Contador warnt vor brisantem Vuelta-Finale in Granada: „Das wird alles andere als eine Prozession“

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 13 September 2026 um 13:00
Enric Mas Vuelta a España 2026 9
Die Vuelta a Espana 2026 erreicht ihre letzte Etappe – und Granada bildet die außergewöhnliche Kulisse für das große Finale. Alberto Contador ist allerdings überzeugt, dass der Schlusstag keineswegs zum traditionellen Schaulaufen bis zur Ziellinie wird. Der spanische Ex-Profi hat die Strecke genau analysiert und sieht vor allem aufgrund der Beschaffenheit der Straßen einige heikle Passagen.
Die Organisatoren haben für das Finale einen anspruchsvollen Kurs mit kurzen Anstiegen rund um die Alhambra entworfen. Das Peloton muss insgesamt vier Runden auf dem Rundkurs mit mehreren Steigungen absolvieren. Für Fahrer, deren Energiereserven nach drei harten Rennwochen nahezu aufgebraucht sind, könnte der Tag damit wesentlich anspruchsvoller werden als eine gewöhnliche Schlussetappe.

„Das wird alles andere als eine Prozession“

„Das wird alles andere als eine Prozession“, warnt Contador bei seiner Analyse der Strecke. Insbesondere die viermalige Passage der Anstiege könnte dafür sorgen, dass die letzte Etappe deutlich umkämpfter verläuft als bei einer Grand Tour üblich – gerade angesichts der Belastungen, die bereits in den Beinen der Fahrer stecken.
Alberto Contador.
Alberto Contador erwartet auf der ungewöhnlichen Schlussetappe der Vuelta a Espana in Granada ein anspruchsvolles und möglicherweise umkämpftes Finale.
Besondere Aufmerksamkeit schenkt Contador dabei dem Zustand einzelner Streckenabschnitte. Der Anstieg führt mitten durch die Straßen Granadas, und genau die urbane Streckenführung könnte dem Peloton zusätzliche Schwierigkeiten bereiten.
„Wie wir wissen, können die Straßen einer Großstadt immer etwas rutschiger sein“, erklärt Contador mit Blick auf einige Passagen des Rundkurses. Der ehemalige Tour-de-France-Sieger weist zudem auf verschmutzte Straßenabschnitte hin und mahnt insbesondere in leicht abfallenden Kurven zur Vorsicht.
Erschwert wird die Situation durch den Zeitpunkt der Etappe. Nach den enormen Belastungen der vergangenen Tage könnten mögliche Abstände zwischen den Fahrern auch davon abhängen, wie gut sie körperlich noch in der Lage sind, auf die besonderen Anforderungen dieses Kurses zu reagieren.

Kurzer Anstieg könnte nach drei Wochen zum Härtetest werden

Der entscheidende Anstieg ist laut Contador etwas mehr als zwei Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von knapp sechs Prozent auf. Auf dem Papier erscheinen diese Werte kaum spektakulär. Nach drei Wochen Grand-Tour-Radsport und mit weitgehend geleerten Energiespeichern könnte sich die Herausforderung jedoch völlig anders darstellen.
„Nach der Monsteretappe, die sie gerade hinter sich haben, und bei so wenig Energie kann viel passieren“, erklärt Contador. Für den Spanier ist deshalb keineswegs ausgeschlossen, dass der letzte Renntag noch größere sportliche Bedeutung bekommt, als zunächst angenommen.
Viermal muss das Peloton den Rundkurs bewältigen, ehe in Granada endgültig die Entscheidung fällt. Selbst wenn die wichtigsten Positionen in der Gesamtwertung vor der letzten Etappe nahezu vergeben sind, sieht Contador genügend Faktoren, die für ein aufmerksames Verfolgen des Rennens sprechen.
Die Vuelta a Espana verabschiedet sich damit auf ungewöhnliche Weise. Statt eines weitgehend zeremoniellen Finales warten ein anspruchsvoller Stadtkurs, vier Passagen über die Anstiege und die kumulierte Erschöpfung aus drei Rennwochen. Welche Auswirkungen diese Kombination tatsächlich haben wird, entscheidet sich erst auf der Straße. „Wir werden sehen, wer hier in Granada am Ende die Nase vorn hat“, resümiert Contador.
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