Giulio Pellizzari setzte seine beeindruckende Woche bei
Tirreno-Adriatico fort. Auf der 4. Etappe sprintete der Italiener hinter
Mathieu van der Poel auf Rang zwei und sorgte erneut für ein unerwartet starkes Ergebnis im Finale.
Der
Red Bull - BORA - hansgrohe-Profi hatte bereits zuvor im Rennen auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem Mathieu van der Poel und Isaac Del Toro im entscheidenden Schotterabschnitt davongezogen waren, belegte Pellizzari ebenfalls Platz zwei. Auch diesmal gehörte er zu den stärksten Fahrern, nachdem das Rennen an den steilen Rampen nach Tortoreto explodiert war.
Cleveres Rennen nach brutalem Anstieg
Während sich die Gesamtwertungsfahrer in den letzten Kilometern mit Attacken überboten, blieb Pellizzari im stark reduzierten Feld ruhig. Der Italiener positionierte sich geschickt und startete seinen Sprint erst auf den letzten Metern.
Pellizzari beeindruckt bei Tirreno–Adriatico 2026
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das gemacht habe“, sagte Pellizzari anschließend im Gespräch mit
Cycling Pro Net.
Die entscheidende Phase spielte sich am letzten Anstieg der Etappe ab. Gesamtführender Isaac Del Toro griff dort an, nachdem Team Visma - Lease a Bike über Matteo Jorgenson ein sehr hohes Tempo vorgelegt hatte.
Über die Kuppe bildete sich eine kleine Favoritengruppe mit Fahrern wie Mathieu van der Poel, Wout van Aert, Filippo Ganna und Primoz Roglic. Pellizzari behauptete sich ebenfalls in dieser Spitzengruppe.
Statt selbst zu attackieren, entschied sich der Italiener für eine andere Strategie. Er konzentrierte sich darauf, sich nach dem extrem harten Anstieg zunächst zu erholen.
„Ich bin hinten geblieben und habe versucht, mich nach dem Anstieg zu sammeln“, erklärte Pellizzari. „Dann habe ich mich nur noch auf meinen Sprint konzentriert.“
Sprint perfekt vorbereitet
Im Schlusskilometer versuchten mehrere Fahrer, die Pattsituation aufzulösen.
Jan Christen eröffnete die Serie der Attacken, kurz darauf beschleunigte Filippo Ganna und zwang die Gruppe erneut zur Reaktion.
Pellizzari blieb dagegen geduldig und wartete auf den richtigen Moment. Die Attacken vor ihm nutzte er, um seinen eigenen Sprint optimal vorzubereiten.
„Ich kam mit viel Geschwindigkeit in den Sprint“, sagte er.
Auch wenn Van der Poel im finalen Antritt klar der Stärkste war, erwies sich Pellizzari hinter dem niederländischen Klassiker-Star erneut als schnellster Fahrer der Verfolger.
„Ich glaube, ich habe den Sprint aus der Gruppe heraus tatsächlich gewonnen, aber Van der Poel war schon vorne.“
Wichtige Sekunden für das Gesamtklassement
Der zweite Platz brachte Pellizzari außerdem wertvolle Bonussekunden ein. Diese könnten im weiteren Verlauf der Rundfahrt noch eine wichtige Rolle im Kampf um das Gesamtklassement spielen.
Der Italiener selbst erkannte die Bedeutung der gewonnenen Zeit, blieb jedoch vorsichtig mit Prognosen.
„Ich denke, das ist wichtig“, sagte er. „Aber ich weiß nicht, ob die Gesamtwertung am Ende nur durch wenige Sekunden getrennt sein wird, also schauen wir mal.“