Rund um
Remco Evenepoel entbrannte seit seinem Saisonstart eine intensive Debatte - vor allem wegen seines Auftritts bei der
UAE Tour. Obwohl viele Beobachter das Rennen in den Emiraten kritisch einordneten, sieht
Tom Dumoulin keinen Grund zur Sorge. Der Belgier befinde sich weiterhin auf dem richtigen Weg, um später im Jahr mit Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard um große Siege zu kämpfen.
Evenepoel startete mit zwei souveränen Erfolgen bei der Challenge Mallorca in die Saison und nahm diese Form mit in seine zweite sportliche Heimat, die Comunitat Valenciana. Dort gewann er das Zeitfahren der Rundfahrt sowie die Königsetappe nach Teulada, die mit kurzen, explosiven Anstiegen auf ihn zugeschnitten war. In diesem Terrain präsentierte er sich präzise vorbereitet und auf höchstem Niveau - ein starkes Signal mit Blick auf die Ardennen-Klassiker.
UAE-Tour-Ergebnis nicht entscheidend, sagt Dumoulin
Auf längeren Anstiegen offenbarte die UAE Tour jedoch Defizite. Auf der Etappe zum Jebel Mobrah wirkte es zunächst so, als fehle ihm die nötige Erholung. Insgesamt erlebte er eine schwierige Woche, in der ihm am Ende schlicht das Niveau für den Gesamtsieg fehlte. Besonders deutlich zeigte sich das am Schlussanstieg zum Jebel Hafeet, wo er nur knapp den Sprung in die Top 10 der Gesamtwertung schaffte.
Überstrahlt dieses Resultat dennoch den starken Saisonauftakt von
Red Bull - BORA - hansgrohe? „Die Schlagzeilen waren voll davon, obwohl er die ersten sechs Rennen gewonnen hat. Dann gibt es eine kleine Überschrift - und jetzt ist es fast Weltnachricht. Die Leute fragen sogar, ob die Tour noch machbar ist. Wovon reden wir da?“, fragte Dumoulin im NOS-Podcast.
Formschwankungen sind bei Evenepoel kein neues Phänomen. In den vergangenen Jahren zeigte sich mehrfach, dass seine reine Kletterstärke nicht konstant auf dem Niveau von Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard liegt. Sie resultiert vielmehr aus gezielter Vorbereitung, Höhentrainingslagern und präziser Gewichtskontrolle. 2024 begann er das Criterium du Dauphine stark und gewann eine Etappe, verlor in den Hochgebirgsabschnitten jedoch Zeit und beendete die Rundfahrt auf Gesamtrang sieben. Einen Monat später präsentierte er sich bei der Tour de France nach abgeschlossener Vorbereitung deutlich stabiler und fuhr auf das Podium.
Die UAE Tour legte dennoch Schwachstellen offen. Bei der Tour de France darf er sich in einem Feld dieser Qualität kaum einen schwachen Tag leisten, sonst gerät selbst ein Podiumsplatz in Gefahr. Dumoulin traut Red Bull - BORA - hansgrohe jedoch zu, ihm den nötigen Rückhalt zu geben. „Ich finde, er ist dort als Klassementfahrer besser aufgehoben; er hat besseren Rückhalt und stärkere Helfer um sich. Am Ende muss er im direkten Duell gegen Pogacar und Vingegaard bestehen.“
Welche Lehren bleiben also aus der UAE Tour? Der ehemalige Zeitfahr-Weltmeister misst dem Resultat wenig Gewicht bei. „Dann kann man fragen, ob er für diesen Anstieg gut genug ist, zumal er schon genügend Fehler gemacht hat. Diese UAE Tour bedeutet mir absolut nichts, aber das, was er in den letzten Jahren gezeigt hat, sehr wohl. Er muss bergauf noch einen Schritt machen“, bilanzierte Dumoulin.