Die Vuelta a España 2026 beginnt an diesem Samstag mit einem Auftaktzeitfahren durch die Straßen von Monaco. Topfavorit auf den Gesamtsieg ist Tadej Pogacar, doch viele Fahrer peilen eigene Meilensteine an: Wertungstrikots, Etappensiege oder ein Spitzenresultat nach drei Wochen.
Pedersen peilt viele Siege an
Ein besonders spannendes Duell dürfte zwischen dem Visma-Duo Van Aert–Brennan und
Mads Pedersen um das grüne Trikot entbrennen. Der Lidl-Trek-Profi kommt von einer erfolgreichen Tour de France, bei der er nicht nur das Grüne Trikot gewann, sondern auch eine Etappe.
Für die anstehende Vuelta will er den Fokus stärker auf Siege legen und weniger auf die „harte Arbeit“, mit täglichen Fluchtgruppen Sprintverluste auszugleichen.
„Wie viele Etappen mir liegen? Ich habe die Strecke noch nicht im Detail studiert, aber ich denke, es gibt fünf bis sieben Chancen. Einige davon werden allerdings sehr schwer, weil es harte Etappen sind. Dann brauche ich die Kletterbeine, die ich in der Schlusswoche der Tour hatte“, analysiert Pedersen mit einer Portion Optimismus den Vuelta-Parcours.
Theoretisch könnte der starke Allrounder zwei Wochen nach der Vuelta Dänemarks Trumpfkarte für die Weltmeisterschaften in Montreal sein. Pedersen winkt jedoch ab, dass er den hügeligen Kurs in Montreal gezielt als Chance auf sein zweites Regenbogentrikot anpeilt.
Mads Pedersen won the points classification at the Tour de France
„Der Kurs in Kanada ist für mich ein bisschen zu schwer. Ich nutze die Vuelta also nicht zur WM-Vorbereitung. Ich bin hier, um auf Etappensiege zu fahren, und dann sehen wir, ob ich für die Weltmeisterschaften nominiert werde und wie meine Form ist.“
Lidl-Trek bringt für die Vuelta allerdings mindestens zwei Asse. Noch ambitionierter als Pedersen wirkt sein Landsmann
Mattias Skjelmose – ebenfalls Starter bei der Tour de France 2026.
Als Helfer hinter Juan Ayuso gestartet, zeigte Skjelmose über drei Wochen die größere Konstanz und beendete die Tour als Gesamtsechster. Das ist eine solide Basis für einen Angriff aufs Vuelta-Podium – so hofft Skjelmose, der seinen fünften Platz von vor zwei Jahren verbessern will.
„Ich hoffe, es besser zu machen als mit meinem fünften Platz 2024. Aber ich weiß nicht, was realistisch ist, weil ich zum ersten Mal zwei Grand Tours in einem Jahr fahre. Das ist Neuland. Seit der Tour hatte ich jedoch ein paar sehr gute Trainingsblöcke in Südspanien.“
Gall weiß, was zu tun ist
Im Kampf ums Schluss-Podium trifft Skjelmose auf mehrere starke Gegner. Vize des Giro d’Italia 2026,
Felix Gall, dürfte der eindrucksvollste sein. Der Österreicher zeigte in dieser Saison kaum Schwächen, alles andere als das Podium in Granada wäre eine Enttäuschung.
Der Decathlon CMA CGM-Profi gibt den Gesamtsieg nicht auf, räumt aber ein, dass Pogacar kein normaler Maßstab ist und ein fairer Schlagabtausch kaum zu gewinnen sein wird.
„Wenn Pogacar startet, ist es unmöglich zu gewinnen. Er wird vom Tour-Stress wohl etwas müde sein, denn er ist auch nur ein Mensch, aber bei 95 Prozent schlägt er uns noch immer. Pogacar muss das Rennen tragen, dadurch ändert sich für mich etwas.“
Felix Gall, Jonas Vingegaard and Jai Hindley on the final podium of the 2026 Giro d'Italia
Realistisch peilt Gall daher den ersten Platz „unter den Menschen“ an – gemeint ist Rang zwei, wenn Tadej Pogacar am Start steht.
„Wenn ich wie beim Giro Zweiter werden kann, wäre ich sehr glücklich. Dieses Resultat hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, auch wenn es hohe Erwartungen weckt. Das Positive überwiegt. Wenn ich auch bei der Vuelta aufs Podium fahre, habe ich eine sehr gute Saison gehabt.“