Jasper Stuyven ist ein früherer Monument-Sieger, doch 2026 liegt das Niveau deutlich höher als zu seinem Triumph bei Mailand–Sanremo. Umso größer ist der Erfolg, in Paris–Roubaix aufs Podium zu klettern – hinter Wout van Aert und Tadej Pogacar nach einem brutalen Rennen.
„In der Trouée d’Arenberg musste ich extrem tief gehen, um dranzubleiben. In dem Moment hatte ich nicht das Gefühl, in Topform zu sein. Von der Positionierung her ja, aber nicht mit den Beinen“, sagte Stuyven im Ziel. „Ich war etwas hinten und musste drücken, um den Anschluss zu halten. Vor mir stürzte Florian Vermeersch, zum Glück wurde ich nicht mit hineingezogen.“
Stuyven entging in den kritischen Phasen sämtlichem Pech und fand sich nach Arenberg in der Spitzengruppe wieder. Wenn er sitzen blieb und nicht einbrach, war ein respektabler Top-10-Platz bereits sicher. Doch der Kapitän von Soudal – Quick-Step, nach einem starken Auftritt in Flandern vergangene Woche, hatte Beine für mehr.
„Sehr lange dachte ich, ich fliege in jedem Sektor ab, aber ich kam durch und merkte, dass allen die Körner ausgingen.“ Es war ein Ausdauer-Rennen, wie so oft inzwischen, bei dem die Fahrer früh am Limit waren und anschließend die entstandenen Lücken verwalten mussten.
„Als Wout in Orchies attackierte, bin ich explodiert. Danach ging es ums Überleben. Mathieu van der Poel, der zur Gruppe aufschloss, war ebenfalls am Ende seiner Kräfte. Jeder gab alles, und wir konnten in der Nähe bleiben.“
Podium als bestmögliches Ergebnis
Die enge Zusammenarbeit der Gruppe hielt die Verfolger auf Distanz und ließ eine Chance auf den Sieg, doch vorne nahmen Tadej Pogacar und Wout van Aert nie Tempo heraus. „Christophe Laporte hat perfekt abgeriegelt. Hut ab. Das trug sicher dazu bei, dass wir nicht mehr rankamen. Er hat es nicht lästig gemacht, sondern korrekt. Dadurch ist die Kette gerissen.“
Der letzte Podestplatz war weiter offen, im Sprint oder per späten Angriff. Mit Mathieu van der Poel, Mads Pedersen und Christophe Laporte waren die Sprintchancen gering, also setzte der Belgier auf die Attacke.
„Ich habe den Moment gefunden und hatte trotzdem Angst, dass ich noch gestellt werde, aber ein Podium ist sehr schön“, erklärte er nach erfolgreicher Gegenwehr gegen die Verfolger und Rang drei im Ziel.
Es ist erst sein zweites Monument-Podium, aber bereits der elfte Top-10-Platz. „Ich habe in diesen Monumenten oft das Podium verpasst. Dritter statt Vierter oder Fünfter ist ein großer Unterschied. Das ist großartig für mich persönlich und auch schön für unser Team“, schloss er.