Etappe 4 der
Tour de France war ein welliger Tag, der als schwer kontrollierbar galt.
Mads Pedersen gewann die Etappe als Topfavorit, allerdings unter unerwarteten Umständen – mit einem Ausreißersieg, bei dem zwei Teamkollegen für ihn das Finale kontrollierten
und er den Sprint einer kleinen Gruppe gewann.
Eine Meisterleistung biblischen Ausmaßes
Selten geht ein Plan so reibungslos auf wie heute bei
Lidl-Trek. Die Platzierung von
Mathias Vacek und
Quinn Simmons in der Fluchtgruppe des Tages neben dem forsch agierenden Pedersen erwies sich als perfekter Schachzug und wurde makellos umgesetzt.
Der Däne musste die Anstiege des Tages überstehen und lieferte dabei einige seiner besten Kletterleistungen ab. „Das war ein Meisterstück an Teamarbeit. Bergauf, besonders am Schlussanstieg, habe ich extrem gelitten. Aber Mathias Vacek und Quinn Simmons haben dafür gesorgt, dass ich nicht zu viel Zeit verlor, und danach waren sie bis ins Ziel echte Maschinen“, sagte Pedersen im Zielinterview.
Das Team hatte drei Fahrer in einer Zehnerauswahl über den Col de Montségur und damit die Pferdestärken, um die vielen Attacken zu kontrollieren. Im anziehenden Sprint zur Linie war Pedersen seinen Rivalen klar überlegen und feierte seinen ersten Tour-de-France-Sieg seit drei Jahren.
Diesen Sieg widmete er Luca Guercilena, dem scheidenden General Manager, der bei dieser Tour seinen letzten Einsatz mit dem Team hat. „Vor dem Rennen habe ich mit Luca Guercilena gesprochen. Er sagte: ‚Bitte sorg dafür, dass du früh in der Tour eine Etappe gewinnst‘.“
„Und er meinte, das wäre eine gute Etappe für mich. Diese Etappe ist für Luca, als Dank für all die guten Jahre zusammen. Ich bin ihm sehr dankbar für alles, was er für mich getan hat.“
Mathias Vacek was crucial in controlling the attacks in favour of Pedersen
Pedersen übernimmt Führung in der Punktewertung
„An so einem Tag musst du alles tun, um runterzukühlen. In der Ausreißergruppe zu sein, ist in so einer Situation tatsächlich besser. Das Tempo war den ganzen Tag hoch, und das Zuschließen der Lücken brachte zusätzliche Kühlung. Und auch das war Teamwork: Entlang der Strecke standen viele Menschen mit Eis und Getränken. Das hat enorm geholfen.“
Pedersen war bereits am Vortag in der Fluchtgruppe und hat sich dank seiner Kletterstärke eine starke Ausgangslage für das Grüne Trikot erarbeitet. Mit 50 Punkten im Ziel und einem Zwischensprint war es ein enorm wichtiger Tag für den Dänen, der nahezu alle verfügbaren Zähler holte – nur Jasper Philipsen und Girmay sammelten beim Zwischensprint etwas ein.
„Es ist auch ein guter Tag im Kampf um das Grüne Trikot. Ich hätte Girmay und Philipsen beim Zwischensprint gern geschlagen, aber zum Glück habe ich im Ziel trotzdem fünfzig Punkte geholt“, fügte er an.
Sein Vorsprung auf die beiden Sprinter beträgt nun rund 70 Punkte – ein großes Polster vor der ersten echten Massensprint-Etappe. Mit dem Grünen und dem Weißen Trikot sowie der Teamwertung hat Lidl-Trek den perfekten Tag erwischt und zugleich Juan Ayuso und Mattias Skjelmose sicher im Feld gehalten.