„Wir setzten unseren Plan perfekt um – bis Tadej einen Platten hatte“ – Politt erklärt verpasste Chance bei Paris–Roubaix

Radsport
Montag, 13 April 2026 um 15:30
TadejPogacar (2)
Für Tadej Pogacar und UAE Team Emirates - XRG war Paris-Roubaix 2026 ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell die Kontrolle auf dem Kopfsteinpflaster entgleiten kann.
Nach Siegen bei Milano-Sanremo und der Flandern-Rundfahrt in diesem Frühjahr kam Pogacar in Compiègne an, auf der Jagd nach dem einen Monument, das seinem Palmarès noch fehlt. Im Ziel in Roubaix blieb ihm erneut Rang zwei, geschlagen von Wout van Aert nach einem brutalen Tag, geprägt von Reifenpannen, Positionskämpfen und hauchdünnen Unterschieden.

Ein Plan, der aufging

Laut Nils Politt hatte UAE Team Emirates - XRG das Rennen genau dort, wo es sein sollte, bevor sich alles drehte. Im Gespräch mit CyclingMagazine verwies der Deutsche auf den Moment, der die gesamte Dynamik kippte: „Eigentlich haben wir unseren Plan sehr gut umgesetzt, bis Tadej einen Platten hatte. Das war für uns natürlich nicht gut. Wir sind zurückgefallen, um ihn wieder nach vorne zu bringen, was enorm viel Energie gekostet hat.“
Dieser eine Vorfall erzwang ein komplettes Umdenken im Rennen, machte aus einer kontrollierten Lage eine reaktive und stellte das Team sofort auf die Verliererstraße.

Energie verbraucht, Momentum verloren

Paris-Roubaix verzeiht Fehler selten ohne Folgen, und Politt machte deutlich, wie teuer die Verfolgung kam. „Wenn Tadej keinen Platten gehabt hätte, hätte sich das Rennen ganz anders entwickeln können“, sagte er.
Es war nicht nur eine Störung des Plans, sondern ein Moment, der das Rennen selbst neu formte und wertvolle Energie in einer kritischen Phase abzog. „Es hat ihn auch viel Kraft gekostet, wieder nach vorne zu kommen“, ergänzte Politt. „Aber so ist der Radsport, so ist Paris-Roubaix.“

Chaos schafft Chancen

Während UAE in die Defensive gedrängt wurde, konnten andere von den unberechenbaren Bedingungen profitieren. Politt selbst räumte ein, dass auch ihm das Glück zur Seite stand. „Ich hatte ein bisschen Glück, dass Mathieu van der Poel einen Platten hatte“, sagte er und erklärte, wie er die Situation nutzte. „So konnte ich mich bei ihm dranhängen und wieder nach vorne fahren.“
Dieser Kontrast trifft den Kern von Roubaix, wo das Pech des einen schnell zur Chance des anderen wird.

Ganz nah dran, aber nicht genug

Trotz der Störung kämpfte sich Pogacar zurück in den Schlagabtausch und wurde in der Schlussphase schließlich Van Aerts engster Verfolger.
Für Politt verstärkte das nur die Frustration über das verpasste Potenzial. „Meine Beine waren auch sehr gut, und ich konnte noch in die Top Ten fahren, womit ich sehr zufrieden bin“, sagte er, nachdem er spät zusammen mit Mike Teunissen attackiert hatte, um sein Ergebnis abzusichern.
„Das habe ich schon früher im Rennen gespürt, und es ist schade, dass man das so früh aufbrauchen muss, aber am Ende konnte ich noch in die Top Ten kommen, und damit bin ich happy. Und Tadejs zweiter Platz bei einem Monument ist natürlich auch sehr gut“, fügte er an und anerkannte das Resultat, auch wenn es hinter den Teamzielen zurückblieb.
Nils Politt bei der Streckenbesichtigung des Pflasters vor Paris-Roubaix 2026
Nils Politt bei der Streckenbesichtigung des Pflasters vor Paris-Roubaix 2026

Wieder ein knappes Scheitern auf dem Pflaster

Für Pogacar fügt das Ergebnis einem bei Paris-Roubaix zunehmend vertrauten Muster ein weiteres Kapitel hinzu.
Nach Platz zwei im Jahr 2025 bewies er erneut, dass er auf Terrain bestehen kann, das einst als ungeeignet für sein Profil galt. Doch wieder verhinderten Umstände, dass er das Rennen vollständig zu seinen Bedingungen diktieren konnte.
In Roubaix können Pläne im Handumdrehen zerfallen. Für UAE Team Emirates - XRG war 2026 eine Erinnerung daran, dass selbst wenn alles passt, noch immer alles schiefgehen kann.
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