„Mit 19 ist er der stärkste, den ich je gesehen habe“: David Moncoutié analysiert den rasanten Aufstieg von Paul Seixas

Radsport
Sonntag, 26 April 2026 um 7:30
Paul Seixas
Paul Seixas wirbelt die Radsportwelt auf und will am Sonntag bei Lüttich–Bastogne–Lüttich Tadej Pogacar und Remco Evenepoel herausfordern. Für Ex-Profi David Moncoutié kommt Seixas’ Aufstieg nicht überraschend. In einem aktuellen Interview erklärte er, was Seixas so besonders macht – und warum sein Niveau mit erst 19 Jahren im modernen Radsport kaum Vergleich hat.

Herausragend in den Nachwuchsklassen

Moncoutié traf erstmals auf Seixas, als dieser in der U17 fuhr. Schon damals war klar: Das ist nicht einfach ein talentiertes Kind auf dem Rad. Während andere ihre Siege in flachen Sprints holten, setzte Seixas Maßstäbe, indem er auf den härtesten Kursen solo davonzog.
„Meine erste Erinnerung an Paul Seixas ist als Fahrer bei den U17, weil er im selben Verein wie mein Sohn beim VC Villefranche Beaujolais war“, erinnert sich Moncoutié. „Ich war fast sicher, dass er Profi wird. Schon ab den Cadets sah man, dass er außergewöhnlich ist. Was wahres Talent zeigt, ist, in schweren Rennen den Unterschied zu machen. Man merkte, dass er über viele Kilometer allein Großes leisten konnte. Sobald es bergauf ging, machte er den Unterschied“, sagte Moncoutié gegenüber Eurosport.
Mit dem Wechsel in die U19 wurde sein Potenzial noch deutlicher. Juniorenrennen sind generell anspruchsvoller und haben mehr Höhenmeter – ideal für Seixas. Er gewann große Rennen auf verschiedenem Terrain, inklusive harter Kopfsteinpflaster-Klassiker im Norden Frankreichs. Der Höhepunkt für Moncoutié war die Classique des Alpes 2023, ein notorisch schwieriges Juniorenrennen.
„Wenn du mit vier Minuten Vorsprung gewinnst und das Niveau hoch ist, zeigt das wirklich das Potenzial eines Fahrers“, sagte Moncoutié. „Klar war: Stand er am Start, besonders bei harten Rennen, fuhr er auf Sieg. Er ist ein Wettbewerbstyp, man spürt, dass er das Gewinnen liebt.“
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Auffallend ruhiger Kopf

Neben seinen körperlichen Qualitäten fiel Seixas im vergangenen Jahr durch seine Gelassenheit auf. Trotz großer Medienaufmerksamkeit und dem Druck gegen die Weltelite zu fahren, wirkt er unbeeindruckt. Laut Moncoutié war diese mentale Stärke schon in den Vereinsjahren sichtbar.
„Man spürte, dass ihn die Erwartungen nicht stressten – selbst in den Nachwuchsklassen. Ich glaube, er war sich seiner Stärke sehr sicher“, erklärte Moncoutié. „Er vermittelt das Bild eines völlig losgelösten Fahrers, in seiner Blase, immun gegen äußere Erwartungen. Das ist beeindruckend. Neben der Physis merkt man, dass er mental bereit ist und viel wegstecken kann.“
Jüngst schockte Seixas die Fans mit explosiver Kraft beim Sieg der Flèche Wallonne. Zusammen mit dem Erfolg bei der Baskenland-Rundfahrt sind seine Resultate mit 19 Jahren bemerkenswert. Auf die Frage, ob Seixas’ Frühform mit der von Remco Evenepoel oder Tadej Pogacar vergleichbar sei, setzte Moncoutié den jungen Franzosen in diesem Altersfenster noch darüber.
„Für mich ist das, was er mit 19 zeigt, noch stärker“, sagte Moncoutié klar. „Mit einer Flèche Wallonne und einer Baskenland-Rundfahrt ist er in Sachen Frühreife allen Topfahrern im Peloton voraus. Natürlich entscheidet sich eine Karriere nicht mit 19. Es geht um Langlebigkeit, Fortschritt und darum, über Jahre hinweg konstant da zu sein. Da bleibt eine Unbekannte. Aber auf Basis seines aktuellen Niveaus mit 19 ist er für mich der Stärkste, den ich gesehen habe.“
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