Alexander Kristoffs glanzvolle Karriere scheint auf grausame Weise zu Ende gegangen zu sein. Der 38-jährige Norweger, der bei der Tour de Langkawi das letzte Rennen seiner Profikarriere bestreiten sollte, stürzte auf der 7. Etappe und musste aufgeben. Damit endete seine Jagd nach dem 100sten Sieg seiner Karriere abrupt.
Kristoff, der für Uno-X Mobility fährt, war mit einem klaren Ziel nach Malaysia gereist: Er wollte sich mit einem Jahrhundert an Siegen aus dem Sport verabschieden. Vor dem Rennen hatte er 98 Siege auf dem Konto und brauchte nur noch zwei weitere, um sein Palmarès stilvoll zu vervollständigen. Die Tour de Langkawi mit ihren sechs möglichen Sprintankünften schien die perfekte Gelegenheit für den Sprintveteranen zu sein, das Kunststück zu vollenden, bevor er sich verabschiedete.
Zu Beginn der Woche war Kristoff kurz davor, seine Siegertradition fortzusetzen, als er auf der 3. Etappe knapp hinter Matteo Malucelli Zweiter wurde. Auch auf der ersten und sechsten Etappe wurde er Fünfter. Dabei zeigte er die Stärke und Beständigkeit, die seine Karriere ausmachen - eine Karriere, die Siege bei Mailand-San Remo, der Flandern-Rundfahrt und vier Etappensiege bei der Tour de France umfasst.
Ein grausames Ende für einen wahren Hardman
Leider hat das Schicksal alle Pläne für einen erfolgreichen Abschied aus dem Peloton zunichte gemacht. In der Mitte der 7. Etappe der Tour de Langkawi stürzte Kristoff auf einem scheinbar harmlosen Stück trockener, gerader Straße und brachte dabei seinen Teamkollegen Erlend Blikra zu Fall. Blikra konnte wieder aufsteigen und weiterfahren, aber Kristoff blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht und an der Seite liegend am Straßenrand liegen und konnte nicht weiterfahren.
Mit diesem Sturz - und seinem anschließenden Abbruch des Rennens - geht eine der längsten und angesehensten Karrieren im modernen Radsport zu Ende. Kristoff war über 15 Jahre lang eine feste Größe im Peloton. Er hat 98 Siege errungen und sich einen Ruf als einer der härtesten und zuverlässigsten Sprinter des Sports erworben. Seine Stärke, Arbeitsmoral und Langlebigkeit machten ihn in Norwegen zum Nationalhelden und im internationalen Peloton zu einem Musterprofi.
Ob die Geschichte hier wirklich zu Ende ist, wird sich zeigen. Rücktrittsentscheidungen im Radsport werden immer wieder umgeschrieben, aber wenn dies tatsächlich das Ende ist, geht Alexander Kristoff mit einem sicheren Erbe: ein Champion, der bis zum letzten Kilometer mit Mut, Demut und Klasse gefahren ist.
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Alexander Kristoff termine sa carrière sur un abandon suite à une chute sur la 7ème étape du Tour de Langkawi...
Le Norvégien aura remporté au total 98 victoires dans sa carrière professionnelle ! 🙌