Remco Evenepoel weiterhin außer Gefecht – Rückkehr bei den Klassikern möglich?

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 27 März 2025 um 16:00
remcoevenepoel

Während einige der größten Namen im Peloton bereits für Glanzlichter in dieser Saison gesorgt haben, wartet die Radsportwelt noch auf das Comeback von Remco Evenepoel. Der zweifache Olympiasieger von Soudal – Quick-Step fällt seit einem Trainingssturz im Dezember aus und hat 2025 noch kein Rennen bestritten. Besonders jetzt, inmitten der Frühjahrsklassiker, ist seine Abwesenheit für sein Team deutlich spürbar. Die entscheidende Frage lautet: Wann und wo wird der 25-Jährige ins Renngeschehen zurückkehren? Kann er noch in den Klassikern eine Rolle spielen?

Evenepoels Verletzung stammt aus einem Trainingsunfall in der Nähe seiner belgischen Heimat, bei dem er sich mehrere Prellungen und eine Fraktur zuzog. Seitdem arbeitet er an seinem Comeback, doch Soudal - Quick-Step hält sich mit einem genauen Zeitplan zurück. „Remco gehört zu den absoluten Supertalenten und reiht sich in eine Liste mit Pogacar, van der Poel, Van Aert, Ganna, Pedersen und Pidcock ein“, erklärt Sportdirektor Iljo Keisse im Gespräch mit Wielerflits. „Unter normalen Umständen wäre er eine Option für die Klassiker, aber aktuell ist das einfach nicht möglich, weil er sich noch von seiner Verletzung erholt.“

Eine Rückkehr für Lüttich-Bastogne-Lüttich Ende April schließt Keisse jedoch nicht aus. „Langfristig ist das realistisch, unser Fokus liegt jetzt auf den Ardennen.“ Evenepoel macht derzeit in Spanien Fortschritte und wird bald das Giro-Team für ein Höhentrainingslager verstärken. Für das Team ist das ein positives Zeichen, doch die Geduld ist gefragt. „Er ist auf dem richtigen Weg, aber wir wollen nichts überstürzen. Es wäre fahrlässig, ihn zu früh zurück ins Renngeschehen zu bringen“, so Keisse weiter.

Für die morgige E3 Saxo Classic muss Soudal - Quick-Step weiterhin ohne seinen Superstar auskommen. „Dieses Rennen ist in den letzten Jahren zu einer Art Mini-Flandern-Rundfahrt geworden – eines der härtesten Rennen des Frühjahrs für uns“, erklärt Keisse. „Wir müssen jede Startliste genau analysieren und sehen, mit welchen Fahrern wir antreten können.“ Auch für die Flandern-Rundfahrt hält er sich mit Prognosen zurück: „Das Rennen ist etwas länger, was es den starken Tempofahrern erleichtert, sich zu steigern. Ich erwarte nicht, dass wir dort sofort um den Sieg mitfahren, aber man weiß nie.“

Die Konkurrenz sei laut Keisse jedoch übermächtig: „Es gibt Teams, die mit einer ganzen Armee antreten, mit der wir aktuell nicht mithalten können. Aber das darf keine Ausrede sein, nicht zu kämpfen und das Beste aus jeder Situation zu machen.“ Trotz der finanziellen Unterschiede im Peloton bleibt Soudal – Quick-Step optimistisch: „Diese Ungleichheit hat es schon immer gegeben, selbst in unseren besten Jahren. Wir werden versuchen, in den schwierigen Rennen unser Maximum herauszuholen.“

Klar ist: Evenepoel bleibt das große Fragezeichen der Saison. Wann er tatsächlich ins Renngeschehen eingreifen kann, hängt von seinem Genesungsverlauf ab. Bis dahin muss sich Soudal - Quick-Step auf andere Fahrer verlassen – und hoffen, dass der belgische Superstar bald wieder zur Verfügung steht.

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