Giro d'Italia 2027: Streckendetails durchgesickert – Gavia, Mortirolo und Zoncolan versprechen spektakuläre Schlusswoche

Radsport
durch Nic Gayer
Jonas Vingegaard
Wenige Tage vor der offiziellen Streckenpräsentation zeichnen sich bereits erste konkrete Details zum Giro d'Italia 2027 ab. Die 110. Ausgabe der Italien-Rundfahrt soll vom 8. bis 30. Mai ausgetragen werden und ihren Auftakt im Nordosten des Landes feiern. Im Mittelpunkt der ersten Etappen steht dabei die Region Friaul-Julisch Venetien. Zudem deutet vieles darauf hin, dass die Corsa Rosa schon früh einen Abstecher ins benachbarte Slowenien unternehmen wird.
Nach den bislang durchgesickerten Informationen soll die erste Etappe in Triest beginnen und möglicherweise im slowenischen Koper enden. Für den zweiten Renntag werden Ljubljana und Cividale del Friuli als mögliche Etappenorte gehandelt. Die dritte Etappe würde den Auftaktblock im Nordosten Italiens abschließen: Geplant ist demnach ein Start im Küstenort Lignano Sabbiadoro, ehe das Peloton nach der Überquerung der Colli Euganei das Ziel in Vo' in der Provinz Padua erreichen könnte.

Giro d'Italia 2027: Bergzeitfahren und erste anspruchsvolle Etappen im Süden

Anschließend soll sich das Fahrerfeld auf den Weg Richtung Süden machen. Dabei könnte die Streckenführung durch die Emilia-Romagna, die Marken, die Abruzzen und Kampanien verlaufen. Bereits in dieser frühen Rennphase zeichnen sich einige sportlich interessante Höhepunkte ab. Im Gespräch sind unter anderem eine Bergankunft in Sassotetto zu Ehren des verstorbenen Michele Scarponi sowie ein knapp 20 Kilometer langes Einzelzeitfahren bergauf von Sulmona nach Campo di Giove.
Jonas Vingegaard posiert mit der Giro-d’Italia-Trophäe.
Jonas Vingegaard könnte beim Giro d'Italia 2027 eine besonders anspruchsvolle Strecke erwarten. Mit Gavia, Mortirolo und Monte Zoncolan stehen gleich drei legendäre Anstiege für die entscheidende Schlusswoche im Gespräch.
Doch nicht nur die Kletterer und Klassementfahrer dürften in der ersten Woche auf ihre Kosten kommen. Auch für die Sprinter sind offenbar mehrere Gelegenheiten vorgesehen, darunter eine mögliche Zielankunft auf dem Rundkurs von Misano Adriatico. Neapel könnte den Giro erneut am südlichsten Punkt seiner Streckenführung empfangen. Von dort aus würde das Peloton über Latium und Umbrien wieder Richtung Norden ziehen. Im weiteren Rennverlauf könnten insbesondere mehrere anspruchsvolle Bergetappen und zwei Einzelzeitfahren entscheidenden Einfluss auf den Kampf um das Rosa Trikot nehmen.
Die jüngsten Informationen zur möglichen Streckenführung wurden von SpazioCiclismo zusammengetragen. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Medienberichte und durchgesickerter Details aus Italien. Eine offizielle Bestätigung steht bislang aus. Erst bei der Streckenpräsentation am kommenden Dienstag, dem 3. November, wird sich zeigen, welche der bisherigen Spekulationen tatsächlich zutreffen. Besonders die letzte Rennwoche verspricht nach aktuellem Stand jedoch ein außergewöhnliches Spektakel zu werden: Gleich mehrere der legendärsten und gefürchtetsten Anstiege des Giro d'Italia könnten auf die Strecke zurückkehren.

Gavia, Mortirolo und Zoncolan: Giro-Schlusswoche könnte zum Kletterspektakel werden

Bereits in der zweiten Rennhälfte würde der Giro im Apennin deutlich an Schwierigkeit gewinnen. Eine mögliche Etappe soll in Palombara Sabina beginnen und in Norcia enden. Anschließend könnte das Peloton den berühmten Mugello-Rundkurs in der Toskana erreichen, bevor eine weitere Bergankunft auf dem Programm steht. Als Startort der zwölften Etappe wird Montecatini Terme gehandelt. Das Ziel könnte sich in Zum Zeri befinden, wobei auch Abetone weiterhin als mögliche Alternative gilt. Danach wäre eine Etappe von der Umgebung Parmas nach Reggio Emilia denkbar. Besonders anspruchsvoll könnte es anschließend auf dem Weg zu den Piani di Bobbio werden, wo nach den Anstiegen zur Culmine di San Pietro und zum San Pellegrino ein schwieriges Finale vorgesehen sein soll.
Am dritten Rennwochenende könnte erneut der Kampf gegen die Uhr im Mittelpunkt stehen. Für Sonntag, den 23. Mai, ist den bisherigen Informationen zufolge ein Einzelzeitfahren mit Ziel auf dem traditionsreichen Monza-Rundkurs geplant. Es wäre nach dem Bergzeitfahren in den Abruzzen bereits das zweite Einzelzeitfahren dieser Giro-Ausgabe. Nach dem anschließenden Ruhetag würde das Rennen mit einer spektakulären Hochgebirgsetappe von Sondrio nach Aprica in seine letzten sechs Tage starten. Auf dem Programm stünden dabei der Passo del Gavia und der berüchtigte Mortirolo, der möglicherweise sogar zweimal überquert werden müsste. Mit insgesamt knapp 6.000 Höhenmetern könnte diese Etappe zu einer der härtesten Prüfungen der gesamten Rundfahrt werden.
Auf der 17. Etappe wäre zunächst eine gewisse Entlastung vorgesehen. Der Abschnitt soll in Chiari beginnen und in Negrar enden, könnte allerdings durch ein welliges Streckenprofil dennoch einige Schwierigkeiten bereithalten. Schon am darauffolgenden Tag würden die Kletterer wieder gefordert, wenn mit Madonna di Campiglio ein weiterer traditionsreicher Giro-Zielort eine Bergankunft ausrichten könnte. Für Freitag, den 28. Mai, zeichnet sich anschließend eine mittelschwere Bergetappe von Rovereto nach Possagno ab. Ein zwischenzeitlich ebenfalls diskutiertes Etappenziel im österreichischen Lienz gilt nach den jüngsten Informationen dagegen als zunehmend unwahrscheinlich.
Der wohl spektakulärste Höhepunkt der Schlusswoche könnte schließlich am Samstag, dem 29. Mai, auf die Fahrer warten. Für die vorletzte Etappe ist offenbar die Rückkehr des legendären Monte Zoncolan vorgesehen. Der extrem steile Anstieg zählt zu den gefürchtetsten Herausforderungen im italienischen Radsport und könnte im Kampf um den Gesamtsieg noch einmal für dramatische Veränderungen sorgen. Nach dieser letzten großen Prüfung in den Bergen würden die verbliebenen Fahrer zur traditionellen Schlussetappe nach Rom reisen.
Die italienische Hauptstadt könnte damit erneut den feierlichen Abschluss einer Giro-Ausgabe bilden, die es nach den bisher bekannt gewordenen Streckendetails in sich hätte. Zwei Einzelzeitfahren, mehrere anspruchsvolle Bergankünfte und eine außergewöhnlich schwere letzte Rennwoche mit Gavia, Mortirolo und Zoncolan würden die 110. Italien-Rundfahrt zu einer gewaltigen Herausforderung für die Anwärter auf das Rosa Trikot machen. Ob diese spektakulären Pläne tatsächlich Realität werden, dürfte die offizielle Streckenpräsentation am 3. November zeigen.

Mögliche Strecke des Giro d’Italia 2027

EtappeDatumStartZiel
108.05.TriestKoper (Slowenien)
209.05.LjubljanaCividale del Friuli
310.05.Lignano SabbiadoroVo’
411.05.ArgentaMisano-Adriatico-Rundkurs
512.05.FilottranoSarnano (Sassotetto)
613.05.Alba Adriatica?Lanciano
714.05.SulmonaCampo di Giove (EZF)
815.05.TrasaccoNeapel
916.05.ItriSubiaco (Monte Livata)
1018.05.Palombara SabinaNorcia
1119.05.Gualdo TadinoMugello-Rundkurs
1220.05.Montecatini TermeZum Zeri
1321.05.Borgo Val di Taro? / Bardi?Reggio Emilia
1422.05.CantùPiani di Bobbio
1523.05.Monza?Monza-Rundkurs (EZF)
1625.05.SondrioAprica
1726.05.ChiariNegrar
1827.05.Noch offenMadonna di Campiglio
1928.05.RoveretoPossagno
2029.05.Noch offenMonte Zoncolan
2130.05.RomRom
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