Jonas Vingegaards Saison 2026 wird bislang mehr von Ausfällen als von Aktionen geprägt. Ein Trainingssturz im Winter in Spanien, gefolgt von Krankheit, zwang ihn zum Verzicht auf die
UAE Tour und reduzierte seinen Kalender leise auf nur drei Rennen im gesamten Jahr.
Was bleibt, ist für einen Fahrer mit zwei geplanten Formgipfeln ungewöhnlich schmal. Die Volta a Catalunya ist nun sein einziges Rennen vor dem Giro d’Italia, gefolgt von der Tour de France im Juli.
Zwischen dem Ausfall des geplanten Saisonauftakts und den Anforderungen zweier Grand Tours ist die Fehlertoleranz deutlich geschrumpft.
Vor diesem Hintergrund wird in Dänemark nun diskutiert, ob der Plan noch genug Raum für eine saubere Vorbereitung lässt.
Eine Saison auf drei Rennen reduziert
Die
UAE Tour sollte Rhythmus liefern, nicht Resultate. Deren Wegfall macht Katalonien zu Vingegaards einzigem Wettkampf-Referenzpunkt vor dem Giro und legt damit weit mehr Gewicht auf eine einzige Rennwoche.
Gegenüber TV2 formulierte Ex-Profi Lars Bak klar, was ihm in diesem Bild fehlt. „Ich würde mir sehr wünschen, dass er vor dem Giro noch eine weitere Rundfahrt fährt“, sagte Bak.
Baks Sorge gilt nicht dem Umfang. Es geht um Schärfe und das Aussetzen gegenüber Rennstress. Vingegaard hat im Winter hart trainiert, doch der Sturz unterbrach die Kontinuität, die Krankheit verzögerte den Wiedereinstieg. „Er hat viel trainiert, wirklich sehr viel, aber in Rennsituationen zu kommen und Tempo in die Beine zu bringen… da habe ich meine Zweifel, wenn er vor dem Giro nur die Volta a Catalunya fährt“, ergänzte Bak.
Wenn Vorbereitung keinen Puffer lässt
Mit nur einem Rennen vor dem Giro bleibt kein Raum zur Nachjustierung. Jedes Problem in Katalonien wiegt nun unverhältnismäßig schwer – ob Form, Timing oder einfach Rennrhythmus.
Diese Fragilität ist eine direkte Folge seines Winters. Der Trainingssturz wurde pelotonweit diskutiert, doch für ihn nahm er Schwung in einer Schlüsselphase der Vorbereitung. Die Krankheit vollendete die Taktverdichtung und ließ seinen Frühling um einen einzigen Wettkampf-Referenzpunkt kreisen.
Zuversicht aus Erfahrung
Nicht alle sehen diese Verdichtung als Problem. Emil Axelgaard nannte den Verzicht auf die
UAE Tour zwar „nicht optimal“, blieb aber weit entfernt von Alarmismus. „Ich halte die Katastrophe, ein Rennen zu verpassen, nicht für besonders groß“, sagte Axelgaard und verwies darauf, dass Vingegaard ohnehin einen leichten Aufbau vor dem Giro geplant hatte.
Axelgaards Zuversicht gründet eher auf Erfahrung als auf Optimismus. „Er hatte nie Probleme, nach rennfreien Phasen messerscharf zu sein“, sagte er – ein Muster, das Vingegaards Aufstieg an die Spitze weitgehend geprägt hat.
Wo Unsicherheit bleibt, betrifft sie das Timing, nicht das Volumen. Vingegaard musste noch nie so früh in der Saison seine Topform erreichen – eine direkte Folge des Doppelziels Giro und Tour de France. „Die Herausforderung ist, dass Vingegaard wegen des Giro noch nie so früh peaken musste“, ergänzte Axelgaard.
Darauf ruht nun die Balance seiner Saison. Mit nur drei Rennen im Kalender und keinem Sicherheitsnetz vor Mai ist Vingegaards Jahr 2026 zu einer Übung in Präzision geworden. Der Sturz hat die Flexibilität bereits genommen. Ob der verbleibende Plan reicht, um ihn durch zwei Grand Tours zu tragen, wird alles Weitere bestimmen.