„Nach dem Blockhaus ging alles den Bach runter“: Giulio Pellizzari rückt nach geplatzten Giro-Gesamtwertungshoffnungen in die Helferrolle

Radsport
Donnerstag, 28 Mai 2026 um 6:00
GirodItalia2026 GiulioPellizzari 2
Die hohen Gesamtklassement-Hoffnungen von Giulio Pellizzari beim Giro d'Italia sind offiziell verpufft. Nach einem Mageninfekt in der ersten Woche, der seine Ambitionen zunächst ausbremste, fiel der junge Kletterer von Red Bull-BORA-hansgrohe auf Etappe 16 völlig zurück und wurde auf Etappe 17 früh abgehängt. Dennoch bleibt der Italiener gelassen und richtet seinen Fokus nun darauf, Teamkollege Jai Hindley im Kampf ums Podium zu unterstützen.

„Ich hatte einfach keine Beine, nichts Besonderes“

Pellizzari ging mit großen Zielen in diesen Giro, nachdem er bei der Giro d’Italia 2025 Gesamtrang sechs belegt und später in der Saison bei der Vuelta a España ebenfalls Platz sechs sowie einen spektakulären Etappensieg eingefahren hatte. Diesmal wollte es jedoch nicht zusammenlaufen. Ein Magen-Darm-Infekt gegen Ende der ersten Woche kostete ihn Zeit, und alle Hoffnungen auf ein Comeback in Woche zwei zerplatzten auf Etappe 16.
„Ich hatte einfach keine Beine, nichts Besonderes“, erklärte Pellizzari vor Etappe 17. „Ich weiß nicht, ob ich mich immer noch von den Problemen der ersten Woche erhole. Eigentlich dachte ich, das läge hinter mir, vor allem nach den zwei Tagen direkt vor dem zweiten Ruhetag. Aber ich will keine Ausreden suchen, ich hatte einfach nicht die Beine.“
Im größeren Kontext bewahrt der 22-Jährige eine reife Perspektive auf den Rückschlag. „Nach dem Giro werden wir Zeit haben, alles zu analysieren und herauszufinden, was wir für die kommenden Jahre besser machen können. Und der Giro ist ja noch nicht vorbei, oder? Ich will der Mannschaft etwas zurückgeben, weil sie so viel für mich getan hat.“
„Wir waren nach Etappe 14 sehr optimistisch, weil er dort seine Probleme im Griff hatte. Wir waren auch zuversichtlich, dass er nach dem Ruhetag wieder voll da sein würde, und waren ein wenig überrascht, dass das heute nicht der Fall war. Jetzt müssen wir eben mit den Konsequenzen leben“, sagte Red Bull - BORA - hansgrohe Sportdirektor Christian Pömer in einem Interview mit RAI vor Etappe 17.
Giro d'Italia 2026: Jai Hindley und Giulio Pellizzari
Jai Hindley und Giulio Pellizzari beim Giro d'Italia 2026

Volle Unterstützung für Jai Hindley

Pellizzaris Wille, sich beim Team zu revanchieren, zeigte sich im hektischen Beginn von Etappe 17, als er bereits nach 60 Kilometern den Anschluss verlor. Ob es eine taktische Entscheidung war, Kräfte für die kommenden Bergetappen zu sparen, oder reine Erschöpfung, bleibt offen, doch der Italiener hat seine neue Rolle offenbar angenommen.
„Ich bin entspannt und glücklich, auch wenn nach dem Blockhaus alles in den ‚Arsch‘ gegangen ist“, sagte er vor dem Start. „Das ist jetzt Vergangenheit. Ich werde die letzten Tage des Giro einfach genießen.“
Mit Jonas Vingegaard, der die Maglia Rosa souverän kontrolliert, freut sich Pellizzari darauf, im chaotischen Kampf direkt hinter dem Dänen eine wichtige Rolle zu spielen. „Jai und ich sind Freunde, und jetzt, wo ich aus dem GK raus bin, will ich ihm wirklich helfen“, so Pellizzari. „Wir müssen nicht zu sehr auf Jonas schauen, dahinter gibt es einen schönen Kampf zwischen Arensman, Gall und Jai. Jai wird immer besser, also gehen wir aufs Podium.“
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