„Ich sehe, er ist deutlich selbstbewusster“ – Was macht Enric Mas im Vuelta-Kampf diesmal anders, während er das Rote Trikot trägt?

Radsport
Dienstag, 08 September 2026 um 11:30
Enric Mas im Roten Trikot bei der Vuelta a España 2026.
Enric Mas geht als klarer Führender der Gesamtwertung in die dritte und entscheidende Woche der Vuelta a España 2026. Der Movistar-Team-Profi liegt nach herausragender Form in den jüngsten Bergetappen mehr als zwei Minuten vor Felix Gall und Primož Roglič.
Für Chente García Acosta, Sportdirektor der spanischen Equipe, liegt ein Schlüssel zum Niveau des Mallorquiners in der Ruhe, die er sowohl auf dem Rad als auch innerhalb des Teams ausstrahlt.
„Er ist in einer sehr guten Verfassung. Was mir am meisten auffällt: Er ist deutlich gefestigter“, sagte Chente gegenüber COPE.
Der Sportliche Leiter des Movistar Team sieht die deutlichste Veränderung bei Enric Mas nicht nur in den Beinen, sondern in der Souveränität, mit der er jede Etappe angeht. „Er hat großes Selbstvertrauen und vor allem vollständiges Vertrauen in die Mannschaft“, betonte er.
Dieses Vertrauen hat sich auf den Rest der Mannschaft übertragen. In den vergangenen Tagen hat das Movistar Team komplexe Rennsituationen kontrolliert und mehrfach mehrere Fahrer in Schlüsselmomenten an der Seite von Mas positioniert.
Enric Mas im Roten Trikot bei der Vuelta a España 2026.
Enric Mas bei der Vuelta a España 2026.
Für Chente ist die Atmosphäre innerhalb des Teams einer der Hauptgründe für das aktuelle Niveau.
„Das Team ist extrem geschlossen – wirklich eng beieinander – und das lässt alles besser funktionieren.“

Movistar legte zu, als niemand wusste, was zu erwarten war

Die Ausgangslage des Movistar Team hat sich während dieser Vuelta drastisch verändert. Der Ausstieg von Tadej Pogačar nach Etappe 8 öffnete die Gesamtwertung und machte Enric Mas zu einem der Hauptanwärter auf den Gesamtsieg.
Ab diesem Moment kamen auch Zweifel auf, ob Movistar die Last einer dreiwöchigen Rundfahrt mit dem eigenen Kapitän im Roten Trikot schultern kann.
Die Antwort auf der Straße fiel eindeutig aus. „Ja, und wir haben uns gezeigt, jede und jeder von uns, wenn es nötig war“, sagte er.
Der Sportliche Leiter der spanischen Equipe findet, dass Movistar in der zweiten Woche ein besonders starkes Bild abgegeben hat – genau dann, als die Verantwortung spürbar wuchs. „Ein außergewöhnliches Mannschaftsbild“, fasste er zusammen.
Um zu erklären, was Movistar erlebt, griff Chente sogar zu einem Fußballvergleich. Er erinnerte an Spaniens jüngsten Triumph und nutzte ihn, um den Geist zu beschreiben, den seine Mannschaft zeigt.
„Wenn man es auf den Fußball überträgt, ist es das, was wir vor anderthalb Monaten mit dem WM-Sieg gesehen haben, oder?“ merkte er an.
Seine Botschaft ist klar: Die Ergebnisse kommen durch Beiträge der gesamten Mannschaft, nicht nur durch Enric Mas. „Am Ende zählt das Team, das Team – und dass man gemeinsam nach vorne drückt. Wenn einer nicht kann, springt der nächste ein.“
Diese Philosophie zeigte sich zuletzt am deutlichsten. Raúl García Pierna, Pablo Castrillo und die anderen übernahmen vielfältige Aufgaben zum Schutz des Roten Trikots, während Mas auf den Schlussanstiegen mit Attacken antwortete, die seinen Vorsprung stetig ausbauten.

Movistar stellt sich der Entscheidung

Mit mehr als zwei Minuten auf Gall und Roglič geht Enric Mas nun deutlich gefestigter in die entscheidende Phase der Vuelta, als zu dem Zeitpunkt, als er erstmals Rot übernahm.
Doch beim Movistar Team bleibt man geerdet. Die dritte Woche wird allen Fahrern alles abverlangen, und die Mannschaft muss die Geschlossenheit bewahren, die sie bis hierher gebracht hat. Für Chente gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zu anderen Momenten: Vertrauen.
Enric Mas vertraut seinen Teamkollegen, die Teamkollegen vertrauen ihm, und die Mannschaft liefert jedes Mal, wenn das Rennen etwas Extra fordert. Diese Einheit ist laut dem Sportlichen Leiter des Movistar Team ein Grund, warum die spanische Equipe ein unerwartetes Szenario in eine historische Chance verwandelt hat.
Mit dieser Haltung geht das Movistar Team in die Schlusswoche der La Vuelta. Und mit einem Enric Mas, der – so sein Sportdirektor – eine Souveränität ausstrahlt, wie er sie noch nie zuvor gezeigt hat.
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