Nike rückt der Rückkehr in eine führende Rolle im Profiradsport näher. Nach mehr als einem Jahrzehnt fern des Pelotons hat der US-Konzern seine Präsenz über Vereinbarungen mit Teams, Fahrerinnen und Fahrern sowie Spezialherstellern ausgebaut und signalisiert damit eine schrittweise Rückkehr in den Sport.
Zwar gibt es noch keine Bestätigung für ein Titelsponsoring oder die Produktion von Renntrikots, doch das Engagement im Radsport wächst von Saison zu Saison. Das bestätigte Kieran Ronan, Leiter von
Nikes Radsportprojekt, der jede Option für die Zukunft offenließ. „Alles liegt auf dem Tisch.“
Nike war eine der prägendsten Marken
im Radsport während der Ära von US Postal, RadioShack und Lance Armstrong und lieferte von 1996 bis 2011 das ikonische Gelbe Trikot der Tour de France. Nach dem Doping-Skandal um Armstrong zog sich der US-Konzern jedoch aus dem Sport zurück und hielt seither nur noch eine symbolische Präsenz im Profipeloton.
Nun setzt die Strategie auf eine schrittweise Rückkehr, die Marke wieder aufzubauen, ohne sofort als Titelsponsor eines Teams aufzutreten. Der erste Schritt erfolgte über individuelle Kooperationen. Mark Cavendish trug in seinen letzten Profijahren, einschließlich seiner letzten Tour de France, Schuhe von Nike.
Später folgte ein Vertrag mit Demi Vollering, noch vor ihrem Wechsel zu FDJ-SUEZ, einem Team, das aktuell abseits des Rads Nike-Freizeitbekleidung nutzt.
Visma - Lease a Bike verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Seit 2025 trägt die niederländische Mannschaft Nike-Bekleidung auf Reisen und bei offiziellen Terminen, 2026 wurde die Vereinbarung auf das Schuhwerk ausgeweitet, das die Fahrer sowohl bei Auftritten als auch in Rennen tragen.
Visma - Lease a Bike, 2026.
Kehrt Nike als Titelsponsor zurück?
Der bedeutendste Schritt dieser neuen Phase ist die Partnerschaft mit Nimbl, dem italienischen Hersteller von High-Performance-Schuhen, der bereits mehr als 190 WorldTour-Profis ausstattet.
Die Zusammenarbeit brachte die Étoile-Kollektion hervor, entwickelt auf der Exceed-Plattform und inspiriert von den Anforderungen des Profiradsports. Fahrer von Visma - Lease a Bike, darunter Victor Campenaerts, brachten ihr Know-how ein, um das Produkt zu verfeinern.
Diese Allianz erlaubt Nike den vollen Einstieg in den Markt für technische Radschuhe, ohne eine eigene Linie von Wettkampfschuhen komplett neu aufbauen zu müssen.
Aktuell stattet Nike kein Team im Rennen aus und hat kein großes WorldTour-Sponsoring angekündigt. Doch die Reihe an Vereinbarungen mit Fahrerinnen, Fahrern, Teams und Spezialherstellern zeigt, dass das Unternehmen in einem Sport, in dem es jahrelang Maßstäbe setzte, wieder an Bedeutung gewinnen will.
Die Marke selbst schließt den nächsten Schritt nicht aus. Das Sponsoring einer Profistruktur, das Design von Rennkits oder eine Ausweitung des technischen Equipments bleiben Optionen.
Vorläufig setzt Nike auf Fortschritte in kleinen Schritten. Die Botschaft ist jedoch klar: Die Rückkehr in den Profiradsport läuft, und die Aussicht, im Peloton wieder eine prominente Rolle einzunehmen, ist so lebendig wie seit Jahren nicht.