„Es sind nicht nur zwei oder drei Fahrer, die gewinnen können“ – Tadej Pogacar relativiert den Evenepoel-Seixas-Fokus vor Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026

Radsport
Samstag, 25 April 2026 um 18:30
Tadej Pogacar
Tadej Pogacar geht mit Vertrauen in Form und Vorbereitung in Lüttich–Bastogne–Lüttich – und mit einer klaren Botschaft zur Breite der Konkurrenz, die ihn beim Monument am Sonntag erwartet.
Im Gespräch mit Cycling Pro Net am Vorabend des Rennens wies der Slowene die Vorstellung zurück, der Ausgang werde allein unter einer kleinen Favoritengruppe entschieden. „Es sind nicht nur zwei oder drei Fahrer, die gewinnen können“, sagte er. „Es gibt deutlich mehr, und wir müssen auf alle vorbereitet sein.“

Nachweisliche Form, Fokus unverändert

Pogacar reist nach Lüttich mit einem Frühjahr an, das bereits Siege bei Strade Bianche und der Flandern-Rundfahrt sowie Rang zwei bei Paris–Roubaix gebracht hat, und betonte, dass die Regeneration nach Plan verlaufen sei. „Ja, ziemlich gut. Ich habe mich erholt und bin bereit, morgen die Anstiege anzugehen.“
Sein Rennansatz bleibt wie in den Vorjahren: gründliche Vorbereitung und Vertrauen in Form und Team. „Wie jedes Jahr. Gestern eine schöne Streckenbesichtigung und eine gute letzte Einheit. Heute eine lockere Ausfahrt mit Kaffee. Morgen Vollgas. Wir haben eine gute Mannschaft. Das Feld ist stark, aber wir sind motiviert.“

Vertrautes Rennen trotz Kurs-Anpassungen

Auch wenn der Kurs in diesem Jahr vor der Schlussrunde einen zusätzlichen Anstieg enthält, erwartet Pogacar keine grundlegende Veränderung des Rennablaufs. „Es ist kein großer Unterschied. Wir sind diesen Anstieg schon gefahren, jetzt ist einfach einer mehr dabei. Aber das Rennen war bereits letztes Jahr hart und wird heuer mehr oder weniger gleich sein.“
Wie so oft bei Lüttich–Bastogne–Lüttich sieht er den entscheidenden Faktor eher in der aufsummierten Ermüdung als im Streckendesign. „Am Ende geht es immer um die Müdigkeit in den Beinen. Vielleicht ist es auf dem Papier etwas härter, aber wir sehen morgen, ob es wirklich einen Einfluss hat.“
Eine vorentscheidende Aktion bleibt dennoch möglich. „Es könnte einen Plan geben, an der Côte de La Redoute anzugreifen.“
Tadej Pogacar bei der Streckenbesichtigung für Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026
Tadej Pogacar during recon for Liege-Bastogne-Liege 2026

Ein Rennen, das Beine statt Pläne entscheidet

Trotz möglicher taktischer Varianten deutete Pogacar an, dass detaillierte Strategierunden begrenzt waren. „Wir haben nicht allzu viel über Taktik gesprochen. Es gibt nicht so viel zu sagen. Es ist ein langes, ermüdendes Rennen, also brauchst du gute Beine und ein starkes Team.“
Diese Schlichtheit spiegelt den Charakter von Lüttich–Bastogne–Lüttich wider, wo sich die Stärksten unabhängig von Vorüberlegungen durchsetzen. „Das ist das Hauptziel für morgen.“

Konkurrenz reicht über die Schlagzeilen hinaus

Während sich viele Vorschauen auf Remco Evenepoel und Paul Seixas konzentrieren, würdigt Pogacar beide – und unterstreicht zugleich seine breitere Sicht aufs Feld. „Paul hat bislang eine großartige Form gezeigt, und ich denke, er ist auch für morgen bereit. Er ist sehr motiviert und im Flow“, sagt der UAE Team Emirates - XRG-Kapitän. „Und Remco – ich denke, es ist eines der Rennen, die ihm am besten liegen.“
Für Pogacar endet die Liste der Siegkandidaten jedoch nicht bei diesen beiden. „Es sind nicht nur zwei oder drei Fahrer, die gewinnen können. Es gibt deutlich mehr, und wir müssen auf alle vorbereitet sein.“

Ein Monument, das selten dem Drehbuch folgt

Pogacars Blick vereint Selbstvertrauen und Wachsamkeit. Mit nachweislichem Erfolg auf diesem Terrain und einem starken Team im Rücken bleibt er der Referenzpunkt für das Rennen am Sonntag.
Gleichzeitig betont sein Hinweis auf die Breite des Feldes die Unberechenbarkeit von Lüttich–Bastogne–Lüttich, wo Positionierung, Timing und Ausdauer mehr als nur den naheliegenden Favoriten die Tür öffnen können.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading