Ergebnisse Paris-Roubaix 2026 | Wout Van Aert schlägt Tadej Pogacar und holt Monument-Sieg – Mathieu van der Poel schrammt am Podium vorbei

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 12 April 2026 um 16:34
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Wout van Aert hat es geschafft: Nach Jahren vergeblicher Anläufe gewann der Fahrer des Teams Visma - Lease a Bike endlich ein Kopfsteinpflaster-Monument. Paris–Roubaix 2026 entwickelte sich zu einem der dramatischsten Rennen der jüngeren Vergangenheit – geprägt von folgenschweren Defekten bei Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel, ihren eindrucksvollen Comebacks und einem packenden Finale auf der Bahn von Roubaix, in dem Van Aert Pogacar im Sprint bezwang.
Das Rennen begann mit einem rund 100 Kilometer langen Flachabschnitt, auf dem zahlreiche Fahrer versuchten, sich in einer frühen Fluchtgruppe zu etablieren. Paris–Roubaix ist traditionell ein taktisch geprägtes Rennen mit permanent hohem Stressniveau, in dem Stürze jederzeit drohen. Wer Risiken vermeiden will, bemüht sich früh um eine Position an der Spitze vor den ersten Pavé-Sektoren.

Hohes Tempo verhindert frühe Flucht – Pogacar früh zurückgeworfen

An diesem Sonntagnachmittag gelang es jedoch keinem Fahrer, sich entscheidend abzusetzen. Der permanente Kampf um die Bildung einer Spitzengruppe neutralisierte alle Attacken. Das Tempo bis zum ersten Sektor lag bei beeindruckenden 54 km/h, ehe ein Vollgas-Lead-out nach Troisvilles folgte. Erst danach beruhigte sich das Rennen etwas. UAE forcierte immer wieder das Tempo in den Sektoren, während vor jeder Einfahrt in die Kopfsteinpflasterpassagen intensive Positionskämpfe entbrannten.
Wout Van Aert sprintet im Vélodrome von Roubaix zum ersten Kopfsteinpflaster-Monument seiner Karriere
Wout Van Aert sprintet im Vélodrome von Roubaix zum ersten Kopfsteinpflaster-Monument seiner Karriere
Mads Pedersen und Wout Van Aert mussten zwischenzeitlich kleinere Defekte hinnehmen und ihre Räder wechseln, konnten den Anschluss jedoch problemlos wieder herstellen. Das hohe Tempo von UAE mit dem Ziel, die Konkurrenz früh zu zermürben, sorgte zwar für eine Selektion im Feld, doch alle Favoriten blieben zunächst vorn. Uno-X und Unibet führten das zweite Feld an, ehe das Rennen endgültig explodierte: Rund 120 Kilometer vor dem Ziel erlitt Tadej Pogacar einen Plattfuß. Der Weltmeister musste auf ein neutrales Rad wechseln, während ein kurzer Stau das zweite Feld nahezu zum Stillstand brachte.
Doch damit waren die Schwierigkeiten für den Slowenen noch nicht beendet. Erst nach mehreren Minuten konnte er wieder auf sein eigenes Rad zurückwechseln. António Morgado, Mikkel Bjerg und Nils Politt arbeiteten anschließend für das Regenbogentrikot und brachten ihn bis Haveluy wieder bis auf 20 Sekunden an das Feld heran. Danach musste Pogacar über mehrere Kilometer selbst nachführen, investierte wertvolle Kräfte und verlor damit die Möglichkeit, früh offensiv zu agieren.
In Haveluy verschärfte Mathieu van der Poel das Tempo im Peloton und sprengte das Feld, doch vor der Trouée d’Arenberg lief alles wieder zusammen. Pogacar kehrte, unterstützt von Florian Vermeersch, rechtzeitig in die Spitzengruppe zurück. Team Visma - Lease a Bike führte in den Arenberg-Wald hinein, wo Wout Van Aert die Spitze übernahm.

Van der Poel zweimal gestoppt – Rennentscheidung formt sich früh

Erneut bestimmte das Chaos das Renngeschehen, als Mathieu van der Poel in der Trouée d’Arenberg einen Plattfuß erlitt. Beim Team Alpecin-Deceuninck kam es zu Verwirrung: Jasper Philipsen stellte seinem Kapitän zunächst sein Rad zur Verfügung, doch die Pedale passten nicht. Philipsen setzte seine Fahrt fort, während van der Poel zu seinem eigenen Rad zurücklaufen musste. Dort tauschte Tibor del Grosso eigenhändig das Laufrad. Van der Poel setzte das Rennen mit rund 1:30 Minuten Rückstand auf die Spitze fort, ehe ein zweiter Defekt am Ende des Sektors weitere 30 Sekunden kostete.
An der Spitze formierte sich derweil eine Gruppe mit Wout Van Aert, Christophe Laporte, Mads Pedersen, Tadej Pogacar, Stefan Bissegger, Laurence Pithie und Jasper Stuyven. Kurz darauf schlossen Filippo Ganna und Jordi Meeus von hinten auf. Van der Poel erhielt zunächst Unterstützung von seinen Teamkollegen und verkürzte den Rückstand, musste anschließend jedoch viel Eigenarbeit leisten und arbeitete sich über mehrere Gruppen wieder nach vorn.
Schließlich profitierte er von der Unterstützung durch INEOS und Filippo Ganna, der zwischenzeitlich ebenfalls einen Plattfuß erlitten hatte. Rund 72 Kilometer vor dem Ziel wechselte zunächst Pogacar erneut das Rad, kurz darauf auch Van Aert. Der Belgier erhielt Hilfe von den zurückgefallenen Fahrern Laurence Pithie und Jordi Meeus und kehrte so wieder an die Spitze zurück.
Auf Mons-en-Pévèle griff Van Aert unmittelbar vor dem Sektor an, Pogacar schloss gemeinsam mit Mads Pedersen auf. Als der Weltmeister anschließend die Führung übernahm, musste Pedersen abreißen lassen – das Spitzenduo war nun allein unterwegs. Dahinter ließ van der Poel Filippo Ganna stehen, der später erneut einen Plattfuß erlitt und stürzte, und schloss gemeinsam mit Mick van Dijke zur Verfolgergruppe auf. Auch Mads Pedersen fand dort wieder Anschluss, konnte jedoch nicht mehr nach vorn aufschließen. Rund 40 Kilometer vor dem Ziel betrug der Rückstand stabil etwa 30 Sekunden. Trotz mehrerer Attacken in beiden Gruppen blieb der Abstand bis ins Finale nahezu unverändert – ein Zeichen ausgeglichener Kräfteverhältnisse.
Der Kampf um die Podiumsplätze in der Verfolgergruppe begann in den letzten drei Kilometern mit Angriffen von Mick van Dijke und später Jasper Stuyven. An der Spitze erreichten Van Aert und Pogacar gemeinsam das Vélodrome, mit Pogacar zunächst an der Spitze des Duos.
Im finalen Sprint aus langsamer Fahrt setzte sich Wout Van Aert schließlich gegen Tadej Pogacar durch. Hinter dem Sieger fuhr Jasper Stuyven auf Rang drei, knapp vor Mathieu van der Poel, der den Sprint der Verfolgergruppe für sich entschied.
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