Ein Richter hat Berichten zufolge die nächtlichen Tests bei
Jonas Vingegaard und Tadej Pogačar bei der
Tour de France 2026 genehmigt. Die Gesamtwertungsspitzen wurden in der Nacht geweckt, um sich am Samstag Dopingkontrollen zu unterziehen, wodurch ihre Vorbereitung auf die Etappe 15 am Sonntag gestört wurde.
Vingegaard wurde um 2:00 Uhr geweckt, Pogačar um 5:00 Uhr – in dem bei der Rundfahrt erlaubten Zeitfenster zwischen 23:00 und 6:00 Uhr. Am Morgen äußerten mehrere Fahrer und Teamkollegen der beiden deutliche Kritik an der Art und Weise der Kontrollen.
Visma | Lease a Bike-CEO Richard Plugge betonte die Bedeutung von Tests, doch Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson zeigte sich verärgert und protestierte scharf gegen das Vorgehen. Pogačar fand derweil nicht mehr in den Schlaf, kochte Kaffee und hörte Musik
früher als geplant.L’Équipe berichtet, dass die Tests von einem Richter für Freiheits- und Haftfragen (JLD) am Pariser Justizgericht nach Kontaktaufnahme durch die International Testing Agency (ITA) genehmigt wurden. Dem Bericht zufolge handelt es sich um die erste Anwendung von Bestimmungen, die 2015 in das französische Recht aufgenommen wurden.
Der Richter muss dem Sportgesetz zufolge prüfen, ob „ernsthafte und übereinstimmende Verdachtsmomente“ bestehen, dass die betreffenden Fahrer gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben oder dies tun könnten. Zudem muss er ein „Risiko des Beweisverlusts“ feststellen.
Stellungnahme zu den Tests bei Pogačar und Vingegaard
„Wie üblich vor der Tour de France stehen die Abteilungen für öffentliche Gesundheit der Justizgerichte Paris und Marseille, die in Dopingfragen zuständig sind, mit der UCI (Union Cycliste Internationale) und der ITA in Kontakt“, heißt es in einer an L’Équipe übermittelten Erklärung.
Weiter: „Die Richter dieser beiden Gerichte haben eine parallele Zuständigkeit, über Anträge auf nächtliche Dopingtests zu entscheiden. Ein Richter für Freiheits- und Haftfragen in Paris wurde daher gemäß Artikel L.232-14-4 des französischen Sportgesetzbuchs von der ITA kontaktiert, um die in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli durchgeführten Dopingkontrollen zu genehmigen.“
Das rechtliche Verfahren für solche Tests ähnelt in Frankreich dem einer Hausdurchsuchung im Strafrecht.
Zum Zeitpunkt der Kontrolle führte Tadej Pogačar das Gelbe Trikot mit 4:30 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard. Vingegaard stürzte jedoch auf Etappe 15, brach sich das Schlüsselbein und musste das Rennen verlassen.