Die
INEOS Grenadiers reisen mit einer ausgesprochen starken Mannschaft zur
Volta ao Algarve an - mit Namen wie Filippo Ganna, dem zweifachen Tour-de-France-Etappensieger Thymen Arensman sowie den Grand-Boucle-Entdeckungen Oscar Onley und Kevin Vauquelin. Neu ist auch ein Gesicht im Begleitfahrzeug:
Geraint Thomas gibt sein Debüt als Sportdirektor und lernt, Fahrer zu führen, die auf dem Papier nicht mehr seine Teamkollegen sind.
„Ich gewöhne mich noch an alles, ich musste lernen, einen Laptop zu benutzen. Ich bleibe im Sport, und genau das wollte ich. Zwei Tage zu Hause und mir war schon langweilig, ich muss etwas tun“, sagte Thomas gegenüber
Radio Renascenca.
Neue Rolle, neue Verantwortung - und ein starker Kern fürs Gesamtklassement
„Manchmal ist es schwierig, selbst wenn wir mit ihnen über die Kaderauswahl sprechen, aber ich wähle die Teams nicht aus, ich habe lediglich ein Mitspracherecht. Es ist anders, ich muss Emotionen ausblenden und den Fahrern gegenüber ehrlich sein. Jeder versteht die professionelle Seite.“
Thomas ist zum Head of Racing bei INEOS aufgestiegen und seit dem Rollenwechsel eine prägnante Stimme in den Medien. Seine Erfahrung im Peloton macht ihn zu einer äußerst vielversprechenden Figur hinter dem Steuer, und er spult nun die Kilometer hinter dem Feld ab - mit vielen Fahrern, die für die Tour-Aufstellung als Zugpferde vorgesehen sind.
„Ich habe ihnen im Bus gesagt, dass es nicht Pflicht ist, jetzt zu gewinnen, nur weil sie so viel Geld gekostet haben, aber sie sind gut in Form, sie hatten einen guten Winter.“ Thomas betont, dass die großen Saisonziele später warten und die „Algarvia“ in erster Linie als Vorbereitung dient.
„Wir wollen, dass es ihnen gut geht und die Kommunikation stimmt. Wir haben zwei Neuzugänge im Team und es liegt viel Lernen vor uns. Wir haben drei Fahrer fürs Gesamtklassement, das bringt Herausforderungen mit sich, die jedem klar sind. Es ist der Beginn einer neuen Phase; sie werden in den kommenden Jahren der ‚Kern‘ des Teams sein.“
INEOS’ Rivalen
Die Aufgabe wird anspruchsvoll: Das Team verfügt über mehrere Optionen fürs Gesamtklassement, trifft aber auf harte Konkurrenz. Thomas wurde nach den Hauptgegnern gefragt - und ob er
Joao Almeida in seinem Team willkommen heißen würde.
„Ich würde sicherlich nicht Nein sagen“, witzelte er. „Joao ist in Valencia bereits stark gestartet, ich denke, es wird ein gutes Jahr für ihn. Natürlich sind da Juan Ayuso, Matthew Riccitello, Paul Seixas und Florian Lipowitz, und ich hoffe, unsere Jungs haben ebenfalls gute Beine - im Algarve ist das Peloton immer stark.“
Ganna testet zudem im Zeitfahren seine Beine, während der „7er“-Kader außerdem Laurens De Plus, Kim Heiduk und Bob Jungels umfasst. Thomas sitzt nicht mehr im Sattel, kennt Region und Straßen aber bestens - er hat das Rennen bereits zweimal gewonnen.
„Ich bin immer gern zur Volta ao Algarve gekommen, sie bietet von allem etwas. Es gibt Berge, Sprints und das Zeitfahren. Ein guter Ort für den Saisonstart, ein diskreteres Rennen, dazu gutes Wetter. Portugal ist ein sehr friedlicher Ort“, sagte er.