„Captain America“
Quinn Simmons war der wertvollste Helfer der
Tour de France 2025 und ist auch in diesem Jahr bereits ein heißer Kandidat auf diesen inoffiziellen Titel. Selbstlos und kompromisslos wichtig für den
Teamerfolg in Foix, wo Mads Pedersen den Tagessieg für
Lidl-Trek nach einer kollektiven Meisterleistung holte.
Eine perfekte Ausreißergruppe für Lidl-Trek
Selten wird ein Plan so effektiv umgesetzt. An einem Tag, an dem Pedersen im Massensprint der Topfavorit war, hätte ein kontrollierter Nachführjob Sinn ergeben. Doch die deutsche Mannschaft drehte das Skript früh um: Pedersen selbst und Mathias Vacek gehörten zur ersten Fluchtgruppe. Kurz darauf stieß Simmons zu seinen Teamkollegen in einer rund drei Dutzend Fahrer starken Spitzengruppe.
Mit Anstiegen, welligem Terrain und starker Konkurrenz war die Umsetzung des Plans alles andere als einfach. Am Ende lief jedoch alles perfekt zusammen – eine Machtdemonstration, wie man sie aus einer Ausreißergruppe selten sieht. Vacek neutralisierte frühe Attacken vor dem entscheidenden Anstieg, während Simmons am Berg selbst jede Bewegung deckte.
Mads Pedersen, in Topform, überquerte die Kuppe nur Sekunden hinter den Spitzenreitern, Simmons und Vacek brachten ihn souverän zurück. Das Duo kontrollierte in den heiklen Schlusskilometern jeden Vorstoß, damit der Däne um den Sieg sprinten konnte.
„Wenn du jemanden wie Vacek, einen Kapitän wie Mads und eine Mannschaft mit unserer Power an einem guten Tag hast, sind wir schwer zu schlagen. Ich bin einfach froh, dass es für Mads aufgegangen ist und er seine Etappe bekommen hat“, sagte Simmons bei TNT Sports.
Simmons sprintete am Ende trotz enormer Arbeit auf Rang zwei und krönte damit einen Arbeitstag, dem kein anderes Team etwas entgegensetzen konnte. Pedersen gewann die Etappe und fuhr ins Grüne Trikot, während Vacek dank der Lücke zum Peloton ins Weiße Trikot schlüpfte.
„Es wirkt so, als hätten alle im Team außer mir einen Preis bekommen, aber ja, das war schön“, scherzte er. Doch Simmons’ Helferdienste bekamen erneut Bestnote – Lidl-Trek durfte in den Pyrenäen feiern.
„Die Taktik war, in die Gruppe zu gehen und dann mit Mads die Etappe zu gewinnen. Ich denke, man hat die Strategie gesehen.“
Trotz seiner immensen Arbeit sprintete Quinn Simmons hinter Mads Pedersen noch auf Platz zwei
Quinn Simmons zeigt einmal mehr seinen wahren Wert
Simmons war vor zwölf Monaten einer der auffälligsten Helfer der Tour und brachte 2026 ähnliche Form zur Grand Boucle. Das Team holte den ersten Etappensieg und setzte sich zudem mit deutlichem Vorsprung auf das Podium der Mannschaftswertung. Ein harter Vier-Tage-Auftakt zur Tour, aber einer, in dem sich die Mühen ausgezahlt haben.
„Ja, erinnert mich bitte nicht daran, dass wir erst vier Tage unterwegs sind. In der ersten Woche denke ich ungern daran“, witzelte „Captain America“. „Wir sind für einen Etappensieg und ein gutes Gesamtklassement hier, und bislang gelingt uns beides. Hoffentlich bleibt es so.“
Für Simmons ist es ein weiterer Beweis seiner Klasse. „Es ist kein Geheimnis mehr, was ich an einem guten Tag kann, ich muss nichts vorspielen. Ich habe dem Team gesagt, sie sollen mich zur Tour mitnehmen, weil ich so einen Tag fahren kann, und ich bin einfach glücklich, dass es für Mads aufgegangen ist“, schloss er.