Arnaud De Lies frühe Saisonplanung steht nach einem unglücklichen Unfall abseits des Rennbetriebs auf der Kippe. Ein Sturz zu Hause zog eine Bänderverletzung am Sprunggelenk nach sich, zwingt den Belgier zum Tempo rausnehmen und zu einer Neubewertung der ersten Monate.
Arnaud De Lie bremst nach Sturz Rückkehr mit Fokus auf Klassiker
Gegenüber Sporza machte De Lie klar, dass nun Geduld statt Hektik seine Rückkehr bestimmt. Er will nicht aus reiner Präsenzgründe starten. Er kommt erst zurück, wenn er sich vollständig bereit fühlt.
Er schilderte den Moment, der seinen Winter veränderte: „Ich bin einfach zu Hause auf der Treppe gestürzt.“ Ihm war sofort klar, dass etwas nicht stimmt. „Ich habe sofort gesehen, dass es nicht gut ist. Aber ein Unfall kann überall passieren.“
Der Rückschlag kostete ihn eine Trainingswoche. „Ich konnte eine Woche lang nicht trainieren“, sagte er, auch wenn die Tendenz inzwischen positiv ist. „Es ist unter Kontrolle und geht in die richtige Richtung. Jetzt kann ich drei bis vier Stunden fahren.“
Schritt für Schritt, ohne Eile
Gemeinsam mit seinem Team
Lotto-Intermarché hat De Lie einen behutsamen Reha-Plan aufgesetzt. Der Fokus liegt nicht auf Daten, sondern auf sicherem Aufbau. „Letzte Woche habe ich 17 Stunden trainiert. Meine Form ist gut. Ich fühle mich gut auf dem Rad“, sagte er. Die Grenzen sind aber noch da. „Sprints und harte Belastungen gehen noch nicht. Lockere Ausfahrten und Grundlagentraining sind okay, aber die echte Intensität fehlt noch.“
Statt etwas zu erzwingen, arbeitet er mit dem, was möglich ist. „Ich konzentriere mich auf das, was ich machen kann, und wenn es besser wird, erhöhe ich die Intensität.“
Für De Lie ist die Priorität klar und nicht verhandelbar: „Mein erstes Ziel ist, dass mein Sprunggelenk wieder vollständig in Ordnung ist.“
Diese Haltung erklärt, warum sein Saisonstart offen ist. Geplante Rennen sind keine Selbstläufer mehr. „Normalerweise würde ich in Almería beginnen und dann an der Algarve fahren“, sagte er, betonte aber, dass er sich kein frühes Comeback aufzwingen will, falls der Knöchel nicht bereit ist.
Er kennt den Preis eines Fehltritts. „Ich darf nicht zu früh anfangen, sonst gefährde ich meine Klassiker.“ Für einen Fahrer, dessen Renommee auf dem Frühjahr basiert, ist das Risiko zu groß. Er will zu den Schlüsseldaten mit Substanz anreisen statt übereilt Kilometer zu sammeln.
De Lie hat 33 Profisiege auf der Palmares
Klassiker im Blick, auch während der Pause
Selbst wenn er sich bremst, sind die großen Frühjahrstermine präsent. Das Opening Weekend mit Omloop und Kuurne–Brussel–Kuurne steht auf dem Radar. „Aber ich muss bereit und zu 100 % fit sein“, wiederholte er. „Diese Rennen habe ich im Kopf.“
Weiter voraus bestätigt De Lie die Tour de France und die Herbstrennen in Kanada als Bausteine seines Langzeitplans, ebenso die Weltmeisterschaften in diesem Zeitraum. Doch all das zählt nur, wenn das Fundament ohne Hektik gelegt ist.
Die Botschaft bleibt konstant. Es gibt kein dramatisches Rückkehrdatum, sondern einen Fahrer, der den Teil der Saison, der ihm am meisten bedeutet, nicht kompromittieren will.