend nach oben, mit Blick auf weitere Etappenerfolge auf den Straßen der Vuelta.
„Die verpasste Tour war natürlich ein Rückschlag“, sagte er. „Ich brauchte etwas Zeit, um wieder auf ein gutes Niveau zu kommen, aber die Tour of Denmark lief besser als erwartet. Seitdem läuft es ebenfalls gut.“