„Gestern war ich nicht zur Party eingeladen“ – Wind-Chaos bei der Volta Valenciana raubt Joao Almeida die große GC-Chance

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 06 Februar 2026 um 11:00
joaoalmeida
Die diesjährige Volta a la Comunitat Valenciana wird kaum als Ausgabe mit besonders reizvollem Parcours in Erinnerung bleiben. Das hielt jedoch einige der weltbesten Fahrer nicht von einem Start ab. Angesichts der gutmütigen Profile der regulären Etappen galt das Einzelzeitfahren der 2. Etappe im Vorfeld als Schlüsselmoment – entsprechend stuften Experten Remco Evenepoel und Joao Almeida als Topfavoriten ein.
Doch der kräftige Wind in der Region Valencia mischt weiterhin das Peloton auf. Während er auf der 1. Etappe in den letzten 50 Kilometern für attraktive Rennsituationen sorgte, kam seine Wirkung am zweiten Tag bei vielen Fans deutlich schlechter an. Die gegen die Uhr gefahrenen Zeiten zählten nicht für die Gesamtwertung – die Rennleitung neutralisierte den gesamten Tag.

Neutralisiertes Zeitfahren nimmt dem Rennen die Schärfe

Entsprechend legten einige Fahrer einen halben Ruhetag ein. Auch Almeida rollte den Kurs eher locker ab, belegte Rang 88 und verlor mehr als drei Minuten auf Tagessieger Evenepoel. „Einige Böen waren ziemlich extrem, besonders wenn man ins Offene kam“, erklärte Almeida anschließend gegenüber CyclingProNet.
Der Portugiese räumte allerdings ein, dass er die Bedingungen weniger dramatisch erlebte als manche Rivalen, die das Zeitfahren als gefährlich bezeichneten: „Ehrlich gesagt fand ich es auch nicht so schlimm. Aber ich denke, die Entscheidung, nicht auf dem TT-Rad zu fahren, war richtig.“
Ganz zufrieden klang Almeida dennoch nicht. Die Umstände verhinderten einen echten Formtest gegen den Zeitfahr-Weltmeister – und damit auch eine wichtige Standortbestimmung für die Gesamtwertung. Zumal das Zeitfahren wie ein direkter Weg zu einem Top-GC-Ergebnis wirkte.
„Ich glaube, für mich wäre es ein wirklich gutes Zeitfahren gewesen, auch weil es keine richtig harten Anstiege gab. Es wird trotzdem ein sehr schweres Rennen, aber eben nicht das ideale für mich. Das Zeitfahren war eigentlich eine sehr gute Chance, mir zumindest einen Platz auf dem Podium zu sichern. Natürlich auch für Remco“, sagte er offen.
„Ich denke, es liegt trotzdem ein wirklich gutes Rennen vor uns, und wir müssen uns auf die nächsten Tage konzentrieren.“
Auch über die hektischen Momente im Finale der Auftaktetappe sprach Almeida. „Nein, überhaupt nicht. Ich wurde hinter demselben Sturz aufgehalten, bei dem Mads Pedersen zu Fall kam.“ Der dänische Klassiker-Spezialist musste mit mehreren Verletzungen aufgeben. Almeida blieb zum Glück aufrecht, fand später wieder Anschluss an die Spitze und zeigte sich erleichtert: „Ich hatte Glück, dass ich nicht gestürzt bin. Darüber bin ich froh.“
Mit Blick auf die kommenden Tage rechnet der Portugiese erneut mit Wind als entscheidendem Faktor. „Der Wind ist stark. Vielleicht gibt es morgen Windstaffeln“, deutet Almeida für die relativ unkomplizierte Freitags-Etappe mit nur einem nennenswerten Hindernis mögliche Action an. „Man weiß es nie, aber wir werden bereit sein. Gestern war ich nicht zur Party eingeladen, also hoffe ich, sie morgen nicht zu verpassen“, schloss Almeida mit einem Augenzwinkern.
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