Smarter essen, mehr Watt – wie Topteams ihre Leistung steigern

Radsport
Donnerstag, 15 Januar 2026 um 8:00
WoutVanAert_MatthewBrennan
Ernährung steht wohl an vorderster Front der jüngsten Entwicklung im Radsport. Team Visma | Lease a Bike’s Head of Performance Mathieu Heijboer sprach darüber ausführlich beim Medientag des Teams, und auch die Mannschaft selbst rückt das Thema ins Licht.

Wie Topteams im Radsport mit smarter Ernährung mehr Watt finden

„Die Diskussion dreht sich nicht mehr darum, was man theoretisch essen sollte, sondern wie diese Mahlzeit das heutige Training und die Regeneration unterstützt“, erklärte Team-Ernährungsberater Gabriel Martins in einer vom Team veröffentlichten Pressemitteilung. „Jede Mahlzeit ist eine Chance, etwas ein wenig besser zu machen. Nicht perfekt, aber konsequent im Einklang mit dem Plan und Ziel des Fahrers.“
Das Peloton fährt heute in einem anderen Gang, nicht zuletzt wegen der deutlich höheren Menge an Kohlenhydraten und Kalorien vor und während der Rennen. Velon veröffentlichte kürzlich Daten zu Tadej Pogacars Verpflegung auf einer Bergetappe der Tour de France, während Movistars Nelson Oliveira gegenüber CyclingUpToDate erklärte, dass inzwischen alle Fahrer – von Kapitänen bis Helfern – komplexere und anspruchsvollere Ernährungsanforderungen erfüllen müssen. Häufig genannt wird eine Obergrenze von 120 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde, die die meisten Fahrer aufnehmen können. Mehr denn je zielen die Profis auf spezifische Wattbereiche und trainieren, genügend zu essen, um diese zu erreichen.
Wie Matevz Govekar von Bahrain Victorious uns im vergangenen Monat berichtete, nutzen Teams Trainingslager häufig, um den Darm der Fahrer zu „trainieren“. In den Dezember- und Januar-Lagern, meist in Spanien, essen die Fahrer ähnlich wie bei Rundfahrten und Grand Tours. Die extrem langen und harten Trainingsfahrten, wie sie etwa UAE bei Camps mit Durchschnittsgeschwindigkeiten deutlich über 35 km/h und bis zu 6 Stunden fährt, sollen Rennbelastung und Verpflegungsrhythmus der wichtigsten Saisonhöhepunkte abbilden.

So viel essen wie möglich – fast

Jüngst schilderte Filippo Fiorelli von Visma, der sich nach mehreren Jahren beim ProTeam Bardiani an die Arbeitsweise des niederländischen Teams gewöhnt, eindrücklich, wie sich die Ernährung verändert hat und wie groß der Unterschied ist. Der Italiener sagte, er esse nun deutlich mehr, habe aber gleichzeitig keinerlei Probleme mit dem Gewicht – früher sei es umgekehrt gewesen.
Head of Performance Mathieu Heijboer, eine Schlüsselfigur in der Planung der Topfahrer des Teams, die Ernährung mit allen anderen Vorbereitungselementen verknüpft, unterstrich die Bedeutung: „Ernährung ist für uns keine Zusatzschicht. Sie ist ein integraler Bestandteil unseres täglichen Managements von Training, Regeneration und Leistung.“
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