Nicolas Prodhomme hat auf den Spitznamen „Pantani“ reagiert, den ihm
Tadej Pogacar während der
Tour de France 2026 verpasst hatte. Der Profi von Decathlon CMA CGM hatte auf den finalen Bergetappen der Frankreich-Rundfahrt wiederholt beschleunigt und für kurze Zeit mit hoher Intensität an der Spitze des Feldes gearbeitet.
Pogacar sprach anschließend gegenüber den Medien über diese Fahrweise und scherzte, dass er und seine Teamkollegen Prodhomme bei ihren Gesprächen im Teambus nach dem legendären Kletterer
Marco Pantani benannt hätten. Grund dafür waren die kraftvollen Führungen des Franzosen, zu denen dieser selbst tief im Verlauf der Grand Tour noch in der Lage war.
Pogacars Blick auf Prodhomme wird zum viel geteilten Tour-Moment
Prodhomme hatte am Fuß mehrerer Anstiege wiederholt das Tempo verschärft, während er für seinen jungen Teamkapitän Paul Seixas arbeitete. Am Col de Sarenne, dem letzten großen Anstieg der 20. Etappe, setzte er erneut einen solchen scharfen Antritt.
Nicolas Prodhomme sorgte mit seinen heftigen Tempoverschärfungen bei der Tour de France für Aufsehen. Tadej Pogacar und seine Teamkollegen tauften ihn deshalb scherzhaft „Pantani“.
Daraufhin fuhr Pogacar neben den Franzosen und starrte ihn mehrere Sekunden lang an. Die Szene entwickelte sich zu einem der meistgeteilten Bilder des Abschlusswochenendes der Tour de France.
„Wir hatten im Team vorher schon darüber gescherzt und ihn ‚Pantani‘ genannt, weil er immer noch die Kraft für den Schlusssprint fand“, erklärte Pogacar im
Podcast Val 202. „Er hat immer beschleunigt und die Gruppe in den ersten 500 Metern des Anstiegs in die Länge gezogen. Das hat uns im Team nicht so gefallen.“
Prodhomme blickt auf die Tour de France zurück
Nachdem sich der Staub rund um die Tour de France 2026 gelegt hat, blickte Prodhomme noch einmal auf diese Momente zurück. Als Grund für seine oftmals kurzen und heftigen Führungen nannte er Probleme mit dem Teamfunk, die zu Missverständnissen und veränderten Plänen an den Anstiegen geführt hätten.
Gegenüber
Velofute erklärte er: „Es war vor allem ein Kommunikationsproblem mit dem Begleitfahrzeug. Ich sollte das Tempo erhöhen, aber nicht genau in diesem Moment. Die Ohrstöpsel funktionierten nicht perfekt, also habe ich für kurze Zeit sehr hart beschleunigt, obwohl die geplante Aktion erst ein paar Kilometer später stattfinden sollte.“
Prodhomme ergänzte: „Ich glaube, er hat sich einfach gefragt, warum ich das mache. In dem Moment habe ich seinen Blick nicht einmal bemerkt: Ich war auf den Funk und meine Zeitvorgaben konzentriert. Zwischen uns gibt es kein Problem. Wir haben zuvor schon über die Positionierung im Feld gesprochen, es gibt gegenseitigen Respekt, und er hat mir sogar nach der Etappe zum Markstein gratuliert, wo ich das Tempo angezogen hatte.“
Prodhomme wird wegen des Spitznamens „Pantani“ aufgezogen
Auf die Pantani-Analogie seiner Rivalen von UAE Team Emirates - XRG angesprochen, machte Prodhomme deutlich, dass ihm eine andere Anrede eigentlich lieber wäre. Gleichzeitig betonte er, den Scherz zu verstehen und den Vergleich nach dem Ende der Tour mit Humor nehmen zu können.
„Ich werde deswegen tatsächlich ziemlich oft von meinen Teamkollegen aufgezogen“, sagte Prodhomme. „Ehrlich gesagt sehe ich mich nicht als Pantani, und mir wäre lieber, er nennt mich bei meinem Namen.“
Mit Blick auf Pogacars Begründung kann der Franzose dem Spitznamen allerdings auch etwas Positives abgewinnen: „Wenn ich dann aber die Begründung für diesen Spitznamen lese, ist es eigentlich ein schönes Kompliment. Also nehme ich es mit Humor und in positivem Sinn.“