Niels Vandeputte lieferte beim Krawatencross in Lille einen souveränen Soloritt ab, setzte sich in der zweiten Rennhälfte ab, feierte seinen fünften Saisonsieg und untermauerte seine Autorität in der
X2O Trofee.
Schon auf der ersten Runde wirkte Vandeputte auf dem sandigen Kurs in den Lilse Bergen vollkommen im Rhythmus. Nachdem er zunächst Mees Hendrikx in die ersten technischen Passagen gefolgt war, fuhr der Alpecin-Profi geschmeidig an die Spitze und diktierte ein unerbittliches Tempo.
Am Ende der ersten Runden hatte er bereits einen kleinen, aber deutlichen Vorsprung auf Felipe Orts herausgefahren, während sich das Feld der Verfolger dahinter in die Länge zog.
Der Druck nahm mit fortschreitendem Rennen stetig zu. Zur Rennmitte legte Vandeputte nochmals nach, zwang Orts in die Defensive und riss die Abstände weiter auf. Nach drei Runden war der Unterschied zwischen der Spitze und den Jägern bereits deutlich gewachsen und zeigte, wie früh die Entscheidung fiel.
Verschleiß entscheidet den Kampf ums Podium
Die entscheidende Phase kam, als Vandeputte seine Rivalen Schritt für Schritt zermürbte statt mit einer einzigen Attacke. Orts brach unter dem Dauerstress schließlich ein und konzentrierte sich auf Rang zwei, während dahinter der Kampf um den letzten Podestplatz an Schärfe gewann.
Michael Vanthourenhout arbeitete sich nach verhaltenem Beginn sukzessive nach vorn und setzte sich in den Schlussrunden von Joris Nieuwenhuis ab. Nieuwenhuis, der als Führender der
X2O Trofee ins Rennen gegangen war, konnte nach einem kleinen Fehler spät nicht mehr kontern und überließ Vanthourenhout Rang drei.
Weiter hinten musste Toon Aerts zwei Runden vor Schluss den Podiumskampf aufgeben. In seinem letzten Crossrennen der Saison, bevor der Fokus auf die Straße wechselt, fiel Aerts dem zermürbenden Rennverlauf zum Opfer und wurde Fünfter. Cameron Mason erwischte einen besonders schweren Tag, verlor mehrere Minuten und fiel klar aus der Entscheidung.
Mit dem Klingeln zur letzten Runde begann für Vandeputte faktisch die Ehrenrunde. Er fuhr unbedrängt in 58 Minuten und 58 Sekunden ins Ziel. Orts folgte 28 Sekunden dahinter, Vanthourenhout komplettierte das Podium mit 57 Sekunden Rückstand.
Es war der zweite Sieg innerhalb von drei Tagen für Vandeputte, der eine dominante Woche abrundete und seinen Status als stärkster Fahrer der Serie in dieser Winterphase weiter festigte.