Mads Pedersen hat auf der 2. Etappe des Giro d’Italia 2025 im Einzelzeitfahren alles gegeben, um das Maglia Rosa zu verteidigen – doch am Ende fehlte eine einzige Sekunde. Der Däne muss das Führungstrikot an Primoz Roglic abgeben und rutscht auf Rang zwei der Gesamtwertung – mit minimalem Rückstand.
„Ich kann nicht unglücklich sein“
Pedersen, der mit einem breiten Lächeln ins Ziel kam, zeigte sich im Interview nach dem Rennen gefasst. „Ich kann nicht unglücklich sein. Es war ein wirklich gutes Zeitfahren und ich wurde von besseren Jungs geschlagen“, sagte er. „Natürlich ist es schade, dass Primoz eine Sekunde schneller war – aber so ist Radsport. Wir sind noch in Schlagdistanz und werden als Team alles versuchen, das Trikot morgen zurückzuholen.“
Mit der siebtbesten Zeit des Tages und nur 12 Sekunden Rückstand auf Etappensieger Joshua Tarling war es für den Klassiker-Spezialisten dennoch eine starke Leistung. Pedersen analysierte nüchtern: „Ich habe keine Ausreden. Die Jungs waren einfach stärker. Ich denke, ich bin ein perfektes TT gefahren – aber eben gegen einige der Besten der Welt. Eine Sekunde zu langsam, das ist bitter, aber es gehört dazu.“
Trotz des verlorenen Rosa zeigte Pedersen Respekt vor der Ehre, es getragen zu haben:
„Es ist immer besonders, so ein Trikot zu tragen – das habe ich gestern schon gesagt. Ich habe mein Bestes gegeben, um ihm gerecht zu werden. Heute hat es nicht gereicht. Aber wir versuchen es morgen wieder.“
Der 15-Kilometer-Kurs war fordernd – und vor allem der Schlussanstieg spielte den reinen Kletterern in die Karten. Pedersen nahm’s sportlich:
„Primoz ist einer der besten Kletterer der Welt und ein Olympiasieger im Zeitfahren. Er hatte hier einfach einen Vorteil. Ich bin schwerer – und das war heute spürbar. Aber er hat es verdient. Glückwunsch an ihn – er darf das Trikot bis morgen genießen. Und dann hoffe ich, dass es wieder meins ist.“
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.