Guillaume Martin blickt einer ‚weniger kontrollierten‘ Vuelta nach Pogačars Rückzug entgegen – „Es ist lange her, dass eine Grand Tour den Ausreißern entgegenkam“

Radsport
Freitag, 04 September 2026 um 10:45
Guillaume Martin
Die Vuelta a España begann als Tadej-Pogacar-Fest, doch seit dem Rückzug des Weltmeisters ist das Rennen für Ausreißer und Kletterer deutlich offener. Guillaume Martin sieht das genauso und hofft, die Chance zu nutzen.

Ein offenes Rennen ohne Tadej Pogacar

Der frühere Träger des Roten Trikots stieg auf Etappe 8 aus, nachdem er zuvor drei Etappen gewonnen und die Gesamtwertung klar dominiert hatte. Normalerweise schauten die Fahrer auf Pogacar und fragten ihn sogar, ob UAE einen Ausreißersieg zulassen würde, bevor sie sich zu einer Offensive bekannten.
„Ohne Pogacar ist es weniger kontrolliert. Ich finde, das ist auch fürs Spektakel interessanter“, sagte Guillaume Martin im Interview mit Marca. Der GC-Kampf ist deutlich taktischer geworden, mehrere Fahrer ringen um Gesamtsieg und Podium.
Auch die Ausreißerjäger bekommen offenbar mehr Gelegenheiten. Am Freitag auf Etappe 12 siegte Jakob Omrzel von vorn, und weitere Tage dieser Art sind zu erwarten. „Es ist lange her, dass wir eine Grand Tour hatten, die Ausreißern so liegt.“
„Wir haben in den letzten Tagen Überraschungssieger gesehen, und ich denke, das wird in den kommenden Tagen so bleiben“, deutet Martin an.
Guillaume Martin bei der Itzulia Basque Country 2026
Guillaume Martin hofft auf einen Sieg bei der Vuelta

Martin hofft auf einen Etappensieg bei der Vuelta

Martin will selbstverständlich dazugehören. Auf Etappe 10 spielte er bereits eine Schlüsselrolle bei Bastien Tronchons Sieg, als er seinen Teamkollegen im Bergaufsprint entscheidend anfuhr und dem Team das Rennen drehte.
Nun, in den bergigeren Tagen, will er selbst liefern. „Meine Form ist gut, viel besser als bei der Tour. Es ist lange her, dass ich mich so gut gefühlt habe.“
Groupama hat allen Grund, Ausreißergruppen nachzusetzen, denn Martin und Clément Berthet liegen aktuell auf den Plätzen 16 und 11 der Gesamtwertung. „Wir kämpfen mit Clément weiter um die Gesamtwertung, und vielleicht kann ich in die Top 10 fahren. Für uns ist noch nichts vorbei.“
Für Martin, der 16 Minuten von den Top 10 entfernt ist, hat jedoch der Etappensieg Priorität. Er traut sich den Coup zu. „Ich denke schon. Die Beine sind frisch. Ich werde es auf jeden Fall versuchen.“
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