Ein Fahrrad mit einem Stück Tour-de-France-Geschichte hat für mehrere tausend Euro den Besitzer gewechselt. Es handelt sich um eines der Räder, die
Tadej Pogacar bei der Ausgabe 2023 fuhr – jenem Rennen, das den Slowenen erneut gegen Jonas Vingegaard in einem der denkwürdigsten Duelle der letzten Jahre stellte.
Das Stück, wie vom
Fachpodcast Escapa berichtet, wurde versteigert, der Erlös geht vollständig an wohltätige Zwecke. Sämtliche Mittel fließen an das Japanische Rote Kreuz, das sie seinem Hilfsprogramm für die vom Erdbeben in Kumamoto Betroffenen zuweist.
Jenseits seines Geldwerts ruft das Rad eines der intensivsten Kapitel in Pogacars Tour-Laufbahn wach. Der
UAE Team Emirates-Profi kam nach einem Handgelenksbruch bei Lüttich–Bastogne–Lüttich zur Frankreich-Rundfahrt und traf auf eine Ausgabe, die von seinem unablässigen Duell mit Vingegaard geprägt war.
Der Slowene wurde Gesamtzweiter, holte zwei Etappensiege und eroberte zum vierten Mal in Serie das Weiße Trikot des besten Jungprofis. Diese Tour lieferte auch einige der ikonischsten Bilder seiner Karriere – von seinem Triumph in Cauterets-Cambasque bis zu seinem Einbruch am Col de la Loze.
Tadej Pogacar reaparece Tadej Pogacar reaparece tras su caída en La Vuelta su caída en La Vuelta
Ein Fahrrad, verknüpft mit einem der großen Tour-Duelle
Der Wert der Maschine steigt gerade deshalb, weil sie Pogacar in diesem Kampf um Gelb begleitete. Auch wenn Vingegaard die Gesamtwertung fixierte, blieb der Slowene über weite Strecken sein schärfster Rivale und lieferte mehrere der prägenden Momente der drei Wochen.
Dazu zählten sein Sieg in Cauterets-Cambasque, wo Pogacar Zeit auf den Dänen gutmachte, und die Episode am Col de la Loze. Dort, völlig am Limit, funkte der Slowene sein inzwischen berühmtes „Ich bin weg, ich bin tot“ – ein Satz, der die Strapazen eines der entscheidenden Tage dieser Ausgabe auf den Punkt brachte.
Pogacar fing sich in den folgenden Tagen teilweise und schloss die Tour mit einem weiteren Sieg auf der vorletzten Etappe nach Le Markstein ab. Er beendete ein Rennen, in dem er, trotz verpasstem Gelb, erneut seine Fähigkeit zeigte, bis zuletzt zu kämpfen.
Bike für einen guten Zweck
Nun steht dieses Fahrrad fern der französischen Straßen wieder im Rampenlicht. Das Interesse von Fans und Sammlern an Rädern führender Protagonisten hat solche Stücke zu begehrten Sammlerobjekten gemacht – besonders, wenn sie an konkrete Rennen und Momente geknüpft sind.
In diesem Fall trifft die historische Dimension auf einen karitativen Zweck. Das durch die Auktion erzielte Geld kommt über das Japanische Rote Kreuz den vom Erdbeben in Kumamoto Betroffenen zugute.
Ein Fahrrad, das Teil eines der großen jüngeren Tour-Duelle war, dient nun einer Sache, die weit über den Sport hinausreicht.