Toms Pidcocks jüngstes Regenbogentrikot wird kaum Zeit haben, sich auf seinen Schultern zu setzen, bevor die nächste WM-Kampagne richtig Fahrt aufnimmt.
Frisch nach dem Gewinn des Elite-XCO-Titels in Val di Sole richtet der Kapitän des Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team den Blick zurück auf die Straße und einen Spätjahrsblock rund um die Straßen-WM 2026 in Montreal.
Pidcock fährt bereits am Sonntag, 06.09., beim GP Industria & Artigianato in Italien wieder Rennen, bevor es nach Kanada zu GP Quebec und GP Montreal geht. Statt danach nach Hause zu reisen, will er bis zu den Weltmeisterschaften später im September in Kanada bleiben.
Für den 27-Jährigen ergibt sich damit direkt nach seinem MTB-Triumph ein kompakter Straßenblock, wobei die beiden kanadischen WorldTour-Rennen seine letzte wettkampfscharfe Vorbereitung vor dem nächsten Angriff auf das Regenbogentrikot bilden.
Pidcock reist mit wachsender Straßenreputation nach Kanada
Pidcocks Straßensaison 2026 hat seinen Status als Topfavorit für Eintagesrennen wie Etappenrennen weiter gefestigt. Er gewann im März Milano–Torino und verpasste beim Milano–Sanremo seinen ersten Monument-Sieg nur um eine Position als Zweiter. Zudem holte er Etappensiege bei der Vuelta a Andalucia und der Tour of the Alps, wurde Zweiter bei Eschborn–Frankfurt und gewann die Andorra MoraBanc Classica.
Sein Frühjahr wurde durch einen schweren Sturz bei der Volta a Catalunya unterbrochen, doch er kehrte stark genug zurück, um auf einen nächsten wichtigen Schritt bei der Tour de France hinzuarbeiten.
Pidcock beendete die Tour im Juli als Neunter und sicherte sich damit sein erstes Top-10-Gesamtergebnis. Zuvor hatte er bei der Vuelta a España 2025 seinen Durchbruch mit dem Grand-Tour-Podium als Gesamtdritter gefeiert.
In seiner Straßen-Palmarès stehen bereits Strade Bianche, Amstel Gold Race und ein Tour-de-France-Etappensieg auf Alpe d’Huez, während zweite Plätze bei Lüttich–Bastogne–Lüttich und Milano–Sanremo ihn dicht an sein erstes Monument führten. Ein Straßen-Regenbogentrikot bleibt ein großer, noch offener Preis.
Pidcock peilt nun das Straßen-Regenbogentrikot an
Zunächst Italien, dann beginnt die Montreal-Vorbereitung
Pidcocks schneller Wiedereinstieg erfolgt beim GP Industria & Artigianato, wo er das Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team auf einem kletterlastigen Kurs anführen soll.
Chris Harper, Matteo Badilatti, Sjoerd Bax, Quinten Hermans, Nicolo Parisini und sein Bruder Joseph Pidcock sollen ihn unterstützen, während Jan Christen, Antonio Tiberi, Romain Gregoire und Christian Scaroni zu den markanten Gegenspielern zählen.
Von Italien geht es direkt in den Kanada-Block. Zuerst steht GP Quebec an, bevor GP Montreal sein letztes WorldTour-Rennen vor den Weltmeisterschaften bildet. Pidcock dürfte anschließend in Kanada bleiben, statt vor dem Kampf um das Regenbogentrikot später im September nach Europa zurückzukehren.
Diese Abfolge folgt nur wenige Tage, nachdem Pidcock in Val di Sole ein weiteres großes Offroad-Ergebnis geliefert hat. Von Startreihe fünf arbeitete er sich durch das Elite-XCO-Feld, bevor er sich von Charlie Aldridge absetzte und seinen zweiten MTB-Weltmeistertitel einfuhr.
Nun wechselt er die Disziplin mit einem für 2026 bereits gesicherten Regenbogentrikot und einem weiteren, das auf der Straße in Montreal noch zu holen ist.