Ist die Saison 2025 für Giulio Ciccone vorbei? Italiener zieht sich in letzter Minute vom Giro dell'Emilia zurück, Il Lombardia ernsthaft in Frage gestellt
Giulio Ciccones Stop-Start-Kampagne 2025 scheint eine weitere unwillkommene Wendung genommen zu haben, denn Lidl-Trek bestätigte am Samstagmorgen, dass der Italiener aufgrund einer Erkrankung nicht am Giro dell'Emilia teilnehmen wird. Die Ankündigung kommt nur wenige Tage nach seiner Rückkehr von den UCI-Straßenweltmeisterschaften in Kigali, wo er Italien im Straßenrennen der Elite der Männer vertrat.
„Leider wird Giulio Ciccone bei den ersten italienischen Eintagesrennen, einschließlich des heutigen Giro dell'Emilia, aufgrund einer Erkrankung nach seiner Rückkehr von den Weltmeisterschaften nicht an der Startlinie stehen", schrieb Lidl-Trek auf den sozialen Medien. „Es gibt noch keine Entscheidung darüber, ob er noch an der Il Lombardia teilnehmen wird."
Eine Saison voller Höhepunkte und Frustrationen
Die Nachricht markiert ein frustrierendes Ende eines turbulenten Jahres für Ciccone. Seine Saison 2025 schwankte zwischen vielversprechenden Glanzlichtern und anhaltenden Rückschlägen.
Im April eröffnete er sein Konto mit einem Sieg auf der 1. Etappe der Tour of the Alps und zeigte, dass er nach dem Jahr 2024 wieder zu seiner starken Kletterform zurückgefunden hatte. Doch dieser Schwung wurde im Mai beim Giro d'Italia jäh gestoppt, als ein Sturz und eine anschließende Quadrizepsverletzung ihn zwangen, seine Heim-Grand-Tour nach der Hälfte des Rennens aufzugeben.
Nach einer langen Genesungszeit kehrte Ciccone im Sommer in den Wettkampf zurück und zeigte sich von seiner besten Seite. Er gewann die Clásica San Sebastián in souveräner Manier, als er auf dem Murgil-Tontorra solo attackierte und eine Gruppe mit Jan Christen und Isaac Del Toro aufhielt. Einige Wochen später holte er einen weiteren Sieg an den Lagunas de Neila bei der Vuelta a Burgos, bevor er mit Ambitionen auf eine Top-Ten-Platzierung zur Vuelta a España fuhr.
Doch auch dieser Erfolg wurde durch eine vorzeitige Infektion zunichte gemacht, die ihn auf halber Strecke der Spanien-Rundfahrt aus dem Rennen um die Gesamtwertung warf, obwohl er zuvor bei der Bergankunft in Limone Piemonte Zweiter hinter Jonas Vingegaard geworden war.
Ciccone in Aktion bei den jüngsten Weltmeisterschaften
Eine Saison, die mehr versprach
Ciccones jüngste Erkrankung droht nun, den Vorhang über einem Jahr zu lüften, das zwar mit herausragenden Momenten gespickt war, es ihm aber nie erlaubte, eine dauerhafte Form zu erreichen. Die Ungewissheit über seine Teilnahme an der Lombardei am kommenden Wochenende - dem Rennen, das er seit langem als sein „Heim-Monument" bezeichnet - wird für Fahrer und Fans eine bittere Pille sein, die es zu schlucken gilt.
Sollte er das „Rennen der fallenden Blätter" verpassen, wird Ciccone das Jahr 2025 mit nur 25 Renntagen seit dem Giro abschließen, wenn auch mit zwei prestigeträchtigen Siegen, die seine anhaltende Klasse unterstreichen, wenn er fit ist.
Für einen Fahrer, dessen Saison so vielversprechend begann und der nach dem Rückschlag beim Giro scheinbar die Kurve gekriegt hatte, könnte der Zeitpunkt dieser Krankheit kaum ungünstiger sein. Unabhängig davon, ob er am nächsten Wochenende in Como antritt oder nicht, wird das Jahr 2025 als ein Jahr des Durchhaltevermögens, der Frustration und des alten Glanzes von Giulio Ciccone in die Geschichte eingehen, von dem der italienische Radsport noch immer hofft, dass er ihn wieder voll entfesselt.
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Unfortunately @giuliocicco1 will not be at the start line of the first Italian one-day races including today’s #GirodellEmilia due to illness upon his return home from the World Championships.
No decision yet on whether he will still race Il Lombardia 🤞🙏