„Verdient ernsthafte Prüfung“ – CPA gibt Stellungnahme zu nächtlichen Dopingkontrollen bei Pogačar und Vingegaard ab

Radsport
Dienstag, 21 Juli 2026 um 10:45
Tadej Pogacar and Jonas Vingegaard
Die Cyclistes Professionnels Associés (CPA) haben die nächtlichen Kontrollen der International Testing Agency (ITA) bei Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard während der Tour de France hinterfragt, nachdem die Rivalen in der Nacht auf Sonntag nach Etappe 14 um 5:00 Uhr bzw. 2:00 Uhr für Tests geweckt wurden.
L'Équipe berichtete, dass ein Richter die nächtlichen Tests bei Vingegaard und Pogacar genehmigt habe. Eine Richterin für Freiheits- und Haftfragen (JLD) am Pariser Justizgericht traf die Entscheidung nach einer Anfrage der ITA. Laut Bericht ist dies die erste Anwendung von Regelungen, die 2015 in das französische Recht aufgenommen wurden.
Die Richterin muss gemäß Sportgesetz prüfen, ob „schwerwiegende und stimmige Verdachtsmomente“ bestehen, dass die betroffenen Fahrer gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben oder dies könnten. Zudem ist ein „Risiko des Beweisverlusts“ festzustellen.
Als Reaktion auf die nächtlichen Tests stellte die Fahrergewerkschaft die Relevanz des Verfahrens infrage und verwies auf die Auswirkungen auf die körperliche Regeneration während des Rennens.
„Nächtliche Tests werfen Fragen nach ihrer Sinnhaftigkeit auf: Den Schlaf mitten in der Nacht für Kontrollen zu unterbrechen, bedarf nun ernsthafter Überprüfung“, heißt es in der CPA-Erklärung.

CPA-Erklärung zu Dopingtests

„Die Tour de France ist ein Wettbewerb, der außergewöhnliche körperliche Leistungen verlangt. Schlafqualität und Regeneration sind nicht nur für die Performance, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit der Fahrer essenziell.
Es ist offensichtlich, dass diese Praxis die Erholung der Athleten während des wichtigsten und härtesten Rennens im globalen Kalender beeinträchtigt und den beabsichtigten Zielen zuwiderläuft.“
Bei aller Betonung der Bedeutung von Anti-Doping-Kontrollen forderte die Erklärung, stärker in wissenschaftliche Forschung und Nachweistechnologien zu investieren.
Weiter heißt es: „Der Radsport trägt rund 10 Millionen Euro zur Finanzierung des Kampfes gegen Doping innerhalb der International Testing Agency (ITA) für die Probenahme und -analyse bei, während die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Durchschnitt lediglich 5 Millionen Dollar pro Jahr über alle Sportarten hinweg für Grundlagenforschung ausgibt, um neue Methoden zur Aufdeckung und Identifizierung neuer Dopingstoffe zu entwickeln.
Wäre es daher nicht angemessener, stärker in wissenschaftliche Forschung und Detektionstechnologien zu investieren, anstatt die Zahl besonders eingreifender unangekündigter Tests zu erhöhen?“
Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar nebeneinander bei der Tour de France 2026
Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar bei der Tour de France 2026

CPA fordert Fairness und Klarheit zum Verfahren

Ohne die Notwendigkeit von Dopingtests infrage zu stellen, verlangte die Gewerkschaft Fairness und mehr Transparenz im Anti-Doping-Kampf.
„Unser Ziel ist es nicht, den Kampf gegen Doping infrage zu stellen – ganz im Gegenteil. Wir wollen, dass er immer wirkungsvoller, zielgerichteter und effizienter wahre Betrüger identifiziert, dabei aber stets die Grundrechte, die Gesundheit und die Erholungsbedingungen der Athleten respektiert“, so die Erklärung.
„Wir wollen zudem sicherstellen, dass sportliche Fairness unter den Athleten gewahrt bleibt und alle eine adäquate Regeneration erhalten, wohingegen diese gezielten und körperlich belastenden Tests dies im Gegenteil behindern.
Darüber hinaus hofft die CPA, dass alle Beteiligten zusammenkommen, um die bestehenden Prozesse zu klären und unter anderem sicherzustellen, dass die durchgeführten Tests in einem strikten rechtlichen Rahmen erfolgen.
Ein wirksamer Kampf gegen Doping ist essenziell. Ein intelligenter Kampf gegen Doping ist ebenso essenziell.“
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