UAE Team Emirates - XRG hat die Karten perfekt in der Hand: Tadej Pogacar führt souverän die
Gesamtwertung an, während Isaac del Toro als Gesamtdritter den Rücken absichert. Doch die dritte Woche begann für das Emirate-Team alles andere als ideal, denn eine Krankheit scheint den Weg in den Teambus gefunden zu haben.
Die ersten Anzeichen zeigten sich bereits auf der 17. Etappe. Trotz eines Tages mit geringer Intensität für das Peloton landeten Adam Yates und
Tim Wellens in den letzten fünf des Tagesklassements, 26 Minuten hinter Etappensieger Mads Pedersen und 15 Minuten hinter dem gruppetto der Sprinter, die ums Dranbleiben kämpften.
Einen Tag später wiederholte sich das Bild. Yates erholte sich etwas, allerdings wurde Wellens Letzter und lag lediglich zwei Minuten vor dem Zeitlimit. Zudem gab Brandon McNulty das Rennen mit unspezifischen Symptomen auf.
„Adam Yates hat Magenprobleme. Er musste sich übergeben, aber heute ging es ihm besser. Bei Brandon ist es anders“, erklärte Teammanager Joxean Matxín nach der Etappe gegenüber
WielerFlits zur Aufgabe des US-Amerikaners. „Er hat kein Fieber, er hat kein Corona, und es gibt keine positiven Gesundheitstests. Aber er hat Symptome, vor allem Halsschmerzen.“
„Wellens ist nicht krank“
Die Lage bei Tim Wellens sei nicht so gravierend, behauptet Matxín. Dem Spanier zufolge schonte Wellens schlicht seine Kräfte für die verbleibenden drei Tage.
„Bei Tim ist es anders. Er ist nicht krank. Nachdem er seinen Job gemacht hatte und abgehängt wurde, war Erholung die bessere Option. Heute war eine Ausreißeretappe, auf der wir nicht auf den Sieg gefahren sind. In so einem Fall ist es besser, zu regenerieren.“
Tadej Pogacar bei der Tour de France
Der Fahrer sieht es anders
Brisant an Matxíns Aussage ist der Widerspruch zu Wellens’ eigenen Worten nach der Etappe. Der Belgier machte deutlich, dass es ihm nicht gut geht – was seine heisere Stimme untermauerte.
Dennoch ist er bereit, sich in den Dienst von Pogacar und Del Toro zu stellen. „Bei jedem anderen Rennen würde man aussteigen, aber bei der Tour macht man das nicht. Ich bin froh, dass ich ins Ziel gekommen bin“, sagte Wellens anschließend zu Sporza.
Allerdings dürfte er in den kommenden Tagen wenig Zeit mit Pogacar verbringen. Um eine Ausbreitung der Erkrankung zu vermeiden, die den Slowenen bislang verschont hat. „Zum Glück geht es Tadej gut, und ich hoffe, das bleibt so. Es ist klar, dass es im Team Krankheitsfälle gibt, aber es ist großartig, dass Tadej keine Probleme hat.“