Remco Evenepoel kann als Tour-de-France-Kapitän von Red Bull - BORA Hansgrohe gelten – und liefert dafür gute Argumente, wie seine drahtige, fitte Verfassung zeigt, sagt ein Eurosport-Analyst.
Der Belgier zählt für Ex-Profi und Motorrad-Analyst
Jens Voigt zu den Hauptanwärtern aufs Podium und ist aus Sicht der Spitzenfahrer Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard ernst zu nehmen.
Zwar räumt Voigt ein, dass die Referenzen von
Evenepoel und Florian Lipowitz für eine geteilte Kapitänsrolle sprechen, dennoch tendiert er klar zu Evenepoel – obwohl Lipowitz’ bevorzugtes Terrain, die hohen Berge, noch ansteht.
„Beide waren einmal Dritter bei der
Tour de France, vergangenes Jahr und das Jahr davor, also sind sie gleichberechtigte Kapitäne“, sagte Voigt
bei TNT Sports.
Evenepoel wirkt „unglaublich drahtig“
Er ergänzte: „Aktuell spricht mehr für Remco, der unglaublich drahtig und bereit wirkt. Die langen Berge, in denen Florian dieses Jahr stärker erscheint, kommen erst noch, aber im Moment zeigt Remco eine richtig starke Vorstellung.“
Bei weiteren Kandidaten erklärte Voigt den französischen Teenager
Paul Seixas für „bereit“ für den Gesamtklassement-Kampf, trotz Expertenzweifeln, welches Ziel er bei seinem Debüt in der Grande Boucle anpeilen sollte.
Er schloss: „Und vergesst das junge Wildpferd Paul Seixas nicht, er ist nach seinem Sturz vor zwei Wochen ganz klar bereit. Sein Team wirkt schwächer als er selbst. Aber er ist bereit, er brennt förmlich, sozusagen.“
Evenepoel reagiert nach Etappe 3
Unterdessen verwies Evenepoel auf die Art und Weise, wie UAE Team Emirates – XRG Etappe 3 kontrolliert hatte, eine gefährliche Ausreißergruppe zurückholte und Pogacar anschließend vollendete und ins Gelbe fuhr.
„Es ist ein bisschen schade, dass sie die Ausreißer nicht fahren ließen“,
sagte Evenepoel im Ziel zu Sporza. „Das wäre eine schöne Chance für sie gewesen. Aber es ist wie Tadej nach dem Ziel sagte: Wenn du das Gefühl hast, dass du gewinnen kannst, darfst du es nicht liegen lassen.“
Bei der Einschätzung seiner eigenen Verfassung gab er zu, dass er trotz UAE und Pogacar, die das Finale für das Peloton öffneten, nicht um den Sieg sprinten würde.
„Ich merkte, dass das Beste weg war“, gestand er. „Als wir in den Schlussanstieg einbogen, fühlte ich, dass ich hart fahren konnte, aber nicht um den Sieg sprinten.“