Remco Evenepoel hat schon mehrfach Radsportgeschichte geschrieben. Der Belgier kann trotz seines noch jungen Alters auf eine beeindruckende Titelsammlung zurückblicken: Etappensiege bei allen drei Grand Tours, der Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana, Erfolge bei Monumenten sowie Titel bei Weltmeisterschaft und Olympischen Spielen gehören bereits zu seinem Palmarès.
Am Freitag fügte Evenepoel dieser langen Erfolgsliste mit seinem Triumph beim
GP de Québec einen weiteren historischen Meilenstein hinzu. Im Sprint setzte er sich gegen Giulio Ciccone durch und wurde damit zum ersten Fahrer überhaupt, der UCI-Straßenrennen auf allen sechs Kontinenten gewonnen hat.
Evenepoel komplettiert seine außergewöhnliche Sammlung
Mit seinem Erfolg in Quebec setzte der Kapitän von
Red Bull - BORA - hansgrohe nun auch in Nordamerika seinen Haken. In Südamerika hatte Evenepoel bereits 2020 bei der Vuelta a San Juan in Argentinien triumphiert, während sein Sieg bei der Zeitfahr-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Kigali den Erfolg auf afrikanischem Boden bedeutete.
Remco Evenepoel feiert beim GP de Québec einen historischen Erfolg und präsentiert sich zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft in Montreal in Topform.
In Europa hat der Belgier ohnehin zahlreiche Siege gefeiert. Zu seinen größten Erfolgen zählt dabei ein bis heute einzigartiges Kunststück: Als bislang einziger Fahrer gewann Evenepoel bei denselben Olympischen Spielen sowohl das Straßenrennen als auch das Einzelzeitfahren.
Auch in den übrigen Teilen der Welt war Evenepoel bereits erfolgreich. In Asien gewann er die Gesamtwertung der UAE Tour, während er sich 2023 in Australien das Regenbogentrikot im Straßenrennen sicherte. Mit seinem Triumph in Quebec ist die außergewöhnliche Sammlung nun komplett.
Beim GP de Montréal winkt der nächste Platz in den Geschichtsbüchern
Auf die besondere Bestmarke machte zunächst Radsport-Statistiker
Cilian Kelly aufmerksam. Gleichzeitig unterstrich Evenepoel mit seinem souveränen Sieg in Quebec seine Favoritenstellung für das Straßenrennen der Weltmeisterschaft in zwei Wochen. Bereits zuvor hatte er mit seinem Triumph bei der Clasica San Sebastian seine starke Form demonstriert.
Schon am Sonntag bietet sich dem Belgier die nächste Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Sollte Evenepoel auch den
GP de Montréal gewinnen und damit das Double bei den beiden kanadischen WorldTour-Klassikern perfekt machen, wäre er erst der dritte Fahrer, dem dieses Kunststück gelingt.
Bislang haben lediglich zwei Profis beide Rennen im selben Jahr gewonnen. Simon Gerrans gelang dies 2014 als Erstem, ehe Michael Matthews den Doppelerfolg 2018 wiederholte. Nun geht der 26-jährige Evenepoel als Favorit in den GP de Montréal – exakt zwei Wochen bevor in derselben Stadt um das Regenbogentrikot gekämpft wird.
Pogacars Saisonende verändert den Kampf um das Regenbogentrikot
Titelverteidiger Tadej Pogacar bestätigte in der vergangenen Woche offiziell, dass seine Saison 2026 beendet ist. Seine Abwesenheit verändert die Ausgangslage für das Straßenrennen der Weltmeisterschaft erheblich und eröffnet den übrigen Anwärtern zusätzliche Möglichkeiten im Kampf um das Regenbogentrikot.
Evenepoel rückt dadurch noch stärker in die Favoritenrolle. Zu seinen wichtigsten Konkurrenten zählen Mathieu van der Poel, Isaac del Toro und Paul Seixas. Doch möglicherweise lauert einer seiner gefährlichsten Mitfavoriten sogar innerhalb der eigenen belgischen Mannschaft.
Wout Van Aert beendet am Sonntagabend die Vuelta a Espana. Mit zwei Etappensiegen vor dem Finale, dem praktisch sicheren grünen Trikot und bemerkenswert starken Leistungen in den Bergen scheint der Paris-Roubaix-Sieger rechtzeitig seine Topform zu erreichen. Wie Belgien seine beiden Stars Evenepoel und Van Aert taktisch einsetzt, könnte damit zu einem der entscheidenden Faktoren im Kampf um das Regenbogentrikot werden.