„Wir treten gegen sehr starke Konkurrenten wie van der Poel, Pogačar und Evenepoel an“, doch Lidl–Trek will wieder Monumente gewinnen

Radsport
Donnerstag, 25 Dezember 2025 um 8:15
Lidl-Trek
Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel dominieren die Frühjahrsklassiker seit Jahren nahezu nach Belieben. Dennoch können Team Visma | Lease a Bike und Lidl-Trek mit ihren starken Blöcken realistisch auf große Siege zielen. Letzteres Team entwickelt neben Mads Pedersen eine äußerst starke Generation von Klassikerspezialisten, die in den nächsten Jahren ernsthaft angreifen könnte.
„Seit Jasper Stuyven bei Mailand–Sanremo 2021 haben wir nicht mehr auf der obersten Stufe eines Monuments gestanden. Das ist fast fünf Jahre her“, sagte Lidl-Trek-Sportdirektor Steven de Jongh gegenüber Sporza. „Uns ist natürlich bewusst, dass wir es mit sehr starken Konkurrenten wie Van der Poel, Pogacar und Evenepoel zu tun haben. Aber mit dem Team, das wir aktuell für die Klassiker vorbereiten, sollten wir dieses Ziel definitiv erreichen können.“
Das Team hat in diesem Winter Jasper Stuyven an Soudal - Quick-Step verloren, der bei der Flandern-Rundfahrt dieses Jahr seine beste Form zeigte, ebenso wie Daan Hoole und Alex Kirsch. Dafür rückt eine Gruppe von Fahrern nach, die über enormes Talent und Potenzial verfügt. Zugleich stehen mit extrem starken Anführern die Hierarchien bereits, darunter Jonathan Milan, der in weniger selektiven Kopfsteinpflasterrennen um den Sieg fahren kann.
„Die drei Klassiker, die ihm am besten liegen. Johnnys großer Traum ist Paris–Roubaix. Aber zuerst muss er das Fahren auf dem Pflaster lernen. Auch Mads hatte in den frühen Jahren seiner Karriere Paris–Roubaix im Blick. Er hat jedoch nie gewonnen, weil er ständig sein Material zerstörte“, erklärt de Jongh. „In den vergangenen Jahren war Mads nah dran. Je öfter Johnny Paris–Roubaix fährt, desto besser wird er über das Kopfsteinpflaster kommen.“

Die neue Generation

Das wahre Potenzial des Teams liegt jedoch in der Tiefe, die es vielleicht schon in diesem Frühjahr, sicher aber in den kommenden Jahren entfalten kann. Neben Pedersen und Milan steht Max Walscheid bereit, der in flachen Rennen wie Paris–Roubaix eine Schlüsselrolle spielen kann; dazu kommen Mathias Vacek, Jakob Söderqvist und Albert Philipsen, die in den nächsten Jahren zu großen Siegern werden können.
„Vacek wird [2026] ein siamesischer Zwilling von Mads Pedersen sein. Sie fahren ein ähnliches Programm, mit dem Unterschied, dass Vacek auch das Omloop bestreiten wird. Vacek kann enorm viel von Mads lernen. Er wird sich in den nächsten Jahren schön weiterentwickeln. Wenn Pedersen aufhört, wird Vacek sicher bereit sein, seine Rolle zu übernehmen.“ Vacek, 23, ist der Etabliertere und besser für Rennen mit kurzen Anstiegen geeignet. Seine Zeitfahrstärke macht ihn extrem gefährlich, wenn er sich einmal solo an der Spitze wiederfindet.
Dazu kommt Zeitfahr-Weltmeister U23 Jakob Söderqvist, der trotz seines Wechsels ins WorldTeam erst in diesem Winter bereits mehrere Profisiege eingefahren hat und der – trotz seines Talents gegen die Uhr – als Klassikerspezialist reifen möchte, wie er es beim Medientag des Teams gegenüber Radsportaktuell erklärte.
„Söderqvist wird in dieser Saison immer im Klassiker-Aufgebot stehen. Letztes Jahr hat Söderqvist uns an bestimmten Punkten bereits beeindruckt. Zum Beispiel war er beim Mannschaftszeitfahren der Volta a Valencia unglaublich stark. Und natürlich kam sein U23-WM-Titel im Zeitfahren hinzu. Bergauf zeigt er sehr gute Ansätze, im Zeitfahren ist er ein Phänomen, und er hat bereits hervorragende Lead-outs gefahren.“
Jakob Söderqvist
Söderqvist könnte im kommenden Frühjahr die große Waffe von Lidl-Trek sein
Der Schwede wurde dieses Jahr zudem Zweiter bei Paris–Roubaix U23. Und wer gewann? Kein Geringerer als Teamkollege Albert Philipsen, Geländespezialist und ebenso beeindruckendes Talent. „Albert hat signalisiert, dass er in diesem Jahr die flämischen Klassiker sehr gerne erkunden möchte. Er ist natürlich noch sehr jung, aber ich hoffe, dass er sich in diesen Pflasterrennen zeigt. Philipsen wird die Klassiker vor allem im Schatten von Pedersen, Milan und Vacek erkunden. Das wird in erster Linie in einer Helferrolle sein.“
Neben erfahrenen Domestiques besitzt das Team mit Tim Torn Teutenberg eine weitere mögliche Trumpfkarte, der in einigen kleineren Kopfsteinpflasterrennen und Sprints Freiheiten erhält und ebenfalls ein laufendes Projekt ist: „Tim ist noch sehr jung. Letztes Jahr hat er eine enorme Zahl an Topplatzierungen gesammelt. Er war auch oft dicht am Sieg. Wir hoffen, dass er diese Rennen nun gewinnen kann.“
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