UAE Team Emirates - XRG wird in der Saison 2026 von Verletzungen geplagt. Das verändert die Tour-de-France-Pläne, mehrere Fahrer rotieren dadurch in und aus dem Aufgebot. Die große Frage lautet: Wer sind aktuell die sieben Helfer für
Tadej Pogacar?
Im Dezember stellte das Team seine Hauptpläne für 2026 an einem dicht gefüllten Medientag im Four Points by Sheraton vor. Während Größen wie Tadej Pogacar, Isaac del Toro und João Almeida ihren Kalender im voll besetzten Konferenzsaal selbst präsentierten, wurden im Laufe der Stunden in der Lounge die restlichen Programme des Teams geteilt.
RadsportAktuell berichtete zuerst über die sieben vorgesehenen Fahrer für den Giro d’Italia: João Almeida, António Morgado, Adam Yates, Jay Vine, Jan Christen, Igor Arrieta und Florian Vermeersch. Nur fünf standen am Start. João Almeida erkrankte im Frühjahr und musste als designierter Kapitän wegen Formmangels zurückziehen.
Der andere Ausfall war Florian Vermeersch, allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen – im Gegenteil. Die Form des Belgiers im Frühjahr war so stark, dass er innerhalb von UAE – wohl auch mit einem kleinen Wunsch von Tadej Pogacar selbst – vom Klassikerblock in die Tour-de-France-Auswahl verschoben wurde. Das überrascht kaum, angesichts seiner Vielseitigkeit und schieren Wattleistung, die ihm große Einzelergebnisse und Schlüsselrollen als Helfer für den Slowenen einbrachten.
Der achte Fahrer, wie wir später erfuhren, war Jhonatan Narváez – er fehlte im Dezember-Camp, etwas, das Joxean Matxín bewusst zurückhielt.
Narváez wird nicht die Tour de France bestreiten. Mit zwei offenen Plätzen wurden schließlich Mikkel Bjerg – ursprünglich als Nicht-Starter belauscht – und Marc Soler nominiert. Auch Soler war für die
Tour de France vorgesehen.
Die Änderungen im Tour-de-France-Aufgebot von UAE
Für die Tour de France war der Plan folgender: Tadej Pogacar, Isaac del Toro, Tim Wellens, Marc Soler, Adam Yates, Brandon McNulty … und zwei weitere Fahrer. Pavel Sivakov und Nils Politt, Teil des 2025-Aufgebots und nicht für den Giro vorgesehen, waren die logischen Kandidaten. Doch Pläne ändern sich, vor allem wenn in den vergangenen Monaten fast die halbe Mannschaft verletzt war.
Wie erwähnt, ist Florian Vermeersch nun Teil der Auswahl. João Almeida, der den Giro d’Italia verpasst und dort ursprünglich freie Kapitänsrolle erhalten sollte, ist ebenfalls eine Option. Er könnte seinem 2025-Programm mit Tour und Vuelta folgen oder ausschließlich auf die Vuelta aufbauen und die Tour komplett auslassen.
Anders als 2025 verkündete das Team sein Tour-de-France-Aufgebot diesmal nicht öffentlich, und das war so geplant. Gesundheitsprobleme durchkreuzen die ursprünglichen Ideen; von den Fahrern ist und wird Flexibilität verlangt.
Marc Soler erlitt beim Massensturz des Giro d’Italia einen Beckenbruch, und aus einer bereits fragilen Planstelle wird nun eine nahezu unmögliche. Eine rechtzeitige Rückkehr Solers auf Topniveau bis Juli ist mit dieser Verletzung höchst unrealistisch.
Auch Adam Yates’ Teilnahme ist mit Vorsicht zu betrachten, nachdem er in demselben Sturz eine Ohrverletzung und eine Gehirnerschütterung davontrug. Es sind keine Langzeitverletzungen, die ihn lange vom Rad fernhalten, aber sie sind ein Hindernis für ein Team, das nichts unterhalb eines Tour-Sieges akzeptiert.
5 Fahrer sind fix; wer sind die anderen 3?
Pogacar, del Toro, McNulty, Vermeersch und Wellens sind die fünf derzeit sichersten Namen – sofern nichts dazwischenkommt. Dennoch blickt UAE mit Sorge in den Juni, denn bei der aktuellen Schlagzahl spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass bis zum Grand Départ in Barcelona noch weitere Probleme auftauchen.
Nils Politt und Pavel Sivakov sind aktuell gesund und haben gute Chancen auf eine Nominierung – auch wenn Sivakovs wohl bevorstehender Wechsel zum Decathlon CMA CGM Team, wo er 2027 mit Paul Seixas zusammenfände, dem Management nicht schmecken dürfte.
Pavel Sivakovs Tour-de-France-Start war nie bestätigt, und sein Wechsel zu Decathlon verbessert seine Ausgangslage nicht
Ein Platz dürfte jedoch an einen Kletterer gehen, um Pogacar und del Toro in den Bergen zu unterstützen. Das läuft wahrscheinlich auf den derzeit verletzten Yates oder den aktuell angeschlagenen Almeida hinaus. Sollten beide nicht in Bestform zur Grand Boucle antreten können, könnte Felix Grosschartner ins Aufgebot rücken.
Der Österreicher steht überraschend in keiner Grand-Tour-Aufstellung 2026, trotz seines sehr hohen Niveaus 2025 und 2026. Bei der Tour de Romandie war er Pogacars wichtigster Edelhelfer; bei Tirreno–Adriatico unterstützte er Isaac del Toro zum Gesamtsieg. Zuverlässigkeit ist im UAE-Aufgebot derzeit entscheidend, und der Routinier könnte sich so doch noch einen Platz sichern.