Der Hauptfokus von Decathlon CMA CGM lag im Juli auf der Tour de France, wo ihr Hoffnungsträger Paul Seixas mit Rang 4 im Gesamtklassement ein starkes Debüt gab. Für den Rest des französischen Teams stand der Monat vor allem im Zeichen des Trainings, doch auch das ist oft alles andere als „einfach“, wie
Stan Dewulf schmerzhaft erfahren musste.
Bei einer Trainingsausfahrt mit seinen Decathlon-Teamkollegen im Skigebiet Les Arcs geriet letzte Woche alles plötzlich aus dem Ruder, als ein Wohnmobilfahrer beim Überholen der kleinen Gruppe ein gefährliches Manöver setzte und Dewulf zu Fall kam. Die Folgen für den 28-jährigen Belgier waren unmittelbar: ein Ellenbogenbruch.
„Es war absolut nichts los, bis ein Lieferwagen auf einer geraden Straße beschloss, uns zu überholen“, schildert Dewulf seine Geschichte gegenüber Het Nieuwsblad. „Der Fahrer zog viel zu schnell wieder nach rechts – direkt in unsere Gruppe hinein.“
Pierre Gautherat, der an der Spitze fuhr, musste abrupt ausweichen. Léo Bisiaux bremste daraufhin, wodurch Dewulf ein Hinterrad touchierte und zu Boden stürzte. Die Untersuchung ergab eine kleine Fraktur am Radiuskopf des linken Arms.
Kein Unfall
Am bittersten ist, dass der Fahrer als Hauptverursacher des Sturzes einfach weiterfuhr, als sei nichts geschehen. Dabei ist sich Dewulf sicher, dass er die Situation sehr wohl bemerkt haben muss.
„Dieser Fahrer muss im Spiegel gesehen haben, was er angerichtet hat, aber statt anzuhalten, fuhr er einfach weiter. Wir standen alle unter Schock.“
Der Belgier schließt nicht aus, dass es eine vorsätzliche Tat war. „Es fühlte sich wie eine Form sinnloser Gewalt an. Es gab absolut keinen Grund dafür. Wir sind diesem Wagen vorher nicht begegnet. Er kam wirklich aus dem Nichts.“
Forderung nach Gerechtigkeit
Ein Teamkollege schaffte es, dem Fahrzeug nach dem Sturz hinterherzusprinten und fotografierte das Nummernschild, um Anzeige zu erstatten. Auch die anderen Fahrer der Trainingsgruppe wollen aussagen.
„Ich hoffe, wir können einen starken Fall aufbauen“, sagte Dewulf. „Ich will alles in meiner Macht Stehende tun, um Gerechtigkeit zu bekommen.“
„Es ist das erste Mal, dass ich auf so unfaire Weise ausgebremst werde“, sagt er. „Ich brauche etwas Zeit, um das zu verarbeiten. Danach sehen wir, was der beste Plan für meine Genesung ist.“
Bislang hat Dewulf 36 Renntage in der Saison 2026 absolviert, die als sein Durchbruch gelten kann: Platz 4 bei der E3 Saxo Classic und Rang 2 in der Königsetappe der 4 Jours de Dunkerque, was ihm Gesamtplatz 4 einbrachte.
Für die zweite Saisonhälfte 2026 bereitete sich Dewulf auf eine Schlüsselrolle bei der Renewi Tour vor und stand gemeinsam mit Léo Bisiaux in der erweiterten Auswahl für die Vuelta a Espana. Den Jahresabschluss sollten ein Block Eintagesrennen und möglicherweise eine Rückkehr zur Tour of Guangxi bilden. Auch ein Start bei der Gravel-Weltmeisterschaft ist im Gespräch.
Nun rückt jedoch die Regeneration in den Vordergrund. Dewulf legt eine Woche Radpause ein, bevor eine weitere Kontrolle die nächsten Schritte zur Behandlung der Verletzung und die Frage nach einer möglichen Operation klärt.