Jonas Vingegaard verliert seinen langjährigen Trainer, als Tim Heemskerk Team Visma | Lease a Bike inmitten einer ins Stocken geratenen Vorbereitung auf 2026 verlässt

Radsport
Montag, 09 Februar 2026 um 16:30
Vingegaard
Jonas Vingegaards ohnehin bereits gestörter Start in die Saison 2026 ist erneut umgeformt worden, diesmal hinter den Kulissen.
Tim Heemskerk, der Performance-Coach, der den Dänen auf weiten Teilen seines Weges an die Spitze eng begleitet hat, verlässt Team Visma | Lease a Bike nach acht Jahren.
Für sich genommen wirkt der Abgang wie ein natürlicher beruflicher Neustart. Im Kontext fügt er einer Saison, die bisher weniger von Planung als von Anpassung geprägt ist, eine weitere Ebene des Wandels hinzu.
Vingegaards Winter wurde bereits durch einen Trainingssturz unterbrochen, gefolgt von Krankheit und der späten Entscheidung, die UAE Tour abzusagen. Diese Abfolge reduzierte seinen Rennkalender auf lediglich drei Einsätze im gesamten Jahr. Nun tritt auch der Coach zurück, der seiner trainingsmethodischen Entwicklung am nächsten stand.

Eine langjährige Partnerschaft endet

Heemskerk stellte seine Entscheidung als persönliche dar und verwies auf die kreativen Anforderungen im Spitzen-Coaching. „In der vergangenen Zeit habe ich gemerkt, dass es mir schwerfiel, meine Kreativität und Leidenschaft, die in meiner Arbeit als Coach wichtig sind, weiter einzubringen“, sagte er in einer Team-Mitteilung. „Das war der Moment, ehrlich zu mir selbst und zum Team zu sein.“
Der Niederländer arbeitete acht Jahre bei Visma und war Teil der von Mathieu Heijboer geführten Performance-Struktur. In dieser Zeit prägte er die Trainingsphilosophie mit, die den Grand-Tour-Erfolg des Teams untermauerte, einschließlich Vingegaards Aufstieg zum Tour-de-France-Anwärter und -Champion.
„Ich blicke mit Stolz auf das Wachstum des Teams, von mir selbst und der Fahrer zurück, natürlich einschließlich Jonas“, ergänzte Heemskerk und unterstrich die persönliche Komponente der Beziehung.

Stabilität in einem heiklen Moment auf dem Prüfstand

Aus Vismas Sicht lautet die Botschaft Kontinuität. Heijboer bezeichnete Heemskerk als „einen zentralen“ Beitragenden sowohl zur Trainingsphilosophie als auch zu den sportlichen Ergebnissen des Teams und betonte zugleich, dass das breitere Performance-System intakt bleibe. „In der vergangenen Zeit habe ich viele Gespräche mit Tim geführt, und ich halte dies für den besten Ausgang“, sagte Heijboer.
Unklar bleibt jedoch, wie die Veränderung speziell bei Vingegaard ankommt. Das Team bestätigte, dass die bisher von Heemskerk betreuten Fahrer intern einem anderen Performance-Coach zugewiesen werden, nannte jedoch keinen Nachfolger und ließ offen, ob der Übergang vorläufig oder dauerhaft ist.
In einer Saison, in der die Margen ohnehin klein sind, lenkt dieser Mangel an Details zwangsläufig Aufmerksamkeit auf sich. Vingegaards Vorbereitung auf 2026 läuft bereits ohne viel Puffer, mit nur einem Rennen vor dem Giro d’Italia und einem komprimierten Fahrplan in Richtung Grand-Tour-Doppel.

Ein weiterer Anpassungsschritt in einer von Störungen geprägten Saison

Nichts davon deutet auf eine Krise hin. Vismas Performance-Struktur ist auf Robustheit ausgelegt, und Heemskerks Abschied wurde ruhig und professionell begleitet. Im Zusammenspiel mit allem anderen verstärkt es jedoch ein klares Muster.
Vingegaards Saison wird eher durch Anpassungen als durch einen sauberen, ununterbrochenen Aufbau geprägt. Der Sturz nahm Trainingskontinuität. Krankheit nahm den geplanten Saisonauftakt. Analysten haben die Risiken eines Drei-Rennen-Kalenders hinterfragt. Führende Stimmen haben öffentlich mehr Klarheit zu seiner Situation eingefordert. Nun verändert sich auch ein langjähriges Element seines Vorbereitungsumfelds.
Für sich genommen ist jede Entwicklung beherrschbar. In Summe verengen sie den Spielraum für Fehler.
Für einen Fahrer, dessen Erfolg auf Präzision, Wiederholbarkeit und Detailkontrolle beruht, stellt 2026 bereits andere Fragen. Ob das zugrunde liegende System diese Veränderungen nahtlos auffängt oder ob sie an den Rändern sichtbar werden, wird sich erst zeigen, wenn Vingegaard endlich ins Renngeschehen zurückkehrt.
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