Thibau Nys meldete sich auf WeltTour-Niveau an der Spitze zurück – auf der 10. Etappe der
Vuelta a Espana 2026 –, doch Platz drei hinter Bastien Tronchon und Magnus Cort brachte dem Lidl – Trek-Profi mehr Frust als Freude.
Der Anstieg ins Ziel in Elche de la Sierra lag Nys, der überzeugt war, sich vor der letzten Kurve ideal positioniert zu haben – bis eben diese die Dynamik seines Sprints veränderte. „Ich war eigentlich perfekt positioniert“, sagte Nys danach. „Aber in der letzten Kurve habe ich zehn Plätze verloren, wodurch ich meinen Sprint schon eröffnen musste.“
Nys musste früher als geplant beschleunigen und kämpfte sich wieder nach vorn, schließlich hinter dem Überraschungssieger Tronchon und Cort über die Linie.
Am meisten ärgerte ihn der Moment rund 250 Meter vor dem Ziel. „Bei 250 Metern habe ich mich noch einmal kurz hingesetzt, aber ich hätte den Mut haben sollen, einfach in einem Zug durchzuziehen“, gab er zu. „Diese Erfahrung fehlt mir im Sprint noch ein wenig.“
„Enttäuschung ist das vorherrschende Gefühl“
Dennoch war es klar Nys’ bestes Resultat dieser Vuelta nach einer schwierigen Vorbereitung auf die Rundfahrt.
Eine Knieoperation hatte weite Teile seines Frühjahrs ausgelöscht und ihn wochenlang vom Rad ferngehalten. Nach dem Comeback im Juni wurde seine Vuelta-Vorbereitung dann von Toxoplasmose unterbrochen, wodurch sein Start kurz vor Beginn fraglich war.
Auch in den ersten neun Etappen blieb Nys ohne Top-20-Platzierung, ehe er sich in Elche de la Sierra plötzlich im Kampf um den Etappensieg wiederfand. „Ich bin aber zufrieden damit, wie es sich angefühlt hat“, sagte er. „Es bestätigt, dass ich bei dieser Vuelta wirklich da bin, aber Enttäuschung ist trotzdem das vorherrschende Gefühl.“
Der Frust war angesichts der knappen Entscheidung nachvollziehbar. Nys hat seinen Ruf auf der Straße bereits mit explosiven Ankünften am Berg untermauert, mit drei Etappensiegen bei der Tour de Pologne 2024 und dem GP Miguel Indurain 2025.
Der Sieg bleibt Nys’ Maßstab
Die 10. Etappe war sein erstes Vuelta-Podium und sein bestes WeltTour-Ergebnis seit den gesundheitlichen und verletzungsbedingten Rückschlägen dieser Saison, doch Nys wollte Platz drei nicht als Endpunkt seiner Rückkehr werten.
„Ich möchte ein Rennen gewinnen, bevor ich sage, dass ich komplett zurück bin.“
Vorerst bleibt ihm Bestätigung mit Restschulden. Nys ist bei der Vuelta wieder im Rennen um Etappensiege, doch auf das Ergebnis, auf das er wartet, steht weiterhin die Eins.