Equipo Kern Pharma hat seinen
achtköpfigen Kader für die Vuelta a España 2026 komplettiert. Die dritte Teilnahme der Mannschaft aus Navarra an der spanischen Grand Tour beginnt am Samstag, 22. August, und endet am 13. September. Das Team setzt dabei auf eine Mischung aus Erfahrung, Jugend und Talent – und schickt Fahrer ins Rennen, die auf nahezu jedem Terrain ihre Chancen suchen können.
Inigo Elosegui, Marc Brustenga, Ivan Cobo, Urko Berrade, Ibon Ruiz, Ivan Ramiro Sosa, Diego Uriarte und Mats Wenzel werden drei Wochen lang die Farben von Equipo Kern Pharma vertreten. An der Zielsetzung hat sich nichts geändert: Das Team will das Rennen aktiv mitgestalten, Etappensiege jagen und jenen offensiven Charakter zeigen, mit dem es bereits bei der Vuelta 2024 zu den auffälligsten Mannschaften gehörte.
Urko Berrade kehrt nach seinem Vuelta-Coup von 2024 zurück
Einer der prominentesten Namen im Aufgebot ist Urko Berrade. Zwei Jahre nach dem bislang größten Erfolg seiner Karriere kehrt er zur Vuelta zurück. 2024 hatte er mit seinem spektakulären Etappensieg in Maeztu für einen der Höhepunkte der Rundfahrt aus Sicht von Equipo Kern Pharma gesorgt.
Urko Berrade kehrt zwei Jahre nach seinem spektakulären Etappensieg von Maeztu zur Vuelta a España zurück und zählt zu den Hoffnungsträgern von Equipo Kern Pharma.
Auch diesmal dürfte Berrade vor allem die Fluchtgruppen als aussichtsreichsten Weg zum Erfolg ins Visier nehmen. Seine Kletterstärke und sein ausgeprägter Diesel-Motor machen ihn insbesondere dann gefährlich, wenn ein Rennen zunehmend selektiv wird. Zudem reist Berrade in hervorragender Verfassung an. Nach einem starken Auftritt bei den spanischen Meisterschaften überzeugte er mit bemerkenswerter Konstanz bei mehreren einwöchigen Rundfahrten: Auf Sardinien wurde er Vierter, in Aserbaidschan Sechster und in Okzitanien Achter.
„Ich starte mit einer anderen Denkweise, mir des Niveaus hier voll bewusst, aber in dem Wissen, dass ich wieder konkurrenzfähig bin, wenn ich alles richtig mache.“
Ivan Cobo steht derweil vor seiner ersten Grand Tour und erhält direkt eine wichtige Rolle. Bei Finals, die besonders Puncheuren entgegenkommen, soll der Kantabrier eine der wichtigsten Karten seines Teams sein. Cobo fühlt sich in kleinen Gruppen wohl und verfügt über einen explosiven Antritt.
Ivan Cobo will seine starke Saison 2026 bei der Vuelta krönen
Seine Saison 2026 verlief bislang ausgesprochen erfolgreich. Cobo feierte Sprintsiege beim GP Dodecanese und in Beiras und erhält nun die Gelegenheit, seine starke Form auf der größtmöglichen Bühne unter Beweis zu stellen. Seine Erwartungen formuliert er entsprechend selbstbewusst: „Wir kommen ohne Zweifel und sind überzeugt, dass wir wieder mindestens eine Etappe gewinnen können.“
Auch Inigo Elosegui bestreitet seine erste Grand Tour. Der Baske ist aufgrund seiner Stärke in der Ebene und insbesondere dank seiner inzwischen sieben Jahre Erfahrung als Profi ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.
Elosegui soll als Straßenkapitän fungieren und seine Teamkollegen in den entscheidenden Phasen der einzelnen Etappen führen und unterstützen. Gleichzeitig bekommt er die Freiheit, bei geeigneten Rennsituationen selbst den Sprung in eine Fluchtgruppe zu wagen und seine eigenen Chancen zu suchen.
Ibon Ruiz geht dagegen bereits in seine zweite Grand Tour – und das in voller sportlicher Reife. Der Fahrer aus Vitoria feierte in dieser Saison beim Mercan'Tour Classic seinen ersten Profisieg und konnte sein hohes Leistungsniveau anschließend über weite Teile des Jahres bestätigen.
Seine Resultate unterstreichen diese Konstanz eindrucksvoll: Ruiz wurde Zweiter in Okzitanien, jeweils Fünfter bei der Tour du Jura und auf Sardinien, Neunter in der Türkei sowie 18. bei der Baskenland-Rundfahrt. Als kompletter Fahrer, der auf unterschiedlichen Terrains bestehen kann, macht er aus seinen Ambitionen vor der Vuelta kein Geheimnis: „Ich sehe mich in der Lage, bei der Vuelta eine Etappe zu gewinnen.“
Mats Wenzel bringt Vielseitigkeit für die Fluchtgruppen mit
Ein weiterer wichtiger Faktor im Aufgebot von Equipo Kern Pharma könnte Mats Wenzel werden. Gerade über drei Rennwochen hinweg kann die Vielseitigkeit des Luxemburgers für die Mannschaft besonders wertvoll sein.
Wenzel feierte beim Easter Classic seinen ersten Sieg als Profi und verfügt über ein ausgesprochen komplettes Profil. Er ist stark in der Ebene, kommt solide über mittelschwere Anstiege, besitzt einen guten Endspurt und zeichnet sich zudem durch ausgeprägtes taktisches Gespür aus.
Auch seine weiteren Ergebnisse aus dem Jahr 2026 können sich sehen lassen. Wenzel belegte bei der Fleche du Sud den zweiten Platz, wurde Dritter bei den luxemburgischen Meisterschaften und verpasste bei O Gran Camino nur knapp seinen zweiten Saisonsieg.
Sollte es dagegen zum klassischen Massensprint kommen, ruhen die Hoffnungen vor allem auf Marc Brustenga. Der Katalane ist der schnelle Mann der Mannschaft und bringt die Voraussetzungen mit, um sich auch in hochklassig besetzten Sprints zu behaupten.
Neun Top-10-Platzierungen stehen für Brustenga 2026 bereits zu Buche. Dass er Rennen auch gewinnen kann, bewies er mit seinem Triumph bei der Classic Velox Adelie de Vitre. Seine Geschwindigkeit und Entschlossenheit machen ihn zu einer ernst zu nehmenden Option, wenn eine Vuelta-Etappe in einem Massensprint entschieden wird.
Darüber hinaus ist Brustenga dank seiner Fähigkeiten bei der Positionierung auch an jenen Tagen wertvoll, an denen er nicht selbst um den Sieg sprintet. In solchen Situationen kann er seine Teamkollegen in eine aussichtsreiche Position bringen und damit eine wichtige Rolle für die Mannschaft übernehmen.
Ein besonders ausgeprägtes Gespür für die richtige Fluchtgruppe zählt wiederum zu den größten Stärken von Diego Uriarte. Der Fahrer aus Baranain ist ein klassischer Diesel-Rouleur, der seinem Team zahlreiche taktische Möglichkeiten eröffnet und sich an unterschiedlichste Rennsituationen anpassen kann.
Seine enorme Aktivität in Ausreißergruppen war während der Saison 2026 besonders auffällig. Uriarte hat bereits mehr als 1.500 Kilometer an der Spitze eines Rennens gesammelt und liegt damit weltweit auf Rang sieben der Fahrer mit den meisten Ausreißerkilometern in dieser Saison.
Bei der Vuelta könnte ihn genau dieser offensive Instinkt zu einem der aktivsten Fahrer von Equipo Kern Pharma machen.
Komplettiert wird das achtköpfige Aufgebot von Ivan Ramiro Sosa, der zu den größten Trümpfen der Mannschaft gehört, sobald die Straße steil bergauf führt. Nach einer Verletzung an der Iliakalarterie und der notwendigen Operation hat der kolumbianische Kletterer wieder zu seiner besten Form zurückgefunden.
Seine jüngsten Leistungen geben entsprechend Anlass zu Optimismus. Sosa gewann die Türkei-Rundfahrt mit einer Machtdemonstration am Kiran, holte Silber bei den kolumbianischen Meisterschaften und belegte beim Mercan'Tour Classic hinter seinem Teamkollegen Ibon Ruiz den zweiten Platz. Bei der Classica Terres de l'Ebre wurde er zudem Fünfter.
Die Erinnerung an die Vuelta 2024 dient als Inspiration
Equipo Kern Pharma bestreitet nach seinem Debüt im Jahr 2022 zum dritten Mal die Vuelta a España. Vor allem die Ausgabe 2024 setzte jedoch neue Maßstäbe für die Mannschaft aus Navarra: Mit drei Etappensiegen entwickelte sich das Team zu einem der prägenden Protagonisten der gesamten Rundfahrt.
Zwei Jahre später kehrt Equipo Kern Pharma mit einer veränderten Besetzung, aber derselben Ambition zurück. Die Erfahrung von Berrade, die starke Form von Ruiz, Sosa und Cobo, die Schnelligkeit von Brustenga sowie der ausgeprägte Angriffsgeist von Uriarte und Wenzel ergeben eine achtköpfige Mannschaft, die erneut nach großen Erfolgen greifen will.
General Manager Juanjo Oroz macht deutlich, mit welcher Einstellung sein Team die drei Wochen bestreiten möchte: „Wir versprechen unseren maximalen Einsatz und unsere ganze Hingabe für die Fans. Wir träumen weiter groß, weil wir an uns und unsere Arbeit glauben – und die Vuelta a España ist eine großartige Gelegenheit, das allen zu zeigen.“
Kern-Pharma-Aufgebot für die Vuelta a Espana 2026
| Fahrer | Nationalität |
| Iñigo Elosegui | 🇪🇸 Spanien |
| Marc Brustenga | 🇪🇸 Spanien |
| Iván Cobo | 🇪🇸 Spanien |
| Urko Berrade | 🇪🇸 Spanien |
| Ibon Ruiz | 🇪🇸 Spanien |
| Iván Ramiro Sosa | 🇨🇴 Kolumbien |
| Diego Uriarte | 🇪🇸 Spanien |
| Mats Wenzel | 🇱🇺 Luxemburg |