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Volta ao Algarve 2026 steigt vom 18. bis 22.02. und zählt wie jedes Jahr zu den umkämpftesten Frühjahrs-Rundfahrten. Das Programm bietet Etappen für Sprinter, Kletterer, Zeitfahrer und Klassiker-Spezialisten - ideale Bedingungen, um Resultate einzufahren und Form aufzubauen. Wir richten den Blick auf Etappe 2, deren Start und Ziel für 12:00 beziehungsweise 17:30 CET angesetzt sind.
Die „Algarvia“ gilt als Portugals prestigeträchtigstes internationales Rennen und blickt auf eine bewegte Geschichte mit mehreren Entwicklungsphasen zurück. Die Premiere fand 1936 statt, Sieger war Joaquim Fernandes. Erst 1960 folgte die zweite Auflage. Nach drei Jahren in Serie legte die Rundfahrt erneut eine lange Pause ein, ehe sie 1977 auf festen Kurs kam und seither jährlich ausgetragen wird. Bis 1997 blieben die Siege fast ausschließlich in Portugal - mit der Ausnahme des Brasilianers Cassio Freitas.
Von nationalen Helden zu globalen Stars
Viele der Besten des Landes, einige heute noch als Teamchefs oder Veranstalter aktiv, stehen in der Siegerliste: Joaquim Andrade, Joaquim Gomes, Fernando Carvalho, Vitor Gamito und Candido Barbosa. Im Jahr 2000 gewann Alex Zulle, frisch von Rang zwei der letztjährigen Tour de France. In dieser Phase wandelte sich das Rennen zu einer Bühne, auf der internationale Teams zunehmend die Topresultate bestimmten, und die Startlisten erreichten ein Niveau, das weite Teile des WorldTour-Kalenders übertraf.
Floyd Landis siegte 2004, Alessandro Petacchi 2007, Stijn Devolder 2008 - kurz vor seinem ersten Triumph bei der Flandern-Rundfahrt. Alberto Contador gewann 2009 und 2010 - gestützt auf zwei Tour-de-France-Erfolge. Seitdem kennt die Siegerliste praktisch nur noch große Namen, mit der Ausnahme des Triumphs 2021 von Joao Rodrigues, der später wegen Dopings gesperrt wurde.
Tony Martin, Richie Porte, Michal Kwiatkowski, Geraint Thomas, Primos Roglic, Tadej Pogacar, Remco Evenepoel (dreimal), Daniel Martinez und Jonas Vingegaard triumphierten hier seit 2020. Diese Fahrer sammelten mehrere Tour-de-France-Titel, alle Grand Tours sowie zahlreiche Weltmeistertitel auf der Straße und im Zeitfahren und prägten ihre Generationen. Schon ein Podestplatz ist oft eine Herkulesaufgabe. 2025 setzte sich Vingegaard gegen Joao Almeida durch - dank eines Sieges im abschließenden Zeitfahren zum Alto do Malhao.
Möglicherweise wartet in diesem Jahr - neben dem Zeitfahren - bereits auf Etappe 2 die Königsetappe. Der zweite Tag von Portimao zum Alto da Foia dürfte für das Gesamtklassement entscheidend werden. Der Anlauf zum Schlussanstieg fällt einfacher aus als in den Vorjahren, bleibt aber wie immer wellig.
Profil Etappe 2: Portimão - Fóia
Etappe 2: Portimão - Fóia, 157,1 Kilometer
Der Schlussberg ist vom Namen her vertraut, die Straßen sind es nicht. Der Alto da Foia lässt sich über viele Varianten befahren, wie viele Berge Portugals. Auch 2026 führt die Strecke wieder über Monchique, doch genau diese Seite stand zuletzt nicht im Programm.
Der Anstieg misst 8,8 Kilometer bei 6,2 % im Schnitt und dürfte unter den Alternativen jene Seite sein, die den Kletterern am meisten liegt. Sowohl zu Beginn als auch in der zweiten Hälfte warten lange Passagen nahe 10 % - hart genug für ernsthafte Attacken. Der Berg präsentiert sich ungleichmäßig, doch die Kletterer können hier spürbare Abstände herausfahren.
Prognose Volta ao Algarve 2026, Etappe 2
*** João Almeida,
Juan Ayuso,
Daniel Martínez** Brandon McNulty, Matthew Riccitello, Oscar Onley
* António Morgado,
Florian Lipowitz, Max Schachmann, Paul Seixas, Kévin Vauquelin, Thymen Arensman, Jarno Widar, Tom Gloag, Max Poole
Unser Tipp: Daniel Martínez
Wie: Sprint unter den besten Kletterern.
Original: Rúben Silva