Mehr als zwei Millionen Zuschauer werden am Sonntag die Straßen von New York säumen, wenn eines der größten Laufevents der Welt über die Bühne geht. Mittendrin:
Tom Dumoulin. Der Giro-d'Italia-Sieger von 2018 weiß aus seiner erfolgreichen Radsportkarriere nur zu gut, wie es sich anfühlt, vor einer gewaltigen Zuschauerkulisse anzutreten. Diesmal wartet auf den Niederländer allerdings eine völlig andere Herausforderung – statt auf dem Fahrrad wird er die Strecke in Laufschuhen in Angriff nehmen.
Nach seinem Rücktritt vom professionellen Radsport Ende 2022 hat Dumoulin eine neue sportliche Leidenschaft gefunden. Am Sonntag steht der ehemalige Zeitfahrspezialist beim New York City Marathon 2026 an der Startlinie und stellt sich damit einer der prestigeträchtigsten Herausforderungen im internationalen Laufsport. Der New Yorker Marathon gilt als größter Marathon der Welt.
Startnummer 19379: Dumoulin peilt in New York eine neue Bestzeit an
Wie das Radsportportal Wielerflits berichtet, wird Dumoulin mit der Startnummer 19379 ins Rennen gehen. Dabei dürfte der Niederländer durchaus ambitionierte Ziele verfolgen. Beim Amsterdam-Marathon 2025 hatte er die 42,195 Kilometer bereits in beeindruckenden 2:29:21 Stunden absolviert. Diese ohnehin außergewöhnlich starke Leistung für einen Hobbyläufer möchte der ehemalige Radprofi in New York nun noch einmal übertreffen.
Tom Dumoulin stellt sich einer neuen sportlichen Herausforderung: Der ehemalige Giro-Sieger startet beim New York City Marathon 2026 und möchte seine persönliche Bestzeit von 2:29:21 Stunden verbessern.
Der New York City Marathon beginnt für die Profis um 8:00 Uhr Ortszeit, während die letzte Startwelle um 11:30 Uhr auf die Strecke geschickt wird. Der traditionsreiche Kurs startet auf Staten Island und führt die Teilnehmer anschließend durch mehrere New Yorker Stadtbezirke, darunter Brooklyn und Queens. Das Ziel befindet sich im berühmten Central Park im Herzen von Manhattan.
Vom Radsport zum Marathon: Dumoulin ist nicht der einzige laufbegeisterte Radprofi
Mit seiner Begeisterung für den Laufsport ist Dumoulin unter ehemaligen und aktiven Radprofis keineswegs allein. Die beiden Ausdauersportarten weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, sodass sich sowohl körperliche Voraussetzungen als auch mentale Fähigkeiten aus dem Radsport auf das Laufen übertragen lassen. Auch Wout Van Aert und Mathieu van der Poel sind für ihre Leidenschaft für das Lauftraining bekannt.
Abseits seiner eigenen sportlichen Ambitionen verfolgt Dumoulin weiterhin aufmerksam die Entwicklungen im internationalen Radsport. Besonders die Streckenführung der Tour de France 2027 hat es dem ehemaligen Zeitfahrspezialisten angetan. Er ist überzeugt, dass die ungewöhnlich hohe Anzahl an Zeitfahrkilometern für Remco Evenepoel einen besonderen Anreiz darstellen und dem Belgier möglicherweise die Chance eröffnen könnte, Tadej Pogacar ernsthaft herauszufordern.
„Ich persönlich finde es großartig, dass der Start in Großbritannien stattfindet. Ich selbst bin 2014 dort gestartet. Das war fantastisch – ein unglaubliches Erlebnis. Deshalb ist es wunderbar, dass die Tour dorthin zurückkehrt“, erklärte Dumoulin gegenüber dem niederländischen Sender
NOS.
Tour de France 2027: Viele Zeitfahrkilometer könnten Evenepoel entgegenkommen
Die kommende Frankreich-Rundfahrt beginnt mit drei Etappen in Großbritannien, ehe das Peloton seine Reise in Richtung Süden nach Frankreich fortsetzt. Dort wartet noch vor den ersten Bergetappen ein 38 Kilometer langes, flaches Einzelzeitfahren auf die Fahrer. Gerade für einen Spezialisten wie Evenepoel könnte dieser frühe Kampf gegen die Uhr eine wichtige Gelegenheit bieten, gegenüber seinen größten Rivalen wertvolle Zeit herauszufahren.
Für Dumoulin ist allerdings nicht allein die Rückkehr des Grand Depart nach Großbritannien bemerkenswert. Vielmehr hebt er hervor, dass die Organisatoren mit der Streckenführung 2027 einen deutlichen Kontrast zu den vergangenen Jahren setzen, in denen lange Einzelzeitfahren bei den dreiwöchigen Landesrundfahrten zunehmend seltener geworden waren.
„Das war natürlich bereits bekannt. Noch nicht bekannt war hingegen, dass diese Tour ungewöhnlich viele Zeitfahrkilometer umfasst.“
Gerade diese Entscheidung der Streckenplaner könnte aus Sicht des Niederländers einen erheblichen Einfluss auf den Kampf um den Gesamtsieg haben. „Das ist zweifellos das auffälligste Merkmal dieser Strecke – besonders angesichts des Trends der vergangenen Jahre, in denen die Strecken der Grand Tours nur sehr wenige Zeitfahrkilometer enthielten“, ergänzte Dumoulin.