Alberto Contador erwartet, dass die
18. Etappe des Giro d’Italia 2026 erneut ein heftiges Ausreißerduell liefert, und warnt als früherer Grand-Tour-Sieger, dass der Weg nach Pieve di Soligo deutlich komplizierter sein könnte, als das Profil vermuten lässt.
Nachdem Michael Valgren die 17. Etappe in Andalo aus der Gruppe gewann, steht dem Giro nun ein ganz anderer Tag bevor. Die 18. Etappe führt von Fai della Paganella nach Pieve di Soligo, mit nur zwei kategorisierten Anstiegen auf der Strecke, doch der späte Muro di Ca del Poggio verleiht dem Finale eine scharfe Spitze.
Contador warnt vor Etappe 18 und dem Muro di Ca del Poggio
Der Anstieg, 1,1 Kilometer mit 12,3%, liegt nur 9,3 Kilometer vor dem Ziel und könnte zum entscheidenden Punkt der Etappe werden. Kurz genug, um schnelle Finisher und ihre Teams zu locken, aber hart genug, um eine reduzierte Gruppe zu spalten oder eine späte Attacke zu tragen, falls die Ausreißer durchkommen.
Contador glaubt, dass diese Spannung den gesamten Tag prägen kann. „Eine neue Giro-Etappe steht bevor, sie wird sehr lebhaft, mit 171 Kilometern und Ziel in Pieve di Soligo“,
sagte die spanische Grand-Tour-Ikone bei Eurosport. „Es gibt nur zwei Bergschwierigkeiten, einen Anstieg der 3. Kategorie und einen der 4. Kategorie nahe dem Ziel, sowie einen Zwischensprint, der recht weit vor dem Ende liegt.“
Narváez’ Kampf um Punkte erhöht die Spannung
Eine der großen Fragen ist, ob
Jhonatan Narváez erneut die Flucht sucht. Der UAE Team Emirates - XRG-Profi übernahm auf der 17. Etappe das Punktetrikot, nachdem er beim Zwischensprint die Maximalpunktzahl holte, auch wenn ihm der Etappensieg entging.
Da
Paul Magnier im Klassement dicht dran bleibt und die Schlussetappe in Rom voraussichtlich den Sprintern liegt, könnte Narváez vor der Ankunft in der Hauptstadt weiter Punkte sammeln müssen. Die 18. Etappe bietet diese Möglichkeit, birgt aber auch das Risiko eines weiteren kräftezehrenden Kampfs um die Gruppe.
Contador erwartet, dass dieses Duell die Etappe prägen wird. „Wir werden den Kampf darum sehen, ob Narváez in die Ausreißergruppe kommt oder nicht, und für mich ist es wieder ein Tag für die Ausreißer“, sagte er. „Aber eine sehr hart umkämpfte Flucht, weil es nicht wirklich viele Anstiege gibt und dadurch ein Team mit schnellen Männern versuchen könnte, zu kontrollieren.“
Genau dort wird die 18. Etappe schwer vorherzusagen. Sie sieht nach einem Tag für Ausreißer aus, ist aber nicht bergig genug, um die schnellen Fahrer automatisch auszuschließen. Teams mit schnellen Finishern könnten genügend Chancen sehen, das Rennen in Reichweite zu halten, besonders wenn die Gruppe nicht harmoniert oder sich zu spät formiert.
Paul Magnier gewinnt den Sprint auf der 17. Etappe des Giro d’Italia 2026
Muro di Ca del Poggio könnte die Etappe entscheiden
Die letzten 10 Kilometer geben der Etappe ihren Biss. Der Muro di Ca del Poggio ist nicht lang, doch seine Steigung und Lage machen ihn zum natürlichen Katapult für späte Attacken.
Erreicht die Ausreißergruppe diesen Punkt mit einem brauchbaren Vorsprung, könnte der Anstieg entscheiden, wer die Beine für den Sieg hat. Ist das Peloton noch in Schlagdistanz, wird er zum Prüfstein, an dem die schnellen Männer entweder geschützt oder entblößt werden.
Contador rechnet zudem damit, dass viele Fahrer diese Etappe als Chance markiert haben. „Es gibt viele Fahrer mit einem Kreuz auf dieser Etappe, daher wird es ordentlich Spannung zwischen den schnellen Männern und der Flucht geben“, sagte er.
Für Jonas Vingegaard und die GK-Favoriten wird die Etappe wohl kaum große Angriffe bringen, es sei denn, das Rennen wird unerwartet chaotisch. Der Däne kontrolliert weiterhin souverän die Maglia Rosa, und mit härteren Bergetappen in Aussicht dürfte Team Visma | Lease a Bike erneut bereit sein, die richtige Gruppe ziehen zu lassen.
Für alle anderen könnte die 18. Etappe eine der letzten realistischen Chancen vor den finalen Bergprüfungen des Giro sein. Contadors Fazit ist eindeutig: Das Profil wirkt handhabbar, doch der Kampf um die Kontrolle könnte alles andere als das sein.